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Fehler

Es ist ein über die Jahre immer wiederkehrender Beschwerdepunkt von Hauseigentümern: Die Badewanne wird zwar voll, aber das Badewasser ist zu kalt! Man kann nun darüber streiten, was „zu kalt“ bedeutet: Manchen sind 35°C genug für ein erfrischendes Badeerlebnis, andere wiederum benötigen für ihr Glück 40°C. Auch die Füllmenge ist ein Thema: Badewannen sind unterschiedlich groß, der eine hat es gern randvoll und genießt beim Hinlegen das Gluckern des Überlaufs, der andere will nicht mehr als halb voll. Eher im Ausnahmefall stimmen sich Installateur und Nutzer vorher darüber ab …

… und die ganze Malaise wird beim versuchten ersten Badeerlebnis offenbar. Die festgestellten Ursachen sind dreifacher Art:

1. Zu schwach dimensionierter Durchlauferhitzer

Der sehr große Wanneninhalt wurde unterschätzt, ein elektrischer Durchflusserhitzer erweist sich für den Einsatz als nicht geeignet. Dieser Fall wurde in diesem Blog schon vor Jahren anhand einer Badewanne mit einem Inhalt von 1.200 Litern geschildert, zu finden hier.

2. Zu geringe vorgehaltene Warmwassermenge

Grundsätzlich gilt: Je größer eine Badewanne ist, je kürzer die gewünschte Füllzeit und je niedriger die Temperatur des zur Verfügung stehenden Warmwassers sind, desto größer muss das Volumen des Warmwasserbereiters sein, das zur raschen Füllung der Wanne vorgehalten werden muss.

3. Geringe Warmwassertemperatur

Besonders beim Einsatz von Wärmepumpen ist klarerweise zu beachten, dass die Warmwassertemperatur nicht immer die gewünschten 60°C erreicht, sondern dass in solchen Anlagen – Legionellen hin oder her – auch mit niedrigeren Vorlauf- und daher Warmwassertemperaturen gerechnet werden muss, was nach größer dimensionierten Warmwasserbereitern verlangt.

Egal welche Situation vorliegt, vor Ausführung von Anlagen mit besonderen Gegebenheiten oder Anforderungen muss der ausführende Installateur sichergehen, dass der Badbenutzer das bekommt, was er mit Recht erwarten darf, nämlich eine ausreichende Menge an warmem Wasser mit ausreichender Temperatur.

Abschätzung des erforderlichen Vorhaltevolumens

Schon im Zusammenhang mit dem unter 1. geschilderten Anlassfall wurde eine Formel aufgestellt zur Berechnung des Vorhaltevolumens eines Warmwasserbereiters, die erforderlich ist, um eine (sehr) große Badewanne rasch zu füllen: Sie lautet:

VWWB = VBW*(tBW – tKW)/(tWW – tKW)

Darin bedeuten:

VWWB Volumen des Warmwasserbereiters

VBW Volumen der Badewanne (z. B. 1.200 l)

tBW gewünschte Badewassertemperatur (z. B. 40°C)

tKW Kaltwassertemperatur (z. B. 10°C)

tWW Temperatur im Warmwasserbereiter (z. B. 60°C)

Das Volumen des Warmwasserbereiters wird umso größer, je niedriger die Temperatur im Warmwasserbereiter ist.

Beispiel:

Für die angegebenen Werte aus dem 1. Fall ergibt sich das erforderliche Vorhaltevolumen wie folgt:

VWWB = 1.200 * (40 – 10) / (60 – 10) = 720 l

Das erforderliche Vorhaltevolumen des Warmwassers muss also 720 Liter betragen, der Rest auf die 1.200 Liter wird als Kaltwasser beigemischt. Für die Sanierung des genannten Falls hatte der damit betraute Installateur richtigerweise einen Warmwasserbereiter mit einem Inhalt von 800 l gewählt.

Also: Badewanne schnell volllaufen lassen, Temperatur passt, auf ins beschwerdefreie Badevergnügen!

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