Sonnek

Energie

Europa kann und wird das Weltklima nicht retten. Das ist die nüchterne Erkenntnis eines Technikers, der sich gerne ein Bild macht anhand von Zahlen, Daten und Fakten. Hysterischer Klima-Alarmismus ist ohnehin seine Sache nicht, das Nachplappern irgendwelcher Stereotypen auch nicht, egal wie sehr sich diese in der öffentlichen Meinung festgekrallt haben. Schon gar nicht dann, wenn damit von verschiedenen Interessensgruppen, NGOs und Aktivisten Stimmung gemacht wird in Richtung von neuen finanziellen Lasten, die die Gesellschaft um des schieren Überlebens willen auf sich zu nehmen haben werde.

Techniker haben damit schon leben gelernt, dass CO2, das dem Wesen nach eine zentrale Funktion im Kreislauf irdischen Lebens erfüllt, zum gefährlichen „Klimagas“, ja gar zum „Klimakiller“ und damit zum Angelpunkt der Klimaänderung hochstilisiert worden ist. Das Gas wird bei Verbrennungsvorgängen freigesetzt und es ist keine Frage, dass Emissionen vermindert und verhindert werden sollen, wo immer dies möglich erscheint, durch effiziente Verwendung von Ressourcen und durch Einsatz von erneuerbarer Energie. Das ist allein schon ein Gebot der ökologischen und ökonomischen Vernunft.

Immer mal sachte

Aber es ist noch lange kein Grund zu Dämonisierung und zu hektischem Aktivismus in Richtung Klimakatastrophe. Denn zum einen besagt das Gesetz der langsam heraufziehenden Katastrophen, dass Menschen sich rechtzeitig darauf einstellen und Maßnahmen zur Abwehr oder Abminderung treffen werden. Und zum zweiten ist die renommierte Klima-Wissenschaftlerin Judith Curry der Ansicht, dass kein einziges der bisher existenten Klimamodelle in ihren Prognosen so verlässlich und aussagekräftig ist, dass sich daraus gesetzliche Maßnahmen begründen oder rechtfertigen ließen.

Emissionsriesen China und USA …

Aber wir wollten von Fakten reden. Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris hat ein waches Auge auf die globalen Entwicklungen in allen Sektoren, in denen Energie verbraucht wird und somit natürlich auch auf die Situation rund um das CO2. Die folgenden Zahlenangaben stammen von deren Internetseite www.iea.org und sind für jedermann einsehbar. Für das Jahr 2015 liegen Emissionsdaten vor. Demnach war der größte Verursacher von CO2-Emissionen die Volksrepublik China mit einem globalen Anteil von 28,13 Prozent – also mehr als einem Viertel – gefolgt von den USA mit 15,47 Prozent.

… Emissionszwerge Deutschland und Österreich

An dritter Stelle der großen Emittenten liegt die Europäische Union mit einem Anteil von 9,91 Prozent, also knapp einem Zehntel, gefolgt von Indien mit 6,40 Prozent. Wenn wir einzelne Länder betrachten: Deutschland – die Industrie- und Exportnation schlechthin – liegt bei lediglich 2,36 Prozent und schließlich Österreich, das einen Anteil von 0,19 Prozent der globalen CO2-Emission zu verantworten hat. Bemerkenswerte Erkenntnis: Mehr als neunzig Prozent der weltweiten durch Verbrennung verursachten Emissionen an CO2 werden außerhalb der Europäischen Union verursacht. Soweit die Statistiken der IEA.

Wie sieht die Zukunft aus?

Über den CO2-Anstieg kursieren Prognosen, die verschiedene Szenarien voraussetzen, wobei letztere wiederum von unterschiedlichen politischen Maßnahmen abhängig gemacht werden. Jedenfalls sind diese Modellrechnungen der Klimaforscher das momentane Spielfeld der Diskussionen um den Klimawandel, wobei immer noch strittig ist, wie hoch der menschengemachte Anteil tatsächlich sein kann. Das ist aber nicht Gegenstand unserer Erörterungen hier. Die IEA hat aber Pfeile im Köcher, die hier einen Ausblich auf das geben könnten, was auf uns zukommen wird.

Nur die erste Welt spart ein …

Für den Zeitraum von 2016 bis 2040 sagt sie für die Welt folgende Entwicklungen des Verbrauches an Primärenergie voraus: Europa wird Musterschüler sein, am meisten einsparen und sei hier als Vergleichsmaßstab gesetzt. Japan und die USA zusammengenommen werden weniger als halb so viel einsparen. Alle übrigen Regionen werden mehr verbrauchen: Indien das Fünffache, China das Vierfache, Afrika, Südostasien und der Mittlere Osten jeweils mehr als das Doppelte dessen an Zuwachs verzeichnen, was Europa einspart, auch Südamerika und Russland werden zusammengenommen ihren Verbrauch um das Doppelte der Einsparungen Europas steigern.

… der Rest der Welt steigert seinen Verbrauch

Jetzt kann man entgegnen: In den Zunahmen ist der starke Ausbau erneuerbarer Energie zu berücksichtigen, etwa in China von Wind- und Solarenergie. Das ist richtig. Auch werden im Individualverkehr wegen Zunahme von Elektrofahrzeugen Emissionen sinken. Allerdings wird der erneuerbare Anteil insgesamt immer noch nur einen Bruchteil der Steigerungen abdecken können. In wichtigen Feldern ist zum Beispiel Öl aus heutiger Sicht nach wie vor unersetzlich, etwa im stark zunehmenden Transport auf Land und See (Dieselmotoren) und in der Luft (Gasturbinen).

Was bedeutet das alles?

Wenn wir die Angaben auf Basis der Daten von IEA zusammenfassen bedeutet das grob gesagt, dass der weltweite Energieverbrauch der Länder außerhalb Europas bis 2040 um das fast Zwanzigfache dessen wachsen wird, das Europa unter großen Anstrengungen einsparen wird. Das sind genau die Länder, die jetzt schon für mehr als neunzig Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich sind. Während in China bereits rigorose Maßnahmen zum Umweltschutz gesetzt werden, darf bezweifelt werden, dass moderne Standards in den jenen Teilen der Welt ausreichend schnell Platz greifen, die höheren Lebensstandard erreichen wollen. So gesehen erscheinen die Absichten Europas sehr nobel, aber weitgehend sinnlos.

Was ist zu tun?

Erstens kann ich nur hoffen, dass ich mich in meinen Schlussfolgerungen irre. Zweitens wäre zu überlegen, ob wir angesichts dieser wahren Probleme unseren Klimakatastrophen-Alarmismus dämpfen, mit jeglicher überzogenen energiepolitischen Justament-Selbstkasteiung aufhören, Nüchternheit einkehren lassen und nachdenken, was global gesehen wirklich von Bedeutung ist. Selbstverständlich wird man weiterhin alles ökologisch und ökonomisch Sinnvolle tun, um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden. Aber das überzogene Geschrei der Pressure-Groups und NGOs sollte aufhören und wir sollten angesichts der wahren Gegebenheiten gemeinsam nach echten Lösungen suchen und überlegen was jeder von uns dazu beitragen kann.

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