Sonnek

Team

Sachverständiger kann man nur für eine genau abgegrenztes Wissensgebiet sein. Die Expertenrolle beinhaltet auch die Verpflichtung, in eben diesem Gebiet auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Erfahrungsgemäß ist allein schon diese Vorgabe herausfordernd genug. Praktisch unmöglich ist es, in angrenzenden Wissensfeldern auf dem Laufenden zu sein. Weil es für einen Sachverständigen nicht nur ungeziemend, sondern gefährlich wäre, in einem ihm nicht völlig vertrauten Randgebiet als Dilettant dazustehen, ist er auf Mitarbeit und Beitrag von Fachkollegen angewiesen. Logische Frage: Wie wird kollegiales Zusammenwirken erfolgreich?

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Adler

Zeuge in einem Gerichtsverfahren ist eine Person, die in einer das Verfahren betreffenden Angelegenheit bestimmte Wahrnehmungen gemacht hat und zu diesen nun vom Gericht befragt wird. Der Zeuge unterliegt der Wahrheitspflicht und wird darüber vom Gericht gleich nach der Aufnahme seiner persönlichen Daten belehrt, was seinem Auftritt von vornherein eine gewisse dramatische Note anhaftet. Wahrscheinlich jeder Zeuge empfindet auch deshalb schon ein gewisses Maß an Spannung und Respekt, da er ja zumeist nie weiß, was in seiner Einvernahme an Fragen auf ihn zukommen könnte.

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bild

Nein, hiermit sind nicht politische Parteien gemeint, sondern vielmehr die in einem Gerichtsverfahren auftretenden Gegner, also Kläger und Beklagte. Dabei wird in den folgenden Anmerkungen davon ausgegangen, dass es sich bei den Kontrahenten um natürliche Personen handelt. Ein Sachverständiger kommt hauptsächlich zu drei Anlässen mit ihnen in Kontakt: Anlässlich einer Gerichtsverhandlung, bei einer örtlichen Befundaufnahme oder im Rahmen einer Gutachtenserörterung. Bei den Personen handelte es sich in meinem Fall typischerweise ein Installateur und ein Auftraggeber, meist Haus- oder Wohnungsbesitzer.

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text

Gemäß den Regeln der österreichischen Rechtsprechung hat ein Gerichtssachverständiger zwei unterschiedliche Aufgaben zu erfüllen: Erstens ist er Beweismittel, was bedeutet, dass das Gericht seine gutachterlichen Aussagen zur Urteilsfindung heranziehen kann, aber nicht muss. Zweitens ist er Helfer des Richters, hauptsächlich durch Einsatz seiner besonderen Fachkenntnis, die der Richter üblicherweise nicht haben wird, aber manchmal auch deshalb, weil er weiß, wie man in bestimmten Situationen oder mit verzwickten Sachverhalten umgehen kann, damit der weitere Verlauf eines Verfahrens nicht unnötig blockiert wird.

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Frage

Sachverständige sind dazu da, einem Rechtsstreit jenen sachlich-fachlichen Verstand beizustellen, mit dessen Klärungshilfe später eben dieser Streit beendet werden soll. Sie sind zu strikter Neutralität und Objektivität verpflichtet und unterstützen das Gericht in der Suche nach der materiellen Wahrheit. Rechtsanwälte hingegen sind dazu da, die Interessen und das Recht ihrer Parteien zu vertreten. Sie unterliegen daher ganz anderen Verpflichtungen und haben Spielräume anderer Art. Das muss man sich vor Augen halten, wenn Sachverständige und Rechtsanwälte miteinander zu tun haben oder gar aneinandergeraten.

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Ende Gericht

07.11.2018
Adler

Für jeden allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen kommt einmal der Zeitpunkt, sich von der Tätigkeit bei Gericht zu verabschieden. Das ist üblicherweise mit dem Erreichen oder Vollenden des siebzigsten Lebensjahres der Fall. Als Privatgutachter oder Berater kann danach natürlich jeder so lange arbeiten, wie er will, aber vor den Schranken der Justiz ist Schluss. Diese Tatsache wird vom Gericht zwar nicht offiziell mitgeteilt, ist aber gelebte Praxis und die ist auch gut so, kann man doch davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt nur mehr wenige beruflich aktiv sind. Zeit zum Rückblick und Anlass, Bilanz zu ziehen.

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Gefahr

Das Ergebnis aus Befragungen von Technikern, die Freiberufler werden wollen, ähnelt sehr stark denen aus Befragungen von Technikern, die bereits Freiberufler sind. Wenn beide die Wichtigkeit von Eigenschaften für den Erfolg ihrer Tätigkeit nennen sollen, kommt mit Sicherheit die Rede auf die besonderen Fach- und Sachkenntnisse, auf Spezialwissen, vielleicht auch noch auf die Erfahrungen aus langjähriger Praxis. Wenn sie dann noch nach ihrer Einschätzung gefragt werden, wie ihre Auftraggeber die Sache sehen, kommt nach kurzer Überlegung die Meinung, dass die Kunden das wohl genauso einschätzen. Dem ist aber nicht so.

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Love 2

Der lange andauernde Streit zwischen einem Installateur und einem Lokalbetreiber wegen ungerechtfertigt hoch empfundener Kosten war vor dem Zivilgericht gelandet. Der Installateur hatte geklagt. Gegenstand der Auseinandersetzung waren Installationsarbeiten in einem seit längerer Zeit brachliegenden biederen Landgasthof, der einer installationstechnisch unterstützten baukosmetischen Umwandlung in eine eher zwielichtige Nachtbar mit Bordellbetrieb unterzogen worden war. Die Richterin hatte dazu im Gutachtensauftrag ausdrücklich festgehalten, dass dem Gericht die Darstellungen des Installateurs glaubwürdig erschienen.

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Einfach

Unterschiedliche Sichtweisen auf einen im ersten Moment einfach erscheinenden Sachverhalt ergeben sich zwangsläufig immer dann, wenn ihn Sachverständige verschiedener Fachgebiete ins Auge fassen. Es kann anfangs durchaus interessant und vergnüglich sein, mitzuerleben, wie diese scheinbar einfachen Dinge aus jeweiligem fachlichem Blickwinkel sich in eine Vielzahl von weiteren und möglicherweise komplexen Sachvershalten auffächern können. Unangenehm wird die ganze Angelegenheit aber dann, wenn dadurch die Lösung eines anfangs als simpel eingeschätzten Problems erschwert, verzögert, oder gar verunmöglicht wird.

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Befund

Entscheidend für die Zukunft der Sachverständigen wird sein, wie und mit welcher Geschwindigkeit sich die Welt der Informationstechnologie und der Computer weiterentwickelt. Wir wissen noch nicht, ob es die Sphären der künstlichen Intelligenz oder von „Big Data“ sein werden oder von beiden zusammen, die sich entscheidend auf die Arbeit der Experten auswirken werden. Die Kernfrage lautet: Ist der Sachverständige, insbesondere der Mensch dahinter, überhaupt ersetzbar? Die meisten Experten werden lächelnd den Kopf schütteln: In manchen Wissensgebieten vielleicht, aber sicher nicht in meinem, das ist viel zu komplex …

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