Sonnek

Unpopuläre Fakten

01.12.2022
Frage

In manchen Gesprächen mit gewöhnlich gut informierten und mitten im Berufsleben stehenden Kollegen fällt mir auf, wie sehr sich in ihrem Denken Ansichten verfestigt haben, die nicht mehr angezweifelt werden dürfen. Meine nüchtern vorgebrachten gegenteiligen Argumente werden zwar angehört, aber sofort mit dem Hinweis gekontert, ich sei der Einzige, der so etwas behaupte. Es könnten doch nicht alle anderen (gemeint wohl: die Medien) falsch liegen! Hinweisen auf wissenschaftlich belegte oder nicht belegte Anschauungen wird entgegnet, dass keinem Menschen zuzumuten sei, derlei wissen zu müssen.

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ZT

Ein Berufsjubiläum der besonderen Art konnten heute im Rahmen der Vollversammlung ihrer Interessens- und Standesvertretung in Pörtschach am Wörthersee vier Ziviltechniker begehen. Einer davon war ich selbst – vier Jahrzehnte ununterbrochen aufrechte Befugnis als Zivilingenieur für Maschinenbau! Kaum zu fassen, wie rasch die Zeit vergeht. Natürlich haben wir diesen Anlass entsprechend gefeiert, wie Techniker halt feiern, bei aller Freude eine gewisse Grundnüchternheit beibehaltend, ausgelassen sein ist ihre Sache nicht. Der Anlass eines derartigen Jubiläums ist aber auch gleich eine gute Gelegenheit für einen Rückblick …

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SV

Ein nebeliger Herbsttag in einem ländlichen Ort in der Weststeiermark. Ich stehe seit einer knappen Viertelstunde vor einem kleinen Haus, dessen Heizungsanlage Gegenstand eines Gerichtsverfahrens ist. Es ist neun Uhr vormittags und eigentlich sollte vor Ort eine Gerichtsverhandlung stattfinden. Allein – außer mir ist keiner da. Keiner der beiden Anwälte, die ansonsten pünktlich sind, keine der Parteien und keiner der Zeugen, deren Vernehmung heute erfolgen sollte. Die einzige Person, die vorbeikommt, erklärt auf meine Frage in gebrochenem Deutsch, sie wohne im Nachbarhaus und hätte mit der Sache nichts zu tun.

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E-Papers?

11.11.2022
Lupe

Interessante Erfahrung: Solange mir der Verein Deutscher Ingenieure VDI seine Zeitschrift wie den meisten anderen Mitgliedern in Papierform zusandte – das war noch vor der „Pandemie-Zeit“ – gehörte sie zu einem meiner bevorzugten Medien. Als dann erhoben wurde, ob ich das Blatt nicht lieber digital lesen möchte, habe ich die Frage ohne lange nachzudenken bejaht. Das war im Nachhinein betrachtet ein Fehler. Denn nach anfänglichem, noch regelmäßigem Durchblättern am Bildschirm habe ich irgendwie den Anschluss verloren. Über den Grund dafür bin ich mir offen gesagt nicht im Klaren.

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Preis

Man kann nicht oft genug daran erinnert werden, dass eigene Meinungen oder Verhaltensweisen nicht allein schon deshalb richtig sind, weil man sie seit Jahren beibehalten hat. Ganz wichtig ist hin und wieder ein sanfter Anstoß zu mehr Wachsamkeit, vor allem dann, wenn es um den eigenen Verdienst geht. So sollten Sachverständige in Gebührenangelegenheiten bei Gericht stets sattelfest sein. Deshalb greife ich heute nochmals auf das Heft 3/2022 der Zeitschrift „Sachverständige“ zurück, in dem wichtige Erkenntnisse des Obersten Gerichtshofs zum Gebührenanspruchsgesetz wiedergegeben und diskutiert werden.

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Preis

Achtung, werte Kollegen! – Die Zeitschrift „Sachverständige“ als offizielles Organ des Hauptverbandes der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen Österreichs bringt in seinem Heft 3/2022 einige Erkenntnisse und Entscheidungen, die sich mit Gebühren für Sachverständige befassen. Dabei geht es etwa um Fragen wie „Wer ist Träger des Gebührenanspruchs?“ oder „Wann ist die Tätigkeit eines Sachverständigen abgeschlossen?“ und „Wann ist der Zeitaufwand zu bescheinigen?“. Nachfolgend habe ich die Antworten auf Wesentliches gekürzt wiedergegeben.

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Bild

Über diese Frage hab‘ ich zwar schon vor ziemlich genau fünf Jahren einen Blogbeitrag  geschrieben (siehe hier). Darin bin ich einer Antwort zum größten Teil aus der Sicht eines Sachverständigen nachgegangen. Heute möchte ich dazu die Perspektive der auftraggebenden Kunden oder Klienten beleuchten. Dabei beschränke ich mich auf Gutachtensanfragen oder -aufträgen von privaten Personen, Organisationen oder Unternehmen. Nicht nur auf direkt bekanntgegebene Forderungen will ich eingehen, sondern auch auf ihre subjektiven Erwartungen und Motive. Und auf den Wert und den Preis eines Gutachtens.

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Gericht

Es war vor zwei Tagen die Frage des vorsitzenden Richters in einer Sachverständigenprüfung: Wer sind die Teilnehmer in einem Verfahren vor einem Zivilgericht? – Ich muss zugeben, dass mir zur Zeit meiner eigenen Prüfung eine fehlerfreie Aufzählung höchstwahrscheinlich auch nicht gelungen wäre. Einem langjährigen Praktiker stellen sich solche scheinbar „banalen“ Fragen nicht mehr, das Umfeld im Gericht ist zum Arbeitsfeld geworden. Die meisten Dinge sind wie sie sind und es gibt keinen Anlass, darüber noch nachzudenken. Ein Neuling aber muss sich das alles erst erarbeiten und zu Eigen machen. Das ist für ihn nicht einfach.

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SV

Unlängst ist mir bewusst geworden, wie sehr sich die Tätigkeit als Sachverständiger im Lauf des letzten Vierteljahrhunderts gewandelt hat. Für die Veränderungen waren keine abrupten Ereignisse maßgeblich. Stattdessen kam es zu einer Vielzahl kleiner und sich erst allmählich abzeichnender Entwicklungen, die für sich gesehen durchaus unspektakulär abliefen. Manche habe ich nicht beachtet, andere zwar beiläufig wahrgenommen, jedoch gleich wieder beiseitegeschoben. Aber die Summe macht’s: Erst durch den bewussten Vergleich von Früher zu Heute wurde mir der Unterschied augenscheinlich.

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SV

Sie gehören zwar zu den sehr seltenen Sichtungen, aber es gibt sie: Sachverständige, die nicht in ihrer üblichen Rolle als Beweismittel und Helfer des Gerichts in einem Prozess auftreten, sondern als Zeugen, die in einer Gerichtssache  geladen sind. In meiner mehr als fünfundzwanzigjährigen Praxis ist es erst einmal vorgekommen, dass ich nicht den üblichen Platz neben dem Richterstuhl einzunehmen hatte, sondern in ungewohnter Weise den im zentralen Blickfeld visasvis. Auf eben jener Sitzgelegenheit, die in einem Verfahren ansonsten zwecks ihrer Vernehmung nur Parteien oder Zeugen zu drücken pflegen.

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