Sonnek

Ballon

(IRS) – Eine Jahreszeit der Wünsche verbinden wir gedanklich vermutlich eher mit den Wochen vor Weihnachten. Ein bewusstes Nachdenken über Wünsche und Vorstellungen, soweit diese die Zukunft betreffen, ist wohl zu jeder Saison richtig. Für alle jene, die Träger von Verantwortung sind, vom Politiker über den Unternehmer bis hin zum Familienvorstand, ist es notwendig. Hier nun folgen aus subjektiver Sicht einige Überlegungen, welche politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Zukunfts-Entwicklungen wünschenswert und schön wären, eingeschränkt auf den eigenen technisch durchfärbten Wissens- und Erfahrungsbereich.

Vorbemerkung

Die Begriffe „Visionäres Denken“ oder „Eine Vision haben“ kann ich mit der österreichischen Politik derzeit nicht verbinden. Vielleicht ist es auch Vorsicht, weil sich niemand die Finger verbrennen will: Denn dem deutschen  Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde einstens der Ausspruch „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ zugeschrieben. Schmidt dachte wohl an Schreckensbilder, die jemand haben kann, der im Fieberwahn liegt. Wenn hier von Visionen die Rede ist, sind damit jedoch wünschenswerte Zukunftsbilder gemeint, Projektionen, die Freude machen und zur Tatkraft anspornen, das Gesehene in die Wirklichkeit umzusetzen.

Ausgangspunkt

Bevor wir einen Blick auf Zukunftsbilder werfen, müssen wir uns darüber zumindest halbwegs einig sein, von welchem Standpunkt wir ausgehen. Ich denke, dass die größte Herausforderung auf dem Weg zu einem wünschenswerten Zukunftsbild genau darin besteht, nämlich zu einem gemeinsamen Bild der Verhältnisse zu kommen, in denen wir tatsächlich leben. Das ist besonders schwierig für Menschen, die sich ausschließlich über die Massenmedien informieren, also über Fernsehen und Zeitungen, und nur zu einem eher geringen Grad über soziale Medien. Wir dürfen davon ausgehen, dass wir dabei von der weit überwiegenden Mehrheit reden. Diese Medien sehe ich – zu meinem Leidwesen – immer weniger als Berichterstatter, die stets fein säuberlich in Tatsachenbericht und Kommentar trennen, sondern zunehmend als Akteure, die eine bestimmte Agenda verfolgen.

Kühle Nüchternheit

Und hier startet die erste Zukunftsvision: Menschen, die nicht sklavisch pünktlich vor einer ZIB sitzen, um die neueste Indoktrination aufzusaugen, sondern Leute, die Botschaften aus dem Kasten grundsätzlich kritisch sehen, diesen Kasten vielleicht sogar rauswerfen. Leute, die sich dann ganz eigenständig über viele andere Quellen informieren und sich ein eigenes, kritisches Bild formen. Und die die guten Bücher lesen. Für den Anfang z. B. diese besondere Empfehlung: Hans Rosling (und Familie) –  „Factfulness – Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.“ Hans Roslings Anliegen war es, „die Denkweise der Menschen zu verändern, ihre irrationalen Ängste zu lindern und ihre Energie in konstruktives Handeln umzulenken.“ Oder als weitere Empfehlung die Bücher von Björn Lomborg, die den ökonomischen und gesellschaftlichen Stellenwert des Klimawandels zurechtrücken. Beide erwähnten Autoren sind Skandinavier, ich liebe deren kühle Nüchternheit!

Gepflegte Diskussion

Die zweite Vision ist eine Folge der ersten: Rückkehr zur gepflegten und die Persönlichkeit von Kontrahenten wertschätzenden Diskussion. Das ist – zugegeben – reines Wunschdenken für den, der heute Auseinandersetzungen verfolgt, denn hier regiert sehr oft als gängiger Spruch: „Warum sachlich bleiben, wenn es auch persönlich geht!“ Und dazu kommt noch die Richtung: Meine Meinung gilt, wer die Dinge anders sieht, ist Leugner, Heuchler, Rechtsradikaler etc. Ich freue mich im Gegensatz dazu auf eine Art Diskussion, in der Standpunkte nebeneinanderstehen können, in der die besseren Argumente gelten und in denen gemeinsam nach einem Höchstmaß an Wahrheit gesucht wird. Ich freue mich auch auf Menschen, die einsichtig sind und bereit, ihre Meinung zu ändern, ohne dabei ihre Grundsätze zu verletzen. Und auf Menschen, die noch Wert darauf legen, gute Umgangsformen aufrecht zu erhalten.

Ohne Idiotien

Im Angesicht der deutschen Energiepolitik frage ich mich, wie es soweit kommen konnte, dass ein angesichts seiner kulturellen und technischen Leistungen so bewundernswertes Nachbarvolk einer idiotischen Ideologie wie der Energiewende auf den Leim ging, die darin gipfelte, dass unter Jubelrufen der Zuschauer die Kühltürme eines Kernkraftwerkes gesprengt wurden. Ich wünsche mir jedenfalls für unser Land eine vernünftige Sicht, die auch klar sagt, dass großtechnische Nutzung von Wind- und Solarenergie letztendlich immer den elektrischen Strom teurer macht. Jedenfalls gehören die Kosten auch für Begleitmaßnahmen etc. immer auf den Tisch und genauso deren Auswirkungen auf den Strompreis. Ideologien um der Ideologie willen haben in dieser Vision jedenfalls nichts mehr verloren!

Keine Konstruktivismen

In der jahrelangen Klimadebatte sind weltweit Unsummen an Geldmitteln in Maßnahmen zum „Klimaschutz“ gepulvert worden. Bislang habe ich keine klare Kenntnis bekommen können davon, was der Einsatz dieser Gelder an Änderungen des Klimas bewirkt haben soll, weder national, noch weltweit. Habe ich etwas übersehen? Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Zum materiellen Aufwand, der hier betrieben wird, kommt noch die Wühlarbeit der Konstruktivisten: „System Change“ statt „Climate Change“. Die Gesellschaft soll neu ausgerichtet werden: Keine Flüge, kein Fleisch, keine fossilen Treib- und Brennstoffe, Konsumverzicht etc., etc., überhaupt würde eine neue Art des Kollektivismus erforderlich sein … In meiner Vision haben derartige auf kruden Denkmodellen und Ideologien beruhenden Einschränkungen einfach keinen Platz!

Realitäten sehen

Mehr Gelassenheit! Mehr Realitätsbezug! Vor allem das schätzen, was an Gutem vorhanden ist und es nicht zerstören! Das wäre meine (bescheidene) Vision, was technische Entwicklungen betrifft. Und mein dringender Wunsch an alle Gesetzgeber bis hinauf zur EU. In meinen Augen hat das aufgescheuchte und überflüssige Getue der für Gesetzgebung Verantwortlichen rund um das Thema Auto – Verbrenner und Elektro – mit überstürzten übertriebenen technischen Anforderungen (insbesondere was den Dieselmotor betriff) einerseits und besonders üppigen Förderungen andererseits zu den Problemen und Verzerrungen wesentlich beigetragen, an denen die europäische Autoindustrie zu tragen hat. So etwas darf nicht mehr vorkommen! Meine Vision: Verantwortliche denken nach, lassen Experten ran, informieren, entscheiden, und das alles schön eins nach dem anderen …

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