Sonnek

Adler

Der Gerichtstermin ist aus meiner Sicht gut und sachlich verlaufen. Allerdings war die Dauer mit über sieben Stunden doch etwas ungewöhnlich. So ist es bereits nach 20 Uhr, als ich das Gerichtsgebäude verlasse. Der Gang durch ein leeres, stilles und dunkles Gebäude auf der Suche nach Lichttastern wirkte irgendwie entspannend. An der Sicherheitssperre gilt es, den richtigen Knopf zu finden, um durch die Personenschleuse zu kommen. Der Taster zur Ausgangstür ist auch leicht zu entdecken. Endlich ist die FFP-Maske weg. Draußen ist es sehr kühl, die Stadt ist fast menschenleer – ach ja, es ist immer noch Lockdown.

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Covid

Der Ortstermin zur Beweissicherung ist knapp vor Mittag angelegt. Das nicht ohne Grund. Im Vorfeld hat der Antragsgegner deutlich darauf hingewiesen, dass er die geltenden Vorsichtsmaßnahmen in dieser Pandemie-Zeit sehr ernst nimmt. „Wie viele Leute werden kommen? Von der anderen Seite zwei? Dann kommen von meiner Seite auch zwei. Kommen von der anderen Seite fünf, dann kommen von meiner Seite auch fünf! Der Heizraum hat zwölf Quadratmeter. Wie sollen wir Abstandsregeln einhalten? Ich gehöre zu einer Risikogruppe! Und überhaupt: Wer übernimmt für die ganze Sache die Verantwortung?“

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Blitz

Eine angenehme Randerscheinung der Tätigkeit als Sachverständiger ist die Tatsache, dass er überwiegend mit Persönlichkeiten zu tun hat, die eine gewisse Professionalität besitzen. Mit solchen aus der Rechtssphäre, solchen aus dem praktischen Berufs- und Gesellschaftsleben, aber auch mit Privatpersonen, die durch entgegenkommendes Auftreten kennzeichnen. Alles Leute, die auch in heftigen Auseinandersetzungen sehr wohl zwischen Sache und Person zu unterscheiden wissen und auch in der Hitze des Gefechts die „Contenance“ nicht verlieren. Aber es gibt auch andere Zeitgenossen, mit denen der Umgang nicht ganz einfach ist.

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Adler

Und wieder einmal eine Gerichtsverhandlung. Anfahrt bei wunderschönem Frühlingswetter. Vorbesprechung und Verhandlung mit dem obligaten Masken-Mummenschanz. Im Gerichtssaal Kojen mit Plexiglas-Verschlag, also alles wie gehabt. Diesmal eine Zivilrechtssache vor einem Bezirksgericht. Einvernahmen der Parteien und eines Zeugen. Teils hitzige Diskussionen. Noch ein Vorbringen, eine neue Urkunde zum Akt. Gutachtenserörterung, schriftliche Ausarbeitung ausgeteilt, Erläuterung, keine weiteren Fragen der Parteienvertreter. „Wenn Sie bitte aufstehen. Im Namen der Republik …“

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Turm

In der Turmstube herrschte wohlige Ruhe. Das Flackern des Kaminfeuers sorgte für eine unnachahmlich heimelige Atmosphäre. Selbst das Ticken der schweren Pendeluhr im Hintergrund vermochte nicht zu stören, sondern glich in seiner Gleichmäßigkeit eher einem beruhigenden Herzschlag. Die Drei im Raum hatten seit einer Weile geschwiegen, jeder in Gedanken und bequemem Gestühl versunken. Hier war kein Platz für lautstarkes Debattieren. Kurze Diskussionen verebbten bald, so wie die Flammen im Kamin allmählich kleiner wurden, dann zu erlöschen schienen und bald nur noch ein orangefarbener Gluthügel dahingloste.

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Eule… existieren bereits. Allerdings nicht derart, dass sich darin konkrete Antworten auf die große Breite fachlicher oder auch rechtlicher Fragen von Sachverständigen finden ließen. Also Datenbanken, die auf Knopfdruck und in Sekundenbruchteilen mühsame Recherchearbeiten überflüssig machen. Datenbanken, die auf Fragen im Klartext sofort ebensolche Antworten liefern. Wissensspeicher, die stets am Puls der fachlichen Entwicklungen stehen und etwa rasch Abschnitte relevanter Normen ausfindig machen. Solche Werkzeuge wünschen sich viele Sachverständige, wie vor einiger Zeit meine Umfrage unter Kollegen ergab.

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Beweissicherungen

05.03.2021
P

Wieder ein Ortsaugenschein, diesmal aus Anlass einer Beweissicherung. Weite Anfahrt zu einem recht entlegenen Objekt in einer nicht allzu vertrauten Gegend. Im Zeitalter von Google Maps und Navi kein Problem. Bin diesmal etwas früh dran und damit nicht wie sonst meistens der Letzte. Erster Kontakt mit dem Hausbesitzer und dessen Anwalt beschränkt sich auf Vorstellung und erste Orientierung. Mit der Aufnahme des Befundes warte ich aber natürlich zu, bis die andere Seite da ist. Die kommt auch bald darauf in Form einer kleinen Gruppe. Wiederum Begrüßung und Vorstellung, die Arbeit kann pünktlich beginnen!

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Gebäude

Wärmepumpen sind eine tolle Sache. Es sind Maschinen, die vereinfacht gesagt Wärme aus der Umwelt auffangen und diese Wärme auf ein höheres Temperaturniveau bringen. Sie funktionieren wie ein Kühlschrank: Nur dass statt einem gekühlten Innenraum jetzt der Natur Wärme entzogen wird und statt des heißen Gitters an der Rückseite des Kühlschranks werden Heizflächen erwärmt. Wärmepumpen sind mittlerweile bei Hausbesitzern sehr beliebt und haben dementsprechend beträchtliche Verbreitung erfahren. Aus der Sicht des Sachverständigen sollte man besonders bei Sanierungen aber einige Dinge beachten, will man Probleme vermeiden.

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Pfeil

Ein junger soeben selbstständig gewordener Maschinenbau-Kollege ist erfreut über seinen ersten Auftrag. Sein Kunde hat sich kostengünstig eine gebrauchte Produktionsmaschine angeschafft und will mit ihr das gleiche Produkt erzeugen, wie mit einem fortgeschrittenen, fabrikneuen, aber nicht leistbaren Exemplar. Einen Auftrag dazu hat er bereits. Allerdings fehlt ihm jede Vorstellung davon, wie die Maschine technisch aufzurüsten ist und welche Verbesserungen notwendig sind. Noch dazu drängt die Zeit, da er eine Frist zur Auslieferung seines Auftrags hat. Der junge Kollege macht sich unverzüglich an die Arbeit.

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Turm

„Der Kinder und der Narren Mund tun den Menschen Wahrheit Kund“ – so oder ähnlich lautet eine alte Volksweisheit. Jetzt ist das so eine Sache mit den Narren und der Wahrheit. Für die draußen sind die Narren nicht normal. Keiner nimmt sie ernst, auch wenn sie die Wahrheit sagen. Die Narren im Turm, um die es hier geht, sehen das spiegelverkehrt, sich als normal – sofern man halt überhaupt normal sein kann. Und die draußen sind aus Sicht der Narren manchmal echt seltsam und es ist oft schwierig, sie ernst zu nehmen. Unendlich dankbar sind die drinnen aber für das Geschenk, das die draußen ihnen, den Narren, gewährt haben: Die Narrenfreiheit!

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