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(IRS) – Es steht außer Zweifel, dass für große Teile der Energieverwendung in Europa ein Umstieg auf Elektrizität stattfindet. Zwei Beispiele: Erstens wird jeder Aufmerksame registrieren, dass  die Zahl von Elektrofahrzeugen im täglichen Straßenverkehr stark gewachsen ist, beschleunigt wohl auch durch Unsicherheit, wie sich Preis und Versorgung mit konventionellen Kraftstoffen entwickeln werden. Zweitens zeigt sich auch in der Haustechnik zumindest bei gut isolierten Gebäuden mit PV-Anlagen und Lademöglichkeit für E-Fahrzeuge die Tendenz, überhaupt weg von „alten“ Brennstoffen und hin zu Energieversorgung ausschließlich mit Strom zu kommen.

CO2-Emissionen in der Stromerzeugung

Allein schon aufgrund der Tatsache, dass der Bedarf an elektrischem Strom steigt, wird – natürlich vor allem in Europa – mit scharfem Auge darauf geachtet, dass die Emissionsfaktoren für die Stromerzeugung möglichst niedrige Werten zeigen, und es wird mit vielerlei Mitteln versucht, diese Werte weiterhin zu senken. Naturgemäß wird für Strom aus Wasserkraft (wie Großteils in Österreich) fast kein CO2 frei, auch bei Kernkraft (wie in Frankreich vorwiegend) sehr wenig, wohingegen bei Kohlekraftwerken (wie etwa in Polen) viel davon anfällt. Die Europäische Umweltagentur hat unlängst Werte für die 27 Länder der Europäischen Union und für das Jahr 2024 bekanntgegeben,* die wir uns näher ansehen wollen.

Emissionswerte für das Jahr 2024 für die Länder der Europäischen Union

Die ausgewiesenen Werte sind in „gCO2e/kWh“ angegeben, das bedeutet „Gramm CO2 je Kilowattstunde erzeugter elektrischer Energie“ (Zu beachten ist, dass in diesen Emissionsangaben auch alle anderen „Treibhausgase“ mit berücksichtigt worden sind, man hat sie auf CO2-Basis umgerechnet):

Schweden: 6 – Finnland: 27 – Luxenburg: 35 – Frankreich: 36 – Österreich: 53 – Slowakei: 59 – Litauen: 61 – Dänemark: 64 – Lettland: 75 – Portugal: 82 – Kroatien: 98 – Spanien: 125 – Ungarn: 127 – Belgien: 155 – Median: 155 – Slowenien: 175 – Rumänien: 188 – Mittelwert: 192 – Italien: 206 – Irland: 237 – Niederlande: 245 – Bulgarien: 248 – Deutschland: 291 – Griechenland: 304 – Malta: 337 – Tschechien: 338 – Estland: 384 – Zypern: 561 – Polen: 566

Erwähnt seinen noch zwei Vergleiche dazu:

-         Dem genannten Bericht ist auch zu entnehmen, dass der Mittelwert für die EU im Jahr 1990 noch 500 gCO2e/kWh betragen hat, der für das Jahr 2024 auf 192 gCO2e/kWh gesunken ist

-          Der Wert für die VR China 2024 liegt hingegen bei 560 gCO2e/kWh**

Anmerkung in Bezug auf Österreich

Der fett gekennzeichnete niedrige Emissionswert für Österreich ist der begünstigten geografischen Lage des Landes und dem dadurch möglichen hohen Anteil an Wasserkraft als erneuerbarer Energie zu verdanken: Er liegt demnach bei etwa einem Drittel des europäischen Durchschnitts und bei knapp einem Viertel des Medians. Unter diesen Gegebenheiten erhebt sich die Frage: Warum buttert man überhaupt Förderungen in großflächige Solaranlagen, wenn man ohnehin weiß, dass derlei Anlagen nie einen akzeptablen Energy Return on Energy Invested (EROI, auch: Erntefaktor) liefern werden?*** Will Österreich denn innerhalb der EU noch zu irgend einer Art Musterschüler werden? Wozu?

Anmerkungen in Bezug auf Deutschland

Deutschland gilt als Musterland für die „Energiewende“, also den Ausstieg aus konventioneller Stromerzeugung in eine, die in erster Linie auf erneuerbare Quellen setzen will. Der in der Zusammenstellung ebenfalls fett gekennzeichnete Emissionswert für Deutschland liegt deutlich über dem europäischen Mittelwert. Einem Artikel der Online-Publikation KlimaNachrichten vom 16.07.2026 ist im Hinblick darauf zu entnehmen (Zitat kursiv): ****

Wo liegt also der Hase im Pfeffer, dass Deutschland trotz aller Investitionen so ein großer Treibhausgas-Produzent bei der Energieproduktion ist? Kapazitäten wurden ja aufgebaut: Insgesamt standen 78 GW an Windenergie und 124 GW an Photovoltaik (PV) an installierter Leistung zur Verfügung. Die Maximalproduktion an gesamtem Strom im Zeitraum betrug 79 GW, der Mittelwert lag bei 58 GW. Zumindest das Mittel war also nur mit Windkraft oder PV theoretisch leistbar. Theoretisch! Die mittlere Produktion von Energie aus Windkraft erreichte nur 15% der installierten Leistung, maximal wurden 52% erreicht, an „schlechten Windtagen“ nur um 0,3-0,4%. So viel Installation für so wenig Ertrag! Bei PV sieht es nicht besser aus, um die 15% im Mittel 53% als Top-Wert, nachts natürlich null.

Wenn diese „Erneuerbaren Energien“ (EE) nicht genug liefern, muss für die Versorgungssicherheit in Deutschland Kohle und Gas weiter hochgefahren werden. Das führte im Mittel zur Produktion von 13,5% der Gesamtleistung aus Gas, aus Kohle waren es 15%. Die Spitzenwerte: 25 bzw. 29 %. Hier zeigt sich das Problem des Verzichts auf Kernkraft, die Nutzung ist nach wie vor hierzulande gar verboten. Das beantwortet auch die Frage, warum Frankreich so viel weniger Treibhausgas in die Luft bläst: neben EE kommt da die Kernkraft (sie ist CO2-arm mit nur 5 g CO2/kWh) mit rund 67% zum Einsatz.

Stößt die Nutzung von PV und Windkraft in Deutschland an ihre Grenzen?

Deutschland sieht sich trotzdem nach wie vor als Vorzeigeland und Vorreiter der Nutzung von Fotovoltaik (PV) und Windkraft. Zurecht? Der pensionierte Allgemeinmediziner Dr. Stephan Kaula aus Bad Homburg in Deutschland hatte sich zuvor schon lange intensiv mit Einflüssen von Windkraftanlagen auf den menschlichen Organismus beschäftigt. In seinem Video „Energiewende, vom Ausbau zur Systemintegration“, das am 07.07.2026 auf YouTube erschienen ist*****, geht er nun einen Schritt weiter und sieht sich das gesamte  Energieversorgungssystem an, insbesondere die Integration von PV und Windkraft. Er baut seine Überlegungen auf offiziell verfügbaren Daten der deutschen Bundesnetzagentur (SMARD) auf, die sowohl die Entwicklung von 2015 bis 2025 wiedergeben, als auch eine Vorschau für den Ausbau bis 2030 enthalten.

Anhand von Häufigkeitsdiagrammen werden anschaulich die wachsenden Herausforderungen der Systemintegration, Stromüberschüsse und Residuallast (d. i. die verbleibende Last ohne PV und Windkraft) dargestellt. Dadurch sollen die technischen Herausforderungen der „Energiewende“ verdeutlicht werden. Die Daten für die Prognosen  basieren auf den Ausbauzielen der deutschen Bundesregierung. Es ist höchst empfehlenswert, sich dieses Video und die Darstellung der Situation 2015, 2017, 2019, 2021, 2023, 2025 und der Prognosen für 2017 und 2030 anzusehen.

Für jedes dieser Jahre werden Energiemengen in Terawattstunden (TWh) angegeben für Abregelung (Bundesnetzagentur), realisierte Wind+PV-Einspeisung, Nettoexporte in Negativpreisstunden, Inland bei Negativpreisen, Inland bei Positivpreisen. Jeder kann sich aus diesen Daten sein eigenes Bild machen.

Großtechnischer Einsatz von Wind und PV – noch ein Zukunftsmodell?

Faktum ist, dass mit zunehmendem Ausbau von Wind und PV die realisierte Wind+PV-Einspeisung und damit der zu positiven Preisen verwertbare Stromanteil gestiegen sind (no naa, war wohl zu erwarten), zugleich aber auch der Wert der Abregelung zugenommen hat. Für mich war interessant zu ermitteln, zu welchem Prozentsatz die gesamte zur Verfügung stehende Windenergie (also  realisierte Wind+PV-Einspeisung zuzüglich Abregelung!) tatsächlich (also im Inland zu Positivpreisen) verkauft werden konnte: Der Wert für 2015 belief sich auf 94%, der Wert für 2025 ist auf 83% gesunken. Geht man davon aus, dass die prognostizierten Ausbauschritte tatsächlich vollzogen werden, ist für 2027 ein Wert von 69% zu erwarten und für 2030 gar nur von 54%!

Vertraut man von den vorliegenden Werten, liegt der Hauptgrund dafür ganz offensichtlich darin, dass seit etwa 2021 der Wert für den zu positiven Preisen verkaufbaren Stromanteil seit etwa 2021 kaum mehr wesentlich gestiegen ist. Sollten die vorherigen Überlegungen richtig sein, stellt sich für Deutschland die Frage: Noch mehr PV und Wind – wofür? Jedenfalls dürften sich dadurch die CO2-Emissionen kaum verändern …

Quellen:

*) European Environment Agency, Greenhouse gas emission intensity of electricity generation in Europe, Published 10 Jul 2026 https://www.eea.europa.eu/en/analysis/indicators/greenhouse-gas-emission-intensity-of-1

**) Wert für China aus Google KI, Abfrage 23.07.2026

***) Siehe Blog-Beitrag vom 10.10.2025  https://www.sonnek.at/2025/10/10/elektrische-energiequellen-energieertrag-und-aufwand/

****) KlimaNachrichten, Das Klimaproblem „Energiewende“, 16. Juli 2026  https://klimanachrichten.de/2026/07/16/das-klimaproblem-energiewende/

*****) Dr. Stephan Kaula, Energiewende: Vom Ausbau zur Systemintegration, 07. Juli 2026: https://www.youtube.com/watch?v=GVkDq13_Xjw

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