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Politik

Unsere Produktivität bestimmen nicht wir selbst allein, wir sind auf gute Zusammenarbeit angewiesen. Dies wird besonders schmerzlich dem bewusst, der sich durch langatmige Besprechungen gequält hat und sich danach fragt, wozu denn das Ganze gut gewesen sein soll. Oder dem, der nüchtern feststellt, dass die anfänglich vielversprechende Kontaktaufnahme mit einem Kollegen doch keine brauchbaren Folgen haben wird, einfach weil der Umgang mit dieser Fachkoryphäe einfach zu beschwerlich ist. Oder weil die andere Seite sich dermaßen passiv verhält, dass einem selbst jede Energie entschwindet …

Viele kluge Köpfe haben sich damit auseinandergesetzt und Regeln aufgestellt, die für eine erfolgreiche Kooperation gegeben sein müssen. Andere wiederum haben sich mit den Hindernissen beschäftigt. In ihrem Werk „Der sechste Kondratieff“ gehen die Autoren Leo und Simone Nefiodow näher darauf ein. Ihre Liste ist nachstehend in etwas modifizierter Form wiedergegeben. Sie kann unseren Blick dafür schärfen, wo wir ansetzen müssen, um im Wesentlichen spannungsfreie Kooperationen zustande zu bringen:

Die neun Faktoren, die Kooperationen erschweren

Bei den genannten Faktoren handelt es sich zumeist um unerwünschte Verhaltensweisen oder Merkmale von Leuten, die einer gedeihlichen Zusammenarbeit entgegenstehen:

Aggressivität

Feindseliges Verhalten, oft erst in Stresssituationen erkennbar, Herabsetzen des Selbstwertes anderer, unberechtigtes oder haltloses Kritisieren, Schlechtmachen von Vorschlägen, Dominanz in Diskussionen

Blockieren

Das Herumreiten auf Nebensächlichkeiten oder Randproblemen, überbordendes einbringen persönlicher Vorbehalte und Erfahrungen ohne Bezug auf das zu Besprechende, Versteifen auf einen Punkt

Selbstgeständnisse

Einbringen von persönlichen Gefühlen mit dem Versuch, Widerhall zu finden mit Dingen, die nicht zum Gegenstand einer Besprechung oder eines Projekts gehören, keine Rücksichtnahme auf andere

Rivalisieren

Mit einem Fachkollegen über Definitionen oder die Beurteilung von Gegebenheiten streiten, Führung an sich ziehen, überbordend viel und langatmig reden, immer Recht haben müssen

Sympathiesuche

Das „arme Hascherl“, dem nur und immer Unrecht geschieht, die eigene Situation verwirrend und hilflos darstellen, in der Hoffnung, dass sich jemand anderer dieser Misslichkeiten erbarmt

Spezialplädoyer

Verhalten eines Lobbyisten, Einbringen von Vorschlägen, die eine sehr eingeengte Sicht aufweisen, Unterstützen von eingebrachten Bedenken, die eine Meinungsbildung in eine bestimmte Richtung lenken sollen

Clownerie

Humor hat seinen Platz in Besprechungen, er kann auflockern und entspannen, aber ununterbrochenes Herumblödeln oder mit Gewalt witzig sein wollen und sich damit in den Mittelpunkt stellen nervt einfach

Beachtung suchen

Ständiges Bemühen um sehr viel Aufmerksamkeit, Versuch, sich in den Mittelpunkt zu stellen, auch durch lautes und ausgiebiges Reden, durch extreme Ideen oder Vorschläge, bis hin zu ungewöhnlichem Verhalten

Rückzug

Das andere Extrem: Überwiegend passives Verhalten, eigenen und ablenkenden Beschäftigungen nachgehen, Nebengespräche führen, Desinteresse zeigen, vom Thema abschweifen, Unsinn machen

Die hier vorgestellten Verhaltensweisen sind nicht nur unangenehme Hindernisse, sondern richtige Produktivitätsräuber. Wenn wir sie entdecken, liegt es an unserer Courage, die Dinge offen anzusprechen, nicht verletzend, aber klar und deutlich. Produktivitätsräuber sind auch immer Zeiträuber, und Zeit ist Leben, auch unseres. Und das ist zu wichtig, um vergeudet zu werden.

Wie sind Ihre Erfahrungen dazu? Über Ihre Meldung würde ich mich freuen!

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