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Windrad

(IRS) – Wenn in Medienberichten die Begriffe „Net-Zero“ oder „Klimaneutralität“ fallen, ist damit oft auch gleich der Verweis auf die Rolle der erneuerbaren Energien verbunden: Die beiden Trümpfe Sonne und Wind würden Eckpfeiler und Garanten einer weitgehend CO2-freien Energiezukunft sein. Dabei ist dieses grün-ideologischer Wunschbild mit heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, wie sie Erneuerbare bieten, illusorisch. Gegen Naturgesetze kann keine Ideologie gewinnen. Das beweist auf sehr eindrückliche Weise das Industrieland Deutschland, immer noch eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt.

Vergleich der Energiedichten

Die Vollversorgung eines Industrielandes ausschließlich auf Grundlage von Sonnen- und Windenergie ist allein schon wegen der Wechselhaftigkeit ihres Anfallens schlicht unmöglich. Denn dazu wird immer die Ergänzung durch zuverlässig verfügbare Energiequellen erforderlich sein. In der Praxis ist das zurzeit hauptsächlich Erdgas, aber auch flüssige Brennstoffe sind geeignet. Die Möglichkeiten der Speicherung von Solar- und Windenergie über Batterien sind begrenzt. Dazu braucht man sich bloß die jeweiligen Energiedichten vor Augen zu halten: Auf das Volumen bezogen hat Dieselöl eine Energiedichte von 35 bis 38 Megajoule pro Liter (MJ/l), der Wert für Benzin beträgt 32 bis 34 MJ/l, der Wert für einen Batteriespeicher liegt hingegen bei lediglich 0,9 bis 1,0 MJ/l.

Vergleich der Kapazitätsfaktoren

Solar- und Windenergie fallen wie erwähnt unregelmäßig und in Abhängigkeit von Witterungsverhältnissen an. Dazu ist der Vergleich der Energien auf Basis des Kapazitätsfaktors sehr aussagekräftig. Darunter versteht man das Verhältnis der tatsächlich von einer Windkraft- oder Solaranlage erzeugten Energie zu der Energiemenge, die die jeweilige Anlage bei durchgehendem Betrieb unter Volllast (oder anders gesagt: Bei Nennleistung) bezogen jeweils auf ein Jahr hätte produzieren können. Dieser Wert entspricht auch der Anzahl der Volllaststunden bezogen auf 8.760 Jahresstunden. Mit Angaben aus verschiedenen Quellen lässt sich das grob so zusammenfassen:

-          Für Windkraftanlagen in Mittteleuropa werden tatsächlich erreichte Werte angegeben in einem Bereich von 15% bis 30% (was 1.300 bis 2.600 Volllaststunden pro Jahr entspricht).

-          Schlechter sieht es für die Solaranlagen aus, hier werden für Deutschland und Österreich Werte von lediglich 10% bis 13% genannt (was auf 950 bis 1.150 Vollaststunden hinausläuft).

Zum Vergleich: Werte für Kernkraftanlagen habe ich nicht recherchiert, aber ich schätze deren Kapazitätsfaktor unter Berücksichtigung der Stillstandszeiten für Revisionen oder Reparaturen mit etwa 90% (was ca. 7.900 Volllaststunden entsprechen würde).

Energie aus Erneuerbaren ist teuer

Ganz grob gesagt liegt daher die Situation vor, dass sowohl für die Nutzung von Windkraft, als auch für die Erzeugung von Solarstrom im Verhältnis große und damit teure Anlagen errichtet werden müssen. Darin liegt auch der Grund, dass Solar- und Windkraftanlagen zur Errichtung finanzielle Förderungen benötigen. Oder aber sie werden in Versorgungsgebieten gebaut, in denen derart hohe Strompreise lukriert werden können, dass sich finanzielle staatliche Förderungen erübrigen. Mit anderen Worten: Die Stromkunden zahlen die Förderungen über den Strompreis. Jeder, der an Windkraftanlagen vorbeifährt – oder an großen PV-Feldern – sollte sich den  Merksatz vorsagen: Hier wird Strom teuer gemacht!

Irgendwann ist aber Schluss …

In einem früheren Blog-Beitrag wurde anhand des deutschen Beispiels eines fortdauernden Ausbauprogramms für Sonne und Wind gezeigt, dass die praktische Nutzung dieser „Zufallsenergien“ allmählich an eine Decke stößt. Das heißt konkret, dass das Stromnetz eine Kapazitätsgrenze erreicht, ab der zusätzlich errichtete Leistung im Netz nicht mehr untergebracht werden kann. Es wurde auch gezeigt, dass ein steigender Anteil der gewonnenen erneuerbaren Energie negative Erlöse bringt, was heißt, dass man dem Kunden dafür zahlen muss, dass er Strom abnimmt. Das kommt einer Umkehrung der ursprünglichen Absicht einer möglichst kostengünstigen Energieerzeugung gleich („Die Sonne schickt keine Rechnung!“).

… und was geschieht dann?

Man muss kein Prophet sein, um sich ausmalen zu können, was in letzter Konsequenz geschehen könnte. Nämlich genau das, was in Deutschland durch ideologisch begründeten Ausstiegsbeschluss zur Vernichtung von funktionsfähigem Volksvermögen geführt hat:  Die Stilllegung eines Kernkraftwerks mit dem Höhepunkt der Sprengung eines Kühlturms, die von einer johlenden Zuschauermenge bejubelt wurde. Was ich fürchte, ist, dass das absehbare und den tatsächlich bestehenden Bedarf übersteigende Angebot an Wind- und Solarenergie dazu führen könnte, dass etliche der betriebenen Anlagen letztlich zu einer betriebs- oder volkswirtschaftlichen Belastung werden und entfernt werden müssen, weil sie mehr Kosten verursachen, als sie Nutzen bringen. Es geht dann nicht mehr um Fragen der Ideologie oder um die Unbeugsamkeit von Naturgesetzen, sondern schlicht um Fragen der Wirtschaftlichkeit, anders gesagt um viel verlorenes Geld. Ob dann (außer allen um das Landschaftsbild Besorgten) jemand jubelt?

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