Sonnek

Die große Hitze

31.07.2026
Energie

(IRS) – „Seit numehr 32 Monaten hatte man in Österreich keinerlei Niederschläge mehr und nur in Höhen über 1500 Meter Temperaturen unter dem Nullpunkt registriert. Selbst in den Wintern zeigten die Thermometer selten weniger als 15°. Unabhängig von der Jahreszeit war es warm bis heiß, die Luftfeuchtigkeit minimal, der Luftdruck tief unter dem hundertjährigen Durchschnitt, der Himmel meist von Dunstschleiern bedeckt, der Unterschied zwischen Morgen- und Tagestemperaturen so unwesentlich, dass auch die taulosen Nächte schon lange mehr keine Abkühlung mehr brachten.“

„Die Meteorologen boten zahlreiche Erklärungen dieses Phänomens an, die im großen und ganzen darauf hinausliefen, dass vielerlei mehr oder minder zufällig zusammentreffende Faktoren eine Pattsituation zwischen verschiedenen russischen, atlantischen und mittelmeerischen Tiefs oder Hochs bewirkt hatten, eine Verstrickung atmosphärischer Bewegungen und Rhythmen, die sich aus ihrer verhängnisvollen Etablierung nicht mehr lösen konnten. Diese Erklärungen mochten stimmen, wurden aber begreiflicherweise ebensowenig als befriedigend empfunden wie der Hinweis, dass ähnlich langdauernde Trockenzeiten in früheren Jahrhunderten nicht ungewöhnlich gewesen wären.“

Die Einsichten des Dr. Jörg Mauthe

Diese Zeilen finden sich im ersten Kapitel des Romans „Die große Hitze oder Die Errettung Österreichs durch den Legationsrat Dr. Tuzzi“ von Jörg Mauthe, erschienen im Jahr 1974 im Verlag Fritz Molden*. Der Autor war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Kulturpolitiker und auf jeden Fall ein unkonventioneller Denker. In meinen Augen lieferte Jörg Mauthe darin unter anderem eine liebevoll ziselierte Persiflage des österreichischen Beamtentums und der Politik, in dem er sich zum Ende des Romans hin intensiv mit einem Phänomen auseinandersetzt, an das ich oft denken muss, wenn ich hiesigen Politikern zuhöre, insbesondere rund um das Thema „Klimawandel“. Dazu Jörg Mauthe satirisch:

Der Prozess der Verösterreicherung

„Die Verösterreicherung der Welt schreitet unaufhaltsam vorwärts. … Man hat diesen Prozess zu betrachten als Vorgang …, der … sogenannten Wahrheiten die Thronsessel unter den Hintern wegzieht, sodass … sie sich als das entpuppen, was sie sind: als bloße zeitbedingte Vorurteile. Die Verösterreicherung beginnt also (und endet!) mit der plötzlichen und beglückenden Erkenntnis, dass nichts mehr wichtig oder vielmehr: dass alles gleich wichtig und gleich unwichtig ist. Wo aber relativiert wird, entsteht Freiheit. Und die Relativierung, diese höchste aller Künste, ist das Mittel, mit dem sich die Verösterreicherung unaufhaltsam ausbreitet.“

„Wahrheiten“ und Realität

Warum ich bei dieser satirisch gemeinten Beschreibung an die Diskussion um den Klimawandel denken muss, liegt auf der Hand: Im Fall des Klimas werden immer noch Behauptungen als Wahrheiten gehandelt, die mit der Realität nichts zu tun haben. Ob der „menschgemachte Klimawandel“ ein Faktum ist, ist nach wie vor strittig. Dass die Ergebnisse rechnerischer Klimamodelle keine geeignete Grundlage sein können für politische Maßnahmen ist jedem klar, der mit Rechenmodellen und Simulationen zu tun hatte. Und dass etwa die Bezeichnung „Klimakrise“ keine wissenschaftliche Grundlage hat, wird sogar im aktuellen Bericht des „Weltklimarats“ IPCC festgehalten.

Die Österreicher …

Aufgrund der vorhin erwähnten von Mauthe angesprochenen Prozesses hege ich die Hoffnung, dass auch die Leute hierzulande des ständigen medial getragenen Klima-Trommelfeuers in möglichst naher Zukunft überdrüssig werden. Vielleicht gibt es auch einmal eine Regierung, die die Riesenkosten des „Klimaschutzes“ realistisch betrachtet und die unangenehme Frage stellt, welche mess- und nachweisbaren Ergebnisse die vielen Milliarden gebracht haben, die man aufgewendet hat im Glauben, das Klima „schützen“ zu müssen. Und vielleicht kommt es bald zu einer guten Konfrontation konträr denkender Wissenschaftler, durch die eine breite Öffentlichkeit ein realistisches Bild gewinnen kann.

… müssen sich noch gedulden

Es ist sicher noch ein langer Weg. Denn vor zwei Tagen hat der Herr Bundespräsident bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele natürlich nicht auf das Thema „Klimakrise“ verzichten können. Und das angesichts einer – wie seiner Biografie entnommen werden kann – vorhergehenden Karriere als Wissenschaftler, von dem ich schon erwarten würde, zu wissen, dass sogar die Mainstream-Wissenschaft des IPCC diesen Ausdruck mangels Relevanz nicht gebraucht. Und gestern oder vorgestern hat tatsächlich die Bundesvorsitzende der Grünen anlässlich einer Pressekonferenz gezeigt, dass sie ein Thermometer ablesen kann, das die Temperatur des Pflasters vor dem Parlament mit 41° angibt. Sowas haben wir natürlich nicht wissen können. Gefordert hat sie, dass die Regierung etwas gegen die Hitze tut, wenn ich sie recht verstanden habe. Eine Pflasterkühlung einbauen?

Und wie geht der Roman aus?

Doch zurück zu Jörg Mauthe. Wir dürfen wohl annehmen, dass der werte Leser dieses Blogs nicht sofort auf Amazon hüpft oder in seine Buchhandlung rennt, so er in seiner Nähe noch eine findet, um sein Buch zu bestellen, sondern bloß wissen will, ob die Errettung Österreichs am Ende denn auch gelingt. Also: Ja, der Legationsrat Dr. Tuzzi schafft es! Es kommt sogar so weit, dass monatelange Regenfälle zu Überflutungen führen. Aber wie das alles zustande kommt und welche Rolle Dr. Tuzzi spielt, muss der Leser selbst entdecken. Darüber hinaus ist der Roman wie erwähnt eine interessante Reise durch die Welt des österreichischen Beamtentums, der noblen Gesellschaft und der zutiefst menschlichen Eigenheiten seiner Proponenten …

*) Zitate aus der Neuauflage 1986 der Edition Atelier – Wiener Journal und Herold Verlag

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