Sonnek

Frage

Sachverständige sind dazu da, einem Rechtsstreit jenen sachlich-fachlichen Verstand beizustellen, mit dessen Klärungshilfe später eben dieser Streit beendet werden soll. Sie sind zu strikter Neutralität und Objektivität verpflichtet und unterstützen das Gericht in der Suche nach der materiellen Wahrheit. Rechtsanwälte hingegen sind dazu da, die Interessen und das Recht ihrer Parteien zu vertreten. Sie unterliegen daher ganz anderen Verpflichtungen und haben Spielräume anderer Art. Das muss man sich vor Augen halten, wenn Sachverständige und Rechtsanwälte miteinander zu tun haben oder gar aneinandergeraten.

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Ende Gericht

07.11.2018
Adler

Für jeden allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen kommt einmal der Zeitpunkt, sich von der Tätigkeit bei Gericht zu verabschieden. Das ist üblicherweise mit dem Erreichen oder Vollenden des siebzigsten Lebensjahres der Fall. Als Privatgutachter oder Berater kann danach natürlich jeder so lange arbeiten, wie er will, aber vor den Schranken der Justiz ist Schluss. Diese Tatsache wird vom Gericht zwar nicht offiziell mitgeteilt, ist aber gelebte Praxis und die ist auch gut so, kann man doch davon ausgehen, dass zu diesem Zeitpunkt nur mehr wenige beruflich aktiv sind. Zeit zum Rückblick und Anlass, Bilanz zu ziehen.

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Gefahr

Das Ergebnis aus Befragungen von Technikern, die Freiberufler werden wollen, ähnelt sehr stark denen aus Befragungen von Technikern, die bereits Freiberufler sind. Wenn beide die Wichtigkeit von Eigenschaften für den Erfolg ihrer Tätigkeit nennen sollen, kommt mit Sicherheit die Rede auf die besonderen Fach- und Sachkenntnisse, auf Spezialwissen, vielleicht auch noch auf die Erfahrungen aus langjähriger Praxis. Wenn sie dann noch nach ihrer Einschätzung gefragt werden, wie ihre Auftraggeber die Sache sehen, kommt nach kurzer Überlegung die Meinung, dass die Kunden das wohl genauso einschätzen. Dem ist aber nicht so.

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Love 2

Der lange andauernde Streit zwischen einem Installateur und einem Lokalbetreiber wegen ungerechtfertigt hoch empfundener Kosten war vor dem Zivilgericht gelandet. Der Installateur hatte geklagt. Gegenstand der Auseinandersetzung waren Installationsarbeiten in einem seit längerer Zeit brachliegenden biederen Landgasthof, der einer installationstechnisch unterstützten baukosmetischen Umwandlung in eine eher zwielichtige Nachtbar mit Bordellbetrieb unterzogen worden war. Die Richterin hatte dazu im Gutachtensauftrag ausdrücklich festgehalten, dass dem Gericht die Darstellungen des Installateurs glaubwürdig erschienen.

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Einfach

Unterschiedliche Sichtweisen auf einen im ersten Moment einfach erscheinenden Sachverhalt ergeben sich zwangsläufig immer dann, wenn ihn Sachverständige verschiedener Fachgebiete ins Auge fassen. Es kann anfangs durchaus interessant und vergnüglich sein, mitzuerleben, wie diese scheinbar einfachen Dinge aus jeweiligem fachlichem Blickwinkel sich in eine Vielzahl von weiteren und möglicherweise komplexen Sachvershalten auffächern können. Unangenehm wird die ganze Angelegenheit aber dann, wenn dadurch die Lösung eines anfangs als simpel eingeschätzten Problems erschwert, verzögert, oder gar verunmöglicht wird.

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Befund

Entscheidend für die Zukunft der Sachverständigen wird sein, wie und mit welcher Geschwindigkeit sich die Welt der Informationstechnologie und der Computer weiterentwickelt. Wir wissen noch nicht, ob es die Sphären der künstlichen Intelligenz oder von „Big Data“ sein werden oder von beiden zusammen, die sich entscheidend auf die Arbeit der Experten auswirken werden. Die Kernfrage lautet: Ist der Sachverständige, insbesondere der Mensch dahinter, überhaupt ersetzbar? Die meisten Experten werden lächelnd den Kopf schütteln: In manchen Wissensgebieten vielleicht, aber sicher nicht in meinem, das ist viel zu komplex …

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SV

Es ist ein Merkmal nicht nur unserer Zeit, dass traditionelle Autoritäten infrage gestellt werden. Dabei denken wir wahrscheinlich zuerst an Politik oder an verschiedene Bereiche der Gesellschaft. Neu daran ist, dass zunehmend auch fachlich hervorstechende Personengruppen oder Institutionen, ja sogar die freien Berufe als Ganzes unter Beschuss geraten und von zwei Seiten zugleich in die Zange genommen werden: Einmal gesellschaftlich von der gesamteuropäischen Bestrebung, echte oder scheinbare Privilegien abzubauen, Stichwort Dienstleistungsrichtlinie; Auf der anderen Seite technisch durch die Digitalisierung.

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Blitz

Disruption bezeichnet das plötzliche, bruchartige und unerwartete Ende von Produkten, Geschäftsmodellen, Dienstleistungen oder von ganzen Berufsfeldern. Der Modebegriff ist zwar neu, benennt aber nichts Neues, denn in der Technik- oder Wirtschaftsgeschichte hat es diese Brüche durch Innovationen immer wieder gegeben. Man denke etwa an das Aufkommen von Dampfmaschine, Automobil oder Computer. Heute durchwirbelt die Digitalisierung alle Lebens- und Arbeitsbereiche und ist dabei, ratzekahl viel Altgewohntes auf den Kopf zu stellen. Auch die traditionsreiche Tätigkeit von Sachverständigen? Ja, auch die.

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Pfeile

Es gilt im Geschäft genauso wie im Privaten, wie wir alle aus unserer Lebenserfahrung wissen: Beziehungen lassen sich schnell ruinieren, es braucht aber viel Umsicht, sie – neu oder wieder – aufzubauen. Erfahrene Sachverständige sind deshalb besonders vorsichtig in der Entscheidung, wen sie als neuen Klienten annehmen und wen nicht. Der Klient zeigt hohes Vertrauen in den Experten, von dem er sich Hilfe verspricht. Vertrauen benötigt aber auch der Sachverständige in Bezug auf seinen Auftraggeber. Experte und Klient übernehmen darüber hinaus in ihrer neuen Beziehung ein gerütteltes Maß an Verantwortung.

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Frage

„Mein Name ist …, ich bin von … als Sachverständiger bestellt worden in der Angelegenheit … und würde Ihnen dazu gerne ein paar Fragen stellen. Wäre das jetzt möglich? Dauert nur ein paar Minuten …“ Freundliches Lächeln auf beiden Seiten. Kurzes Zögern und dann zustimmendes Nicken beim Gegenüber. – Im Gerichtsverfahren sind Einvernahmen und Befragungen etwa von Zeugen grundsätzlich Sache des Gerichts, der Sachverständige kann lediglich im Rahmen des Verfahrens Fragen stellen. Anders läuft es beim Privatgutachter: Der muss versuchen, auf eigene Faust Antworten auf seine Fragen zu bekommen.

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