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	<description>Blog von Ingo Sonnek</description>
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		<title>Ideologien und Naturgesetze</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2026 08:52:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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(IRS) – Wenn in Medienberichten die Begriffe „Net-Zero“ oder „Klimaneutralität“ fallen, ist damit oft auch gleich der Verweis auf die Rolle der erneuerbaren Energien verbunden: Die beiden Trümpfe Sonne und Wind würden Eckpfeiler und Garanten einer weitgehend CO2-freien Energiezukunft sein. Dabei ist dieses grün-ideologischer Wunschbild mit heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, wie sie Erneuerbare [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-10355" title="Windrad" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Windrad-150x150.png" alt="Windrad" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS) – Wenn in Medienberichten die Begriffe „Net-Zero“ oder „Klimaneutralität“ fallen, ist damit oft auch gleich der Verweis auf die Rolle der erneuerbaren Energien verbunden: Die beiden Trümpfe Sonne und Wind würden Eckpfeiler und Garanten einer weitgehend CO2-freien Energiezukunft sein. Dabei ist dieses grün-ideologischer Wunschbild mit heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, wie sie Erneuerbare bieten, illusorisch. Gegen Naturgesetze kann keine Ideologie gewinnen. Das beweist auf sehr eindrückliche Weise das Industrieland Deutschland, immer noch eine der stärksten Volkswirtschaften der Welt.</p>
<p><span id="more-11651"></span><strong>Vergleich der Energiedichten</strong></p>
<p>Die Vollversorgung eines Industrielandes ausschließlich auf Grundlage von Sonnen- und Windenergie ist allein schon wegen der Wechselhaftigkeit ihres Anfallens schlicht unmöglich. Denn dazu wird immer die Ergänzung durch zuverlässig verfügbare Energiequellen erforderlich sein. In der Praxis ist das zurzeit hauptsächlich Erdgas, aber auch flüssige Brennstoffe sind geeignet. Die Möglichkeiten der Speicherung von Solar- und Windenergie über Batterien sind begrenzt. Dazu braucht man sich bloß die jeweiligen <strong>Energiedichten</strong> vor Augen zu halten: Auf das Volumen bezogen hat Dieselöl eine Energiedichte von 35 bis 38 Megajoule pro Liter (MJ/l), der Wert für Benzin beträgt 32 bis 34 MJ/l, der Wert für einen Batteriespeicher liegt hingegen bei lediglich 0,9 bis 1,0 MJ/l.</p>
<p><strong>Vergleich der Kapazitätsfaktoren</strong></p>
<p>Solar- und Windenergie fallen wie erwähnt unregelmäßig und in Abhängigkeit von Witterungsverhältnissen an. Dazu ist der Vergleich der Energien auf Basis des <strong>Kapazitätsfaktors</strong> sehr aussagekräftig. Darunter versteht man das Verhältnis der tatsächlich von einer Windkraft- oder Solaranlage erzeugten Energie zu der Energiemenge, die die jeweilige Anlage bei durchgehendem Betrieb unter Volllast (oder anders gesagt: Bei Nennleistung) bezogen jeweils auf ein Jahr hätte produzieren können. Dieser Wert entspricht auch der Anzahl der Volllaststunden bezogen auf 8.760 Jahresstunden. Mit Angaben aus verschiedenen Quellen lässt sich das grob so zusammenfassen:</p>
<p>-          Für <em>Windkraftanlagen</em> in Mittteleuropa werden tatsächlich erreichte Werte angegeben in einem Bereich von 15% bis 30% (was 1.300 bis 2.600 Volllaststunden pro Jahr entspricht).</p>
<p>-          Schlechter sieht es für die <em>Solaranlagen</em> aus, hier werden für Deutschland und Österreich Werte von lediglich 10% bis 13% genannt (was auf 950 bis 1.150 Vollaststunden hinausläuft).</p>
<p>Zum Vergleich: Werte für Kernkraftanlagen habe ich nicht recherchiert, aber ich schätze deren Kapazitätsfaktor unter Berücksichtigung der Stillstandszeiten für Revisionen oder Reparaturen mit etwa 90% (was ca. 7.900 Volllaststunden entsprechen würde).</p>
<p><strong>Energie aus Erneuerbaren ist teuer</strong></p>
<p>Ganz grob gesagt liegt daher die Situation vor, dass sowohl für die Nutzung von Windkraft, als auch für die Erzeugung von Solarstrom im Verhältnis große und damit teure Anlagen errichtet werden müssen. Darin liegt auch der Grund, dass Solar- und Windkraftanlagen zur Errichtung finanzielle Förderungen benötigen. Oder aber sie werden in Versorgungsgebieten gebaut, in denen derart hohe Strompreise lukriert werden können, dass sich finanzielle staatliche Förderungen erübrigen. Mit anderen Worten: Die Stromkunden zahlen die Förderungen über den Strompreis. Jeder, der an Windkraftanlagen vorbeifährt – oder an großen PV-Feldern – sollte sich den  Merksatz vorsagen: Hier wird Strom teuer gemacht!</p>
<p><strong>Irgendwann ist aber Schluss …</strong></p>
<p>In einem früheren Blog-Beitrag wurde anhand des deutschen Beispiels eines fortdauernden Ausbauprogramms für Sonne und Wind gezeigt, dass die praktische Nutzung dieser „Zufallsenergien“ allmählich an eine Decke stößt. Das heißt konkret, dass das Stromnetz eine Kapazitätsgrenze erreicht, ab der zusätzlich errichtete Leistung im Netz nicht mehr untergebracht werden kann. Es wurde auch gezeigt, dass ein steigender Anteil der gewonnenen erneuerbaren Energie negative Erlöse bringt, was heißt, dass man dem Kunden dafür zahlen muss, dass er Strom abnimmt. Das kommt einer Umkehrung der ursprünglichen Absicht einer möglichst kostengünstigen Energieerzeugung gleich („Die Sonne schickt keine Rechnung!“).</p>
<p><strong>… und was geschieht dann?</strong></p>
<p>Man muss kein Prophet sein, um sich ausmalen zu können, was in letzter Konsequenz geschehen könnte. Nämlich genau das, was in Deutschland durch ideologisch begründeten Ausstiegsbeschluss zur Vernichtung von funktionsfähigem Volksvermögen geführt hat:  Die Stilllegung eines Kernkraftwerks mit dem Höhepunkt der Sprengung eines Kühlturms, die von einer johlenden Zuschauermenge bejubelt wurde. Was ich fürchte, ist, dass das absehbare und den tatsächlich bestehenden Bedarf übersteigende Angebot an Wind- und Solarenergie dazu führen könnte, dass etliche der betriebenen Anlagen letztlich zu einer betriebs- oder volkswirtschaftlichen Belastung werden und entfernt werden müssen, weil sie mehr Kosten verursachen, als sie Nutzen bringen. Es geht dann nicht mehr um Fragen der Ideologie oder um die Unbeugsamkeit von Naturgesetzen, sondern schlicht um Fragen der Wirtschaftlichkeit, anders gesagt um viel verlorenes Geld. Ob dann (außer allen um das Landschaftsbild Besorgten) jemand jubelt?</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Der Unterschied zwischen Befähigung und Befugnis</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2026 08:02:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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(IRS) – Für den flüchtigen Leser handelt es sich bei diesen beiden Begriffen um Bezeichnungen mit austauschbaren Bedeutungen. Für Freiberufler und Unternehmer jedoch, aber auch für Gerichtssachverständige, sind sie fein säuberlich auseinanderzuhalten und von wesentlichem Gewicht für den Zugang zum jeweiligen Beruf und zur Ausübung desselben. Denn ohne ausführliche Nachweise sowohl von Befähigung und als [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-7102" title="Polizeimütze" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Polizeimütze-150x150.png" alt="Mütze" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS) – Für den flüchtigen Leser handelt es sich bei diesen beiden Begriffen um Bezeichnungen mit austauschbaren Bedeutungen. Für Freiberufler und Unternehmer jedoch, aber auch für Gerichtssachverständige, sind sie fein säuberlich auseinanderzuhalten und von wesentlichem Gewicht für den Zugang zum jeweiligen Beruf und zur Ausübung desselben. Denn ohne ausführliche Nachweise sowohl von Befähigung und als auch von Befugnis läuft da gar nichts. Staatliche Institutionen und öffentliche Körperschaften wachen darüber sehr genau. Aber auch im täglichen Leben hat der Unterschied zwischen Befähigung und Befugnis Bedeutung.</p>
<p><span id="more-11630"></span></p>
<p><strong>Unternehmer</strong></p>
<p>Auf meinem Berufsweg bin ich an drei wesentlichen Stationen vorbeigekommen, die mit dem Thema zu tun hatten. Die erste: Als Prokurist und später handels- und gewerberechtlicher Geschäftsführer eines kleinen Unternehmens musste ich die Gewerbeberechtigungen und Konzessionen (also die Befugnisse) besitzen, um den Betrieb entsprechend führen zu können. Dazu musste ich die notwendigen Kenntnisse besitzen (also die Befähigungen haben). Der Nachweis letzterer erfolgte durch Vorlage von Zeugnissen, Studienabschlüssen, Praktika und anderer Dokumente. Die zuständige Behörde dafür war das Gewerbereferat der Bezirkshauptmannschaft (In Städten mit eigenem Statut: Die Magistrate), das zusammen wirkte mit der Wirtschaftskammer.</p>
<p><strong>Freiberufler</strong></p>
<p>Meine zweite berufliche Station war der „Staatlich befugte und beeidete Zivilingenieur für Maschinenbau“. Dazu mussten wiederum fleißig Urkunden und Dokumente gesammelt werden: Neben all den üblichen Personenstandsnachweisen eine Zusammenstellung der erforderlichen Praxiszeiten, nicht vorgeschrieben, aber notwendigerweise Teilnahme an einem 14tägigen Vorbereitungskurs, erfolgreiche Ablegung einer kommissionellen Prüfung unter Vorsitz eines höheren Beamten zum Nachweis der Befähigung, dann Eidablegung und Erteilung der Befugnis mit Übergabe der entsprechenden Urkunde. Zuständige Behörde: Ministerium, Durchführung im übertragenen Wirkungsbereich durch das Amt der Landesregierung im Zusammenwirken mit Architekten- und Ingenieurkammer.</p>
<p><strong>Sachverständiger</strong></p>
<p>Die dritte Station beruflicher Tätigkeit: „Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger“ für den eigenen Berufsbereich. Auch hier wieder die schon vorhin geschilderte Vorgangsweise: Nachweise für die Berufserfahrung in ausreichendem Umfang, Auch hier wieder Teilnahme an einem Vorbereitungsseminar (nicht notwendig, aber aufgrund des Vortragsinhalts zum rechtlichen Rahmen der Tätigkeit unbedingt erforderlich), erfolgreiches Ablegen einer kommissionellen Prüfung durch Fachkollegen unter Vorsitz eines Richters (alles zum Nachweis der Befähigung), sodann Vereidigung und Eintragung in die Sachverständigenliste des zuständigen Landesgerichts. Zuständige Institution: Justizministerium in Zusammenwirken mit Landesgericht und Sachverständigenverband. Anzumerken ist, dass für Freiberufler seit mehreren Jahren die Prüfung der Fachkenntnisse entfallen kann.</p>
<p><strong>Kontrollen</strong></p>
<p>Freiberufler und Sachverständige tragen im Hinblick auf die von ihrer Arbeit Betroffenen sehr hohe Verantwortungen. Deshalb sind diese Berufe (Im Fall Sachverständige: Nebenberufe) auch sehr streng geregelt. Dazu gehört auch, dass es Standesregeln gibt, auf deren Einhaltung sehr genau geachtet wird. Als Mitglied eines Disziplinarausschusses für Ziviltechniker, wie sie von den Kammern geführt werden, kann ich bestätigen, dass Beschwerden von Kunden und Klienten über die Arbeit von Kollegen sehr genau nachgegangen wird. Die Konsequenzen für Verstöße gegen Standesregeln können sehr hart sein und im äußersten Fall bis zum Berufsverbot gehen.</p>
<p><strong>Sinn (und Unsinn) von Berufsregulierungen</strong></p>
<p>In Österreich (und wahrscheinlich weitgehend in ganz Europa) haben es wir generell mit sehr strengen Regulierungen in Wirtschaftssparten zu tun, in denen ohne entsprechende Regeln  Klienten und Konsumenten ansonsten zu Schaden kommen könnten. Darin liegt ein großer Unterschied zu Ländern mit freierer Wirtschaftsordnung, zum Beispiel mit weitgehender Gewerbefreiheit. Es braucht aber ein ständig wachsames Auge der Berufsausübenden, dass sich die zur Regulierung notwendige Bürokratie nicht in bisherige Freiräume ausweitet, sondern dass als wenig sinnvoll oder gar hinderlich erkannte Bestimmungen abgeschafft werden.</p>
<p><strong>Befähigung ohne Befugnis</strong></p>
<p>Das Bild von Befähigung und Befugnis begegnet uns auch im Alltag. Das im Bild zu sehende alte „Amtskappl“ kennt jeder. Es ist zusammen mit der Uniform der „Ausweis“ für die Befugnis eines Polizisten, zum Beispiel den Straßenverkehr anzuhalten. Die Befähigung dazu hat er nach Beendigung seiner Ausbildungszeit erhalten. Ein Polizist außer Dienst und in Zivil hätte zwar die Befähigung, in den Straßenverkehr einzugreifen, aber mangels Uniform fehlt ihm streng genommen dazu die Befugnis: Man würde ihn einfach nicht ernst nehmen. – Diesem Zustand der Befähigung ohne Befugnis begegnet man anderswo unter einem besonderen Namen: Pfusch. So nennt man im gewerblichen Wirtschaftsbereich berufliche Aktivitäten von Personen, die zwar befähigt sind, diese auszuüben, aber die dafür notwendige Befugnis nicht besitzen …</p>
<p><strong>Befugnis ohne Befähigung</strong></p>
<p>Wenn wir unsere Gedankenspielerei fortsetzen: Wo begegnen wir Befugnis ohne Befähigung? Ich will hier einmal den Fall ausschließen, dass sich jemand in einen verantwortungsvollen Beruf wie Arzt, Therapeut oder ähnliches „hineinschleicht“, ohne dazu die Befähigung zu besitzen. Beispiele dafür finden wir ja hin und wieder in den Medien. – Aber was ist mit der auch hierzulande noch zu oft erkennbaren „Freunderlwirtschaft“? Wenn mangelnde Befähigung mit unverdienter Befugnis zusammentrifft, kann jemand noch so bemüht sein, zu oft können Qualitätsverlust, Behinderung oder gar Stillstand die Folge sein. – Ein eher lustiges Beispiel für Befugnis ohne Befähigung fände sich in dem Fall, dass ein Dreijähriger zu einem Fußgängerübergang kommt; Er hätte zwar die Befugnis, den heranfahrenden Vierzigtonner mit Hilfe der Fußgängerampel zu stoppen, allein, es fehlt ihm die Befähigung, den Druckknopf zu erreichen …</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Gorillas in unserer Mitte</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2026 09:16:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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(IRS) – Ein Befund ist der zentrale Bestandteil eines Gutachtens. Ohne einen Befund kann es keine gutachterlichen Schlussfolgerungen geben, die unumgängliche Voraussetzung für die Beantwortung der Fragen aus dem Gutachtensauftrag sind. Sofern nicht die – sehr seltene – Vorgabe gilt, dass vom Befund eines Dritten auszugehen ist, wird der beauftragte Sachverständige im Befund seine persönlichen [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-11625" title="Gorillas" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Gorillas-150x150.png" alt="Gorillas" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS) – Ein Befund ist der zentrale Bestandteil eines Gutachtens. Ohne einen Befund kann es keine gutachterlichen Schlussfolgerungen geben, die unumgängliche Voraussetzung für die Beantwortung der Fragen aus dem Gutachtensauftrag sind. Sofern nicht die – sehr seltene – Vorgabe gilt, dass vom Befund eines Dritten auszugehen ist, wird der beauftragte Sachverständige im Befund seine persönlichen Feststellungen treffen und sich daher auf seine eigenen Wahrnehmungen verlassen. Eingedenk seiner Sorgfaltspflicht wird er nach der Wahrheit suchen und bemüht sein, dabei keiner Täuschung zu unterliegen.</p>
<p><span id="more-11624"></span><strong>Gefahr von Schnellsch(l)üssen</strong></p>
<p>Das ist angesichts der verborgenen Komplexität vieler Aufgaben nicht immer so einfach, wie es sich zu Beginn der Bearbeitung oft darstellt. Jeder Auftrag ist einzigartig. Und manchmal ist das Sammeln und Sortieren von Informationen derart schwierig, dass im Suchen nach Orientierung heftig im eigenen Erfahrungsschatz gekramt wird. Wie in diesem Blog schon mehrmals erwähnt, kann sich vormals Erlebtes jedoch als unpassender Stolperstein erweisen: Täuschungen und in Folge vorschnelle Schlüsse auf Grundlage scheinbar ähnlicher Fälle oder Sachverhalte können den richtigen Lösungsweg arg blockieren. Im günstigen Fall werden solche Fehler noch vor der Abgabe des Gutachtens entdeckt, jedenfalls ist lästiger Korrektur-Aufwand die Folge.</p>
<p><strong>Druck auf Übereinstimmung</strong></p>
<p>In bestimmten Fällen wird in Gutachtenserörterungen vom Sachverständigen besonders gute Standfestigkeit gefordert, vor allem dann, wenn das Ergebnis den – vielleicht auch unausgesprochenen – Erwartungen des Gerichts nicht entsprochen hat. Aber auch dann sind Nachgeben, Einknicken oder Selbstverleugnung für einen Sachverständigen nie eine Option. Der Widerstand zumindest einer der Streitparteien eines Verfahrens ist im Regelfall zu erwarten, gehört also dazu. Den Standpunkt gegen Widerstände aufrecht zu halten kann dann sehr hart werden, wenn ein Sachverständiger damit rechnen muss, von einer nicht mit dem Gutachten einverstandenen Partei vor Gericht gezerrt zu werden. Nebenbei angemerkt: Es mag sein, dass derartige Tendenzen nicht unwesentlich zum aktuellen Mangel an Sachverständigen beigetragen haben.</p>
<p><strong>Der Asch-Effekt …</strong></p>
<p>Im Zusammenhang mit dem Verharren auf dem als richtig erkannten Standpunkt ist folgendes interessant: Solomon Elliot Asch (1907 – 1996) war ein amerikanischer Gestaltpsychologe mit polnischen Wurzeln. Ein nach ihm benanntes Experiment bezieht sich auf das Bestreben oder die Neigung von Menschen, ihre eigene Wahrnehmung, ihr Urteil oder ihre Meinung nach der Mehrheit auszurichten, selbst wenn diese erkennbar nicht den Tatsachen entspricht. Bereits im Jahre 1951 setzte er dazu eine Versuchsreihe auf: Acht Personen bekamen je eine Karte mit einer Referenzlinie und drei Vergleichslinien A, B und C. Die Personen sollten angeben, welche der Linien gleich lang sei wie die Referenzlinie (richtige Antwort: C).</p>
<p><strong>… und der Zwang zur Konformität</strong></p>
<p>Entscheidendes Detail: Nur eine der im Raum anwesenden acht Personen war eine echte Testperson, die übrigen waren Schauspieler. Die Testperson wurde als Letzte oder Vorletzte gefragt. Die Schauspieler wurden angewiesen, gemeinsam eine falsche Antwort zu geben, nämlich B. Es fanden mehrere Fragerunden statt, danach auch mit anderen Testpersonen. Das Resultat? <em>76 % der Befragten passten sich wenigstens einmal der falschen Meinung der Mehrheit an! Nur 24 % der Teilnehmer blieb standfest!</em> Sieht man sich das Ergebnis insgesamt an, stimmten die Teilnehmer in etwa 32 % bis 37 %  der Durchgänge der Mehrheit zu.</p>
<p><strong>Was waren die Gründe für dieses Ergebnis?</strong></p>
<p>Es lassen sich wahrscheinlich mehrere Auslöser anführen, die zum genannten Resultat geführt haben, aber als Hauptgründe wurden genannt:</p>
<p><em>Normative Einflüsse:</em> Diese beziehen sich darauf, dass die Testpersonen schlicht und einfach zur Gruppe dazugehören wollten du zugleich auch eine gewisse Angst vor Ablehnung gespürt haben mögen. Man könnte auch sagen, dass die Testpersonen nicht „negativ“ auffallen wollten;</p>
<p><em>Informative Einflüsse:</em> Die können darin bestehen, dass die Testperson Zweifel bekommt an der eigenen Wahrnehmung, oder aber, dass sie vermutet, die anderen Anwesenden könnten wider Erwarten doch Recht haben oder aber, sie könnten bessere Informationen besitzen.</p>
<p><strong>Täuschung durch Überzeichnen wichtiger Faktoren</strong></p>
<p>Eine andere Gefahr für die Gutachtensarbeit kann darin bestehen, dass sich der Sachverständige in Bezug auf ein Ergebnis so sehr in seine Vorstellungen oder Erwartungen hineinversetzt, dass er Widersprüche, Warnsignale oder gegenläufige Hinweise glatt übersieht. Aus dem eigenen Erleben kann ich berichten, dass in der Erstellung eines Gutachtens die intensive Beschäftigung mit einem vermeintlich wichtigen Aspekt dazu geführt hat, dass nach angemessener „Ruhezeit“ von ein, zwei Tagen und kritischer Überprüfung des Erstellten ein gesamtes Kapitel des Gutachtens ersatzlos gestrichen werden musste, weil es für das Ergebnis einfach nicht relevant war …</p>
<p><strong>Gorillas in unserer Mitte …</strong></p>
<p>Im Jahr 1999 veröffentlichten zwei Forscher der Universität Illinois, Christopher Chabris und Daniel Simons, die Ergebnisse ihrer Untersuchungen und Experimente betreffend die Aufmerksamkeit von Menschen. Die beiden Forscher zeigten in ihrer Publikation, dass Menschen, die sich auf eine Sache konzentrieren, leicht eine andere Sache übersehen können, die sich in ihrem Blickfeld abspielt. Die Versuchspersonen einer Reihe von Experimenten hatten die Aufgabe, die Anzahl der richtigen Fänge in einem Ballspiel zwischen zwei Mannschaften zu zählen. Während des Spiels lief eine als zotteliger Gorilla verkleidete Person quer über das Spielfeld: Nur etwa die Hälfte der Testpersonen bemerkte diese Figur!</p>
<p><strong>,,, und die „</strong><strong>Unaufmerksamkeitsblindheit“.</strong></p>
<p>So nennt man diesen Effekt mittlerweile. Seine Existenz wurde auch in ähnlichen Versuchen anderer Wissenschaftler bestätigt. – Ich denke, dass nicht nur Sachverständige, sondern alle geistig-schöpferisch Tätigen und alle jene, die sich unter Einsatz ihrer natürlichen Intelligenz intensiv mit schwierigen Aufgaben beschäftigen, etwa mit komplexen Problemlösungen, diese „Unaufmerksamkeitsblindheit“ aus eigener Erfahrung nur allzu gut kennen. Wir dürfen vermuten, dass im Gegensatz dazu Künstliche Intelligenz dieses menschliche Problem nicht hat. Künstliche Intelligenz ist jedoch der Gorilla, der gerade quer durch die Szenerie läuft. Frage: Gilt ihm unsere Aufmerksamkeit in ausreichendem Maße?</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>„Verstehen Sie Bahnhof?“</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Oct 2026 10:45:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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(I(IRS) – Gestern bei einem Jazz-Abend in unserer regionalen Kleinstadt. Der Jazzkeller im Kulturzentrum dicht besetzt, gutes Programm, gute Stimmung, beachtliche Leistungen der lokalen Künstler. Weitgehend Amateure, vielleicht einige Semi-Professionelle dabei. Insgesamt sehr positiver Eindruck. Für mich jedenfalls, denn ein bissel Wissen über die unterschiedlichen Stile und Bedeutung wie Hintergrund der dargebotenen Nummern bringe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_11608" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-11608" title="Lokomotivräder" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Lokomotivräder-150x150.png" alt="Lok" width="150" height="150" /></dt>
</dl>
</div>
<p>(I(IRS) – Gestern bei einem Jazz-Abend in unserer regionalen Kleinstadt. Der Jazzkeller im Kulturzentrum dicht besetzt, gutes Programm, gute Stimmung, beachtliche Leistungen der lokalen Künstler. Weitgehend Amateure, vielleicht einige Semi-Professionelle dabei. Insgesamt sehr positiver Eindruck. Für mich jedenfalls, denn ein bissel Wissen über die unterschiedlichen Stile und Bedeutung wie Hintergrund der dargebotenen Nummern bringe ich mit. Aber wenn da einer kommen sollte, der über das, was gespielt wird, mehr wissen will, versteht er angesichts fehlender Einleitungen und hilfreicher Kommentare nur Bahnhof …</p>
<p><span id="more-11607"></span></p>
<p><strong>Vorab eine Erläuterung</strong></p>
<p>Angesichts des Gewichts des Themas, was weiter unten zur Sprache kommen wird, sehe ich mich genötigt, dem kritischen Leser und der klugen Leserin sicherheitshalber gleich vorab folgende Erläuterung zu unterbreiten: Der Ausdruck „Ich verstehe Bahnhof“ bezieht sich nicht auf einen dieser Zweckbauten, die für geordneten Verkehr auf Schienennetzen unerlässlich sind, sondern bedeutet so viel wie „Ich verstehe gar nichts.“ Wie sich jeder anhand einer raschen Recherche überzeugen kann, dürfte dieser hierzulande fallweise verwendete Spruch auch im ganzen deutschen Sprachraum verbreitet sein, wobei über seinen Ursprung allerdings Unklarheit herrschen soll.</p>
<p><strong>Wir setzen oft zu viel voraus</strong></p>
<p>Meine einleitenden Sätze sind kein Vorwurf an Veranstalter oder Ensembles, die Veranstaltung hat meine Erwartungen in der Tat weit übertroffen! Und was „unbedarfte“ Hinzukommende betrifft, könnten die sich ja zumindest in das Konzerterlebnis fallen lassen, und – wenn nötig – nachher an die Nebensitzenden Fragen stellen. Dennoch stößt das Erlebnis den Gedanken an, dass wir im Austausch von Informationen – ja in Kommunikation überhaupt – viel zu oft einen gravierenden Fehler machen: Wir setzen bei dem, der unsere Botschaft empfängt, zu viel Wissen voraus! Wir übersehen, dass zum Verständnis unserer Botschaft nötiges Wissen oft schlicht nicht vorhanden ist, vielfach gar nicht vorhanden sein kann. Und was uns Techniker betrifft: Wir gehören mit zu denen, die dieser Fehleinschätzung  häufig unterliegen!</p>
<p><strong>Die Abholung verpasst</strong></p>
<p>Sind Sie schon einmal neugierig und in freudiger Erwartung des Kommenden in einem Vortrag gesessen? Bestimmt! Haben Sie erlebt, dass die Freude spätestens nach der ersten Viertelstunde weg war? Ist mir nicht nur einmal passiert. Und die Ursache lag nicht in der schlechten Vorbereitung des Redners oder in seiner inspirationslosen oder zu monotonen Vortragsweise, nein! Sondern es lag entweder daran, dass er versäumte, uns Zuhörer „abzuholen“ und uns dann Schritt für Schritt zum Kern seiner Ausführungen zu begleiten. Stattdessen warf er sich mitten in die Erörterung eines Problems, mit dem die Zuhörer wenig bis nichts anzufangen wussten und tat sich darin ausführlich um. Mit dem Effekt, dass sich Verwirrung ausbreitete und keiner recht wusste, worum es jetzt tatsächlich ging. Aus dem zeitlichen und finanziellen Aufwand, den ein Besucher zur Teilnahme betreiben musste, ließ sich keinerlei Nutzen ziehen. Sehr schade um die Zeit! Ein Extrembeispiel, gewiss, aber auch eine Warnung an all zu saloppe Redner, oder an alle, die sehr tief mit einer Sache verfangen sind. Und eine Aufforderung, sich vor einer Äußerung erst einmal in die Schuhe des Zuhörers zu stellen.</p>
<p><strong>Unerklärte Fachbegriffe</strong></p>
<p>Oder aber es lag eine andere Situation vor: Die Abholung war zwar geglückt, aber gleich danach erwiesen sich einige vom Redner ins Gefecht geworfene Fachbegriffe oder Fremdworte als unerwartete Stolpersteine für das Verständnis der Zuhörerschaft, und als ärgerliches Hindernis, den Darlegungen mit Gewinn folgen zu können. Leider verhält es sich doch so, dass schon ein einziges nicht erklärtes, aber für den Vortrag entscheidendes Schlüsselwort den gesamten Vortrag von Vorfreude zu einer Erfahrung tiefer Unzufriedenheit und Frustration wandeln kann. Das umso mehr dann, wenn der Vortrag keine Möglichkeit unmittelbarer Rückfragen oder Verständnisfragen vorsieht. Dazu kommt noch das Hemmnis, dass viele gar nicht erst zu fragen wagen getreu der verbreiteten Fehlvorstellung: „Wer fragt, ist dumm!“ (In der angelsächsischen Sphäre verhält es sich genau umgekehrt: „Wer nicht fragt, ist dumm!“).</p>
<p><strong>Sachverständige beachten das Umfeld …</strong></p>
<p>Gerichtssachverständige haben zwar nicht unbedingt die Aufgabe, Vorträge zu halten, aber auch sie tun beispielsweise gut daran, in Blick zu behalten, was im (menschlichen) Umfeld eines Gerichtsverfahrens vor sich geht. Es genügt zur Erledigung eines Auftrags oft nicht, quasi bürokratisch und stur bloß zu den gegebenen Fachfragen Stellung zu beziehen. Durch direkte und oft intensive Kontakte – wie sie etwa bei örtlichen Befundaufnahmen vorkommen – erhalten Sachverständige Einblicke in Denkweisen, Motive und Nöte von Betroffenen, die dem Gericht verborgen bleiben. Aus dieser Kenntnis heraus ist es einem Sachverständigen gut möglich, dem Richter, der Richterin, oder den Parteienvertretern hilfreiche Vorschläge zu Vergleichsmöglichkeiten zu machen oder gangbare Wege für die Beschleunigung eines Verfahrens aufzuzeigen.</p>
<p><strong>… und äußern sich verständlich</strong></p>
<p>Es gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten eines erfolgreichen Experten, jegliche Äußerungen – ob diese nun mündlich oder schriftlich erfolgen – in einer Weise zu gestalten, dass sie für einen Laien nachvollziehbar und verständlich sind. Darauf wurde in diesem Blog oft genug hingewiesen. Dazu gehört die Vermeidung von jeglichem Fachkauderwelsch und die Erklärung von verwendeten Begriffen, wenn diese einem durchschnittlich gebildeten Mitmenschen nicht geläufig sein müssen. Es gibt aber auch Worte, die in einem Gutachten eine andere als die übliche Bedeutung zugewiesen bekommen, auch diese sind exakt zu definieren. In meiner Erfahrung ist all diesen Anforderungen dadurch Genüge getan, dass man einen Nicht-Fachmann – z. B. einen nicht damit befassten Mitarbeiter oder ein Familienmitglied – das fertige Gutachten durchlesen lässt, was rasch einen Verbesserungs-Bedarf aufzeigen kann …</p>
<p><strong>Was sich auch bewährt hat</strong></p>
<p>Insbesondere in mündlichen Erörterungen von Gutachten kann es eine gute Praxis sein, den Teilnehmern vorab wichtig erscheinende Informationen zu geben, oder aber auch rhetorische Fragen zu stellen, die die Parteien im Zuge der Erörterung haben könnten, besonders wenn diese zentrale Streitpunkte behandeln. Solche Dramaturgie widerspricht wahrscheinlich dem natürlichen Verhalten des Sachverständigen, das eher auf nüchternes Gespräch aus ist, kann aber der oft latenten Spannung im Raum die Spitze nehmen. Denn den Teilnehmern wird damit signalisiert, dass der Sachverständige selbstverständlich gewillt und sattelfest vorbereitet ist, die heißen Eisen anzupacken, aber alles halt schön der Reihe nach.</p>
<p><strong>Begleitende Betreuung</strong></p>
<p>Zurückkommend auf das anfangs erwähnte Konzert sei noch erwähnt, dass sich professionell organisierte Kulturereignisse hierzulande durch ein sehr hohes Maß – um nicht zu sagen: Übermaß – an begleitenden Informationen auszeichnen, sodass jeder Interessierte in jedem Stadium weiß, was ihn erwartet: Erstens sind bereits die ersten Ankündigungen detailliert, zweitens liegen während der Aufführungen hilfreiche Programmhefte und Beschreibungen bereit oder es gibt gute Conferenciers oder Moderatoren, und drittens bekommt man zwei, drei Tage danach in der Presse genau kommentiert, was man da gesehen oder gehört hat. – Amateuren wird zwar niemand einen solchen Aufwand zumuten wollen, aber das eine oder andere ließe sich von den Profis doch abschauen …</p>
<p><strong>&#8212;</strong></p>
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		<title>Alternative Zukunftsbilder</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2026 15:14:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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(IRS) – Eine Jahreszeit der Wünsche verbinden wir gedanklich vermutlich eher mit den Wochen vor Weihnachten. Ein bewusstes Nachdenken über Wünsche und Vorstellungen, soweit diese die Zukunft betreffen, ist wohl zu jeder Saison richtig. Für alle jene, die Träger von Verantwortung sind, vom Politiker über den Unternehmer bis hin zum Familienvorstand, ist es notwendig. Hier [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Eine Jahreszeit der Wünsche verbinden wir gedanklich vermutlich eher mit den Wochen vor Weihnachten. Ein bewusstes Nachdenken über Wünsche und Vorstellungen, soweit diese die Zukunft betreffen, ist wohl zu jeder Saison richtig. Für alle jene, die Träger von Verantwortung sind, vom Politiker über den Unternehmer bis hin zum Familienvorstand, ist es notwendig. Hier nun folgen aus subjektiver Sicht einige Überlegungen, welche politischen, gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Zukunfts-Entwicklungen wünschenswert und schön wären, eingeschränkt auf den eigenen technisch durchfärbten Wissens- und Erfahrungsbereich.</p>
<p><span id="more-11602"></span></p>
<p><strong>Vorbemerkung</strong></p>
<p>Die Begriffe „Visionäres Denken“ oder „Eine Vision haben“ kann ich mit der österreichischen Politik derzeit nicht verbinden. Vielleicht ist es auch Vorsicht, weil sich niemand die Finger verbrennen will: Denn dem deutschen  Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde einstens der Ausspruch „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ zugeschrieben. Schmidt dachte wohl an Schreckensbilder, die jemand haben kann, der im Fieberwahn liegt. Wenn hier von Visionen die Rede ist, sind damit jedoch wünschenswerte Zukunftsbilder gemeint, Projektionen, die Freude machen und zur Tatkraft anspornen, das Gesehene in die Wirklichkeit umzusetzen.</p>
<p><strong>Ausgangspunkt</strong></p>
<p>Bevor wir einen Blick auf Zukunftsbilder werfen, müssen wir uns darüber zumindest halbwegs einig sein, von welchem Standpunkt wir ausgehen. Ich denke, dass die größte Herausforderung auf dem Weg zu einem wünschenswerten Zukunftsbild genau darin besteht, nämlich zu einem gemeinsamen Bild der Verhältnisse zu kommen, in denen wir tatsächlich leben. Das ist besonders schwierig für Menschen, die sich ausschließlich über die Massenmedien informieren, also über Fernsehen und Zeitungen, und nur zu einem eher geringen Grad über soziale Medien. Wir dürfen davon ausgehen, dass wir dabei von der weit überwiegenden Mehrheit reden. Diese Medien sehe ich – zu meinem Leidwesen – immer weniger als Berichterstatter, die stets fein säuberlich in Tatsachenbericht und Kommentar trennen, sondern zunehmend als Akteure, die eine bestimmte Agenda verfolgen.</p>
<p><strong>Kühle Nüchternheit</strong></p>
<p>Und hier startet die erste Zukunftsvision: Menschen, die nicht sklavisch pünktlich vor einer ZIB sitzen, um die neueste Indoktrination aufzusaugen, sondern Leute, die Botschaften aus dem Kasten grundsätzlich kritisch sehen, diesen Kasten vielleicht sogar rauswerfen. Leute, die sich dann ganz eigenständig über viele andere Quellen informieren und sich ein eigenes, kritisches Bild formen. Und die die guten Bücher lesen. Für den Anfang z. B. diese besondere Empfehlung: Hans Rosling (und Familie) &#8211;  „Factfulness – Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.“ Hans Roslings Anliegen war es, „die Denkweise der Menschen zu verändern, ihre irrationalen Ängste zu lindern und ihre Energie in konstruktives Handeln umzulenken.“ Oder als weitere Empfehlung die Bücher von Björn Lomborg, die den ökonomischen und gesellschaftlichen Stellenwert des Klimawandels zurechtrücken. Beide erwähnten Autoren sind Skandinavier, ich liebe deren kühle Nüchternheit!</p>
<p><strong>Gepflegte Diskussion</strong></p>
<p>Die zweite Vision ist eine Folge der ersten: Rückkehr zur gepflegten und die Persönlichkeit von Kontrahenten wertschätzenden Diskussion. Das ist – zugegeben – reines Wunschdenken für den, der heute Auseinandersetzungen verfolgt, denn hier regiert sehr oft als gängiger Spruch: „Warum sachlich bleiben, wenn es auch persönlich geht!“ Und dazu kommt noch die Richtung: Meine Meinung gilt, wer die Dinge anders sieht, ist Leugner, Heuchler, Rechtsradikaler etc. Ich freue mich im Gegensatz dazu auf eine Art Diskussion, in der Standpunkte nebeneinanderstehen können, in der die besseren Argumente gelten und in denen gemeinsam nach einem Höchstmaß an Wahrheit gesucht wird. Ich freue mich auch auf Menschen, die einsichtig sind und bereit, ihre Meinung zu ändern, ohne dabei ihre Grundsätze zu verletzen. Und auf Menschen, die noch Wert darauf legen, gute Umgangsformen aufrecht zu erhalten.</p>
<p><strong>Ohne Idiotien</strong></p>
<p>Im Angesicht der deutschen Energiepolitik frage ich mich, wie es soweit kommen konnte, dass ein angesichts seiner kulturellen und technischen Leistungen so bewundernswertes Nachbarvolk einer idiotischen Ideologie wie der Energiewende auf den Leim ging, die darin gipfelte, dass unter Jubelrufen der Zuschauer die Kühltürme eines Kernkraftwerkes gesprengt wurden. Ich wünsche mir jedenfalls für unser Land eine vernünftige Sicht, die auch klar sagt, dass großtechnische Nutzung von Wind- und Solarenergie letztendlich immer den elektrischen Strom teurer macht. Jedenfalls gehören die Kosten auch für Begleitmaßnahmen etc. immer auf den Tisch und genauso deren Auswirkungen auf den Strompreis. Ideologien um der Ideologie willen haben in dieser Vision jedenfalls nichts mehr verloren!</p>
<p><strong>Keine Konstruktivismen</strong></p>
<p>In der jahrelangen Klimadebatte sind weltweit Unsummen an Geldmitteln in Maßnahmen zum „Klimaschutz“ gepulvert worden. Bislang habe ich keine klare Kenntnis bekommen können davon, was der Einsatz dieser Gelder an Änderungen des Klimas bewirkt haben soll, weder national, noch weltweit. Habe ich etwas übersehen? Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Zum materiellen Aufwand, der hier betrieben wird, kommt noch die Wühlarbeit der Konstruktivisten: „System Change“ statt „Climate Change“. Die Gesellschaft soll neu ausgerichtet werden: Keine Flüge, kein Fleisch, keine fossilen Treib- und Brennstoffe, Konsumverzicht etc., etc., überhaupt würde eine neue Art des Kollektivismus erforderlich sein … In meiner Vision haben derartige auf kruden Denkmodellen und Ideologien beruhenden Einschränkungen einfach keinen Platz!</p>
<p><strong>Realitäten sehen</strong></p>
<p>Mehr Gelassenheit! Mehr Realitätsbezug! Vor allem das schätzen, was an Gutem vorhanden ist und es nicht zerstören! Das wäre meine (bescheidene) Vision, was technische Entwicklungen betrifft. Und mein dringender Wunsch an alle Gesetzgeber bis hinauf zur EU. In meinen Augen hat das aufgescheuchte und überflüssige Getue der für Gesetzgebung Verantwortlichen rund um das Thema Auto – Verbrenner und Elektro – mit überstürzten übertriebenen technischen Anforderungen (insbesondere was den Dieselmotor betriff) einerseits und besonders üppigen Förderungen andererseits zu den Problemen und Verzerrungen wesentlich beigetragen, an denen die europäische Autoindustrie zu tragen hat. So etwas darf nicht mehr vorkommen! Meine Vision: Verantwortliche denken nach, lassen Experten ran, informieren, entscheiden, und das alles schön eins nach dem anderen …</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Zwiegespräche zum Klimawandel</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Sep 2026 06:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
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(IRS) – Manchmal werden meine Gespräche mit langjährigen Bekannten – zumindest, soweit es  mich betrifft – von richtiggehenden Schockerlebnissen begleitet. Das sind in meinen Augen allesamt nette und tüchtige Leute, die auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken können. Auch handelt es sich durchwegs um Personen, die kritisch und differenziert zu denken gewohnt sind und mit denen [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Manchmal werden meine Gespräche mit langjährigen Bekannten – zumindest, soweit es  mich betrifft – von richtiggehenden Schockerlebnissen begleitet. Das sind in meinen Augen allesamt nette und tüchtige Leute, die auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken können. Auch handelt es sich durchwegs um Personen, die kritisch und differenziert zu denken gewohnt sind und mit denen es Spaß machen kann, zu diskutieren. Es gibt aber Themen, bei denen ich merke, dass sie auf eigenständiges Denken verzichten und wie selbstverständlich das wiederkäuen, was sie aus Medien immer wieder gehört und als gegeben übernommen haben.</p>
<p><span id="more-11589"></span><strong>Überzeugungen zum Klimawandel</strong></p>
<p>Meine Einschätzung ist folgende: Der durchschnittliche österreichische Staatsbürger, der seine Information fast ausschließlich aus dem konventionellen Medien-Markt bezieht, hat feste und – allem Anschein nach – unveränderliche Überzeugungen, etwa der folgenden Art:</p>
<p>-          Erstens: Der Klimawandel ist selbstverständlich menschgemacht. Beweis: Man hört in den Medien nichts anderes, also muss es stimmen.</p>
<p>-          Zweitens: Wir haben nicht nur eine Klimakrise, sondern bereits eine Klimakatastrophe. Beweis: Alle Wissenschaftler sagen das. Wer das nicht tut, ist bekanntlich ein Leugner.</p>
<p>-          Drittens: Verursacher dieser Klima-Krise oder Katastrophe ist das schädliche Klimagas CO2. Beweis: Der CO2-Gehalt der Luft steigt seit Beginn der Industrialisierung ständig an. Wir blasen zu viel davon aus und verpesten so unseren Lebensraum.</p>
<p>-          Viertens: Es ist seit Jahren immer heißer geworden, manche Sachen wachsen nicht mehr richtig. Beweis: Man sieht das an meinem Garten. Also muss alles vorher Gesagte richtig sein.</p>
<p><strong>Wie reagiere ich auf so etwas?</strong></p>
<p>Aussagen ähnlicher Art sind unlängst bei einem Gespräch mit einer Person gefallen, die ich sehr lange kenne und schätze und die ich in unregelmäßigen Abständen – so etwa zwei, drei Mal im Jahr – treffe. Wie reagiere ich richtig auf Gesprächsstoff, mit dem ich absolut nicht einverstanden bin? Vor allem: Was muss ich tun, um nicht ins Emotionale abzugleiten? Auf einen handfesten Streit wird es wohl kein vernünftiger Mensch ankommen lassen. Ich schon gar nicht, vor allem nicht mit einem Menschen, den ich seit vielen Jahren kenne und den ich schätzen gelernt habe. Um es vorwegzunehmen: Im Endergebnis konnte ich meine Emotionen zwar nicht zur Gänze in Zaum halten, aber wir sind wie bisher immer nach Diskussionen auch diesmal wieder als Freunde auseinandergegangen …</p>
<p><strong>Resignation ist jedenfalls keine Lösung</strong></p>
<p>Gehirnwäsche wirkt offensichtlich überall dort, wo Nachrichten aus Fernsehen und Presse ausreichen und wenn keine eigenständige Suche nach Wahrheit mehr stattfindet. Vielleicht ist die Mehrheit der Menschen wegen der allgemeinen Informationsflut einfach nicht interessiert oder auch gar nicht mehr in der Lage, etwas zu hinterfragen. Denn wem – so denken viele – ja wem sollte man schon Glauben schenken? – Für mich sind solche Gegebenheiten aber noch lange kein Grund, zu resignieren. Denn zumindest mein eigenes Umfeld kann ich bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Und vielleicht einige darüber hinaus, etwa über gut begründete Leserbriefe, sofern diese von den adressierten Zeitungen akzeptiert und abgedruckt werden.</p>
<p><strong>Zum Start: Fragen stellen  …</strong></p>
<p>Um einen wirren Diskussions-Brei von vornherein zu vermeiden, besteht für mich die beste Strategie darin, einfache Fragen zu stellen. Etwa so: „Zum Klimawandel: Hat es schon früher einmal Zeiten gegeben, in denen die Temperatur der Atmosphäre höher war als heute?“ dazu kann ich auf einen der ersten Berichte des IPCC verweisen, in dem gezeigt wird, dass dies in einem Abschnitt der Römerzeit und in einem Teil des Mittelalters der Fall war. Und wenn ich noch weiter zurückgehe: In der Zeit der Dinosaurier waren nicht nur die Temperaturen um 10 Grad C höher, sondern auch der CO2-Gehalt war sechs- bis zehnmal so hoch wie heute (Quelle: wetter.de, Artikel von Christian Häckl &amp; Oliver Scheel vom 18. Juni 2023).</p>
<p><strong> … und dazu immer wieder: Fakten präsentieren</strong></p>
<p>Einem Durchschnittsbürger wird vieles nicht geläufig sein, es gibt viel Meinung und wenig Wissen. Darum die nächste Frage: „Wieviel CO2 befindet sich in der Luft?“ Mein Freund schätzt nach kurzem Überlegen: „Zwei Prozent.“ Die richtige Antwort überrascht ihn, denn es sind nur ca. 0,04 Prozent, genauer mit Stand Ende 2025 waren es 425 ppm. Die Bedeutung dieser Abkürzung kennt er auch nicht, gemeint ist „parts per million“, also Teichen CO2 pro Million Teilchen Luft. Dividiert man andersherum eine Million durch 425, ergibt das einen Wert von 2.614. Das bedeutet: Der volumenbezogene Bestandteil von CO2 in der Luft ist kleiner als die Hälfte eines  Tausendstels! – Damit sind einmal ein paar Dimensionen zurechtgerückt.</p>
<p><strong>CO2 ist kein Giftgas</strong></p>
<p>Das permanente Getrommel der Massenmedien verführt den Konsumenten dazu, die Wirkung von CO2 als Bedrohung zu sehen, weil man diesem Lebensgas den Mantel als „Klimagas“ und damit als Schadstoff umgehängt hat. Faktum ist: Die Wirkung der menschgemachten Emissionen von CO2 auf die Atmosphäre – ob überhaupt und wenn ja wie sehr – ist immer noch eine ungelöste Streitfrage, zu der es unterschiedliche Ansichten gibt. – Jedenfalls lassen sich in zur „Schädlichkeit von CO2“ einige Fragen stellen: „Welchen CO2-Gehalt die Luft hat, die wir einatmen wissen wir, es sind 425 ppm. Welchen CO2-Gehalt hat die Atemluft, die wir ausatmen?“ Die Antwort meines Freundes: „Wahrscheinlich doppelt so viel.“ Das wären dann 850 ppm. Leider falsch geschätzt, denn es sind 40.000 ppm, anders gesagt: Vier Prozent! Und diese Luftqualität reicht immer noch aus, über Mund-zu-Mund-Beatmung einen Menschen am Leben zu erhalten.</p>
<p><strong>Unausgesprochene Ängste</strong></p>
<p>Vermutet werden kann, dass die immer wieder das Thema Klimawandel hochkochenden Medienberichte unbewusste Ängste schüren, etwa in der Art, dass zu viel CO2 zum Erstickungstod der Menschheit führen könnte. Das ist Blödsinn: Der kanadische Wissenschaftler und vielfache Autor Vaclav Smil hat in einem seiner Bücher darauf hingewiesen, dass es selbst nach Verbrennung aller verfügbaren Stoffe immer noch ausreichend Sauerstoff für die Menschheit geben würde. – CO2-Gehalte von bis 1.000 ppm sind gemäß Max Pettenkofer ohnehin unbedenklich, ab 2.000 ppm wird die Luft gemäß deutschem Umweltbundesamt hygienisch bedenklich, in der Praxis des Arbeitnehmerschutzes sind 5.000 ppm für eine Arbeitszeit von 8 Stunden zulässig, in Flugzeugen, U-Booten und in der Raumfahrt werden sogar noch geringfügig höhere Werte zugelassen.</p>
<p><strong>CO2 und Pflanzenwachstum</strong></p>
<p>Jeder Berufsgärtner weiß um die wachstumsfördernde Wirkung einer Umgebungsatmosphäre mit höherem CO2-Gehalt und setzt sie in Glashäusern auch gezielt ein. Die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre hat zu einem Ergrünen der Erde geführt: Vom Jahr 2000 bis 2017 hat die Blattfläche der Erde um 5 Prozent zugenommen, was der Fläche des gesamten Amazonas-Regenwaldes entspricht (Quelle: Deutsche Wirtschafts-Nachrichten, Artikel des Autors Jakob Schmidt vom 18.09.2023). Auch der weltweite Ackerbau wird durch diesen Anstieg begünstigt (Vielleicht wird man in einigen Jahren den großen CO2-Emittenten dafür dankbar sein, wer weiß?).</p>
<p><strong>Abschließende Bemerkungen</strong></p>
<p>Hier wiederhole ich mich: Der aktuelle Bericht AR6 des IPCC („Intergovernmental Panel on Climate Change“ der UNO, auch „Weltklimarat“ genannt) hat knapp 4.000 Seiten. Kein einziger Wissenschaftler verwendet dazu Begriffe wie „Klimakrise“, „Klimanotstand“ oder „Klimakatastrophe“. In der Zusammenfassung am Anfang des Berichts wird sogar darauf hingewiesen, dass diese Begriffe von den Medien gewählt worden sind (und nicht vom IPCC stammen). – Was die Beobachtungen im eigenen Garten betrifft: Veränderungen sind zweifellos gegeben, weil sich das Klima ändert, aber aus Einzelbeobachtungen sind nicht gleich absolute Wahrheiten ableitbar. Wir sollten stets vorsichtig sein, unser eigenes Erinnerungsvermögen könnte trügerisch sein &#8230;</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Der Wettlauf um Gasturbinen</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2026 19:08:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
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(IRS) – Nur Wenigen in der Öffentlichkeit dürfte bekannt geworden sein, welche immense Bedeutung Gasturbinen erreicht haben. Zurzeit gehört diese Art thermischer Turbomaschinen weltweit zu den begehrtesten Antrieben, weil sie neben dem Einsatz im wachsenden Flugzeugmarkt auch in stark zunehmenden Maß zur Erzeugung elektrischer Energie benötigt werden. Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage sind die Auftragsbücher [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-9671" title="Gasturbine" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Gasturbine-150x150.png" alt="Gasturbine" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS) – Nur Wenigen in der Öffentlichkeit dürfte bekannt geworden sein, welche immense Bedeutung Gasturbinen erreicht haben. Zurzeit gehört diese Art thermischer Turbomaschinen weltweit zu den begehrtesten Antrieben, weil sie neben dem Einsatz im wachsenden Flugzeugmarkt auch in stark zunehmenden Maß zur Erzeugung elektrischer Energie benötigt werden. Aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage sind die Auftragsbücher der bekannteren Hersteller auf Jahre hinaus prall gefüllt, die Liefertermine weisen dementsprechend enorme Längen auf und vielerorts wird drückender Mangel an Gasturbinen beklagt.</p>
<p><span id="more-11578"></span></p>
<p><strong>Wie Gasturbinen funktionieren</strong></p>
<p>Im Grunde sind Gasturbinen Rotationsmaschinen mit ein oder zwei zentrischen Wellen recht einfach „gestrickt“: Über einen Verdichter wird ein Luftstrom angesaugt, der in einer mit Öl oder Erdgas befeuerten Brennkammer erhitzt wird. Das entstandene Heiß gas wird anschließend über eine Turbine geleitet, die ihrerseits den Verdichter antreibt. Verdichter und Turbinen sind mit festen und rotierenden Schaufelkränzen versehen, in denen die Verbrennungsenergie umgewandelt wird. Der aus der Gasturbine austretende Gasstrahl treibt entweder ein Flugzeug vorwärts („Turbojet“) oder liefert über eine zusätzliche Turbine mechanische Energie, die über einen Generator zur Stromerzeugung genutzt werden kann.</p>
<p><strong>Was Gasturbinen attraktiv macht</strong></p>
<p>Gasturbinen zeichnen sich durch hohe Leistungsfähigkeit bei geringem Gewicht aus. Sieht man von kleinen Flugzeugen und wenigen Ausnahmen ab, sind deshalb Gasturbinen als Antriebe für Passagiermaschinen jeder Größenordnung praktisch die einzige in Frage kommende Wahl. Die vom Produktionsvolumen her gesehen größten Hersteller sind General Electric aus den USA und Rolls-Royce aus Großbritannien und Deutschland. Diese Art Turbomaschinen hat auch im militärischen Rüstungswesen ihren festen Platz: Sie ist genauso in Kampf- und Transportflugzeugen zu finden wie in Hubschraubern und – was der Öffentlichkeit weniger bekannt ist – auch in Kriegsschiffen und Panzern, wobei hier hauptsächlich von Flugzeugantrieben abgeleitete Modelle eingesetzt werden.</p>
<p><strong>Einzigartige Schnellstart-Eigenschaften</strong></p>
<p>Neben dem geringen Gewicht zeichnen sich diese Antriebe besonders durch hervorragende Schnellstart-Eigenschaften aus, die im militärischen Bereich genutzt werden: Einen Zerstörer der 10.000-Tonnen-Klasse vermögen seine vier ölbefeuerten Gasturbinen (mit zusammen etwa 80.000 PS) innerhalb von ein bis zwei Minuten vom Stillstand (Turbinen und Schiff!) auf eine Geschwindigkeit von 35 Knoten (etwa 50 km/h) zu beschleunigen. Genauso aber können gasturbinenbetriebene Generatoren in kürzester Zeit hochgefahren werden, sodass diese die unweigerlich auftretenden Stromlücken aus der Nutzung von Wind- und Sonnenenergie rasch ausgleichen können. Das macht sie auch in diesem Sektor sehr begehrt.</p>
<p><strong>Schwer- und Brennpunkt Stromerzeugung</strong></p>
<p>Gasturbinen werden in unspektakulärer Weise seit vielen Jahrzehnten zur Stromerzeugung eingesetzt, insbesondere in äußerst effizient arbeitenden Gas- und Dampfturbinen-(GuD) Kraftwerken. In Österreich findet sich am Standort Mellach in der Steiermark ein Beispiel dafür. In jüngster Zeit ist hier ein völlig neuer Einsatzbereich hinzugekommen: Zahlreiche, weltweit aus dem Boden gestampfte Rechenzentren für Künstliche Intelligenz. Mit deren Auftreten hat ein ungeheurer Hunger auf elektrische Energie eingesetzt und in der Folge ein Wettlauf um die am Markt ohnehin spärlich vorhandenen Gasturbinen.</p>
<p><strong>Rechenzentren für künstliche Intelligenz befeuern die Nachfrage zusätzlich</strong></p>
<p>Wer sich Bilder solcher riesigen Gebäudekomplexe ansieht, wie sie zurzeit etwa in den USA vielfach errichtet werden, bemerkt sofort die außen an den Fassaden installierten Energieerzeuger: Die Einheiten aus Gasturbine und Generator werden derart angeordnet, dass deren Achsen nicht waagrecht liegen, sondern senkrecht stehen. Damit wird nicht nur Platz gespart, sondern mehrere Einheiten können nebeneinander „gebündelt“ dort aufgestellt werden, wo Energie in besonders hohem Maß benötigt wird. Befeuert werden diese Einheiten mit Erdgas, das in den USA in hohem Maß und sehr preisgünstig vorhanden ist.</p>
<p><strong>Warum ist der Engpass an Gasturbinen entstanden?</strong></p>
<p>Elon Musk als einer mit Rechenzentren Befassten und vom Mangel an Gasturbinen Betroffenen ist vor einiger Zeit der Frage nachgegangen, wodurch dieser Mangel verursacht worden sein kann. Wenn ich mich recht erinnere, kam er zum Schluss, dass zu wenig Leit- und Laufschaufeln erzeugt werden können, die in den Kränzen für Kompressoren und Turbinen zum Einsatz kommen. Seiner Aussage nach existierten bezogen auf die verfügbaren Marktkapazitäten lediglich drei Hersteller, die zurzeit nicht in der Lage seien, eine ausreichende Anzahl von Schaufeln – insbesondere Turbinen-Laufschaufeln – zu erzeugen. Musk seinerseits überlege, eine entsprechende Fertigung aufzubauen.</p>
<p><strong>Warum sind kritische Bauteile so knapp?</strong></p>
<p>Die Konstruktion insbesondere von Turbinenschaufeln erfordert äußerst hochwertige Ingenieurleistungen. Das wird klar, wenn man bedenkt, dass die Eintrittstemperaturen in den Turbinenteil bei etwa 1.500 Grad C liegen, der beste verfügbare metallische Werkstoff jedoch nur Temperaturen von bis zu 1.300 Grad C standhält. Damit Turbinenschaufeln unter diesen Bedingungen trotzdem standhalten, ist intensive Kühlung dieser Bauteile erforderlich. Dies geschieht durch Druckluft, die durch Kanäle in den Schaufeln geführt und anschließend über feine Öffnungen an den Schaufeloberflächen ausgeblasen wird. Die nötige Druckluft wird aus dem Verdichter entnommen. Meines Wissens ist es einem Hersteller mittlerweile auch gelungen, Schaufeln mit hauchdünnen Keramikbelägen zu beschichten, die die Standzeiten dieser Schaufeln entscheidend verlängern können.</p>
<p><strong>Mikrogasturbinen für zivile Verwendung</strong></p>
<p><strong> </strong>In der Planung der Energieversorgung von Kläranlagen sind mir vor etwa zwanzig Jahren erstmals Mikrogasturbinen (die oft auch  einfach „Mikroturbinen“ genannt werden) untergekommen. Das sind recht einfach aufgebaute Gasturbinen mit Leistungen bis zu einigen hundert Kilowatt. Sie besitzen luftgelagerte Wellen und benötigen daher kein Schmiermittel. Je kleiner eine Gasturbine ist, desto höher ist ihre Drehzahl, Mikrogasturbinen erreichen bis knapp einhunderttausend Umdrehungen pro Minute. – Eine andere Anwendungsart ist wesentlich aufregender: Der Schweizer Pilot und Erfinder Yves Rossy schnallte sich einen Flügel um, der mit Mikro-Strahltriebwerken ausgerüstet war („Jet Wing“ genannt) und überquerte damit den Ärmelkanal. Allerdings musste er dazu von einem Flugzeug starten und später mit dem Fallschirm landen, also seine Darbietung auf nicht sehr komfortable Weise erbringen.</p>
<p><strong>Fortschritte in der Entwicklung</strong></p>
<p>Das britische Startup „Alloyed“ hat sich auf neue Konstruktions- und Fertigungsverfahren spezialisiert, insbesondere unter Verwendung von 3D-Druck. Im Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums („Ministry of Defence“ – MOD) und in Zusammenarbeit mit dessen *Strategic Capabilities Office“ entwickelte das genannte Unternehmen eine Gasturbine für den Einsatz in Drohnen, das etwa die Größe einer Kaffeedose aufwies. Die Zeitspanne von der Erstellung des Konzepts bis zur Flugreife des fertiggestellten Antriebs betrug lediglich sieben Monate! Alloyed plant, das entwickelte Konstruktions- und Herstellungsverfahren auf größere Gasturbinen auszuweiten.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Über die Demut des Experten</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 16:28:34 +0000</pubDate>
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(IRS) – Allein schon durch das Tragen des Titels eines allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen wird dieser eine gewisses  Ansehen und einen nicht geringen Vorschuss an Vertrauen genießen dürfen. Es ist davon auszugehen, dass sich eine Anzahl von Sachverständigen allein schon aus diesem Grund bemüht, die nötige Hürde zu überspringen: Die nötige Praxis sammeln, [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Allein schon durch das Tragen des Titels eines allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen wird dieser eine gewisses  Ansehen und einen nicht geringen Vorschuss an Vertrauen genießen dürfen. Es ist davon auszugehen, dass sich eine Anzahl von Sachverständigen allein schon aus diesem Grund bemüht, die nötige Hürde zu überspringen: Die nötige Praxis sammeln, Vorbereitungskurs besuchen, Prüfung und Eid ablegen. Damit ist das gesetzte Ziel aber auch schon erreicht. Es geht dieser Gruppe nicht darum, in weiterer Folge Aufträge zu lukrieren, es genügt die Einfügung des neuen Titels in die Visitenkarte.</p>
<p><span id="more-11572"></span><strong>Einstieg und Unsicherheiten</strong></p>
<p>Meines Erachtens ist jedoch die überwiegende Zahl von Sachverständigen weniger an der Titelei, sondern mehr an damit verbundenen Aufträgen interessiert. Das Angenehme dabei ist, dass Sachverständige im Regelfall ihre Arbeit im Nebenberuf ausüben und daher nicht darauf angewiesen sind, sofort und mit Nachdruck akquirieren zu müssen. Dennoch wird man sich stets offen zeigen für Gelegenheiten, die sich bieten. Anfangs sind diese vielleicht von Schwierigkeit und Honorar her gesehen wenig spektakulär. Aber das ist auch gut so, denn in einer Einstiegsphase sieht sich wohl jeder Neuling mit Unsicherheiten konfrontiert, die Arbeit erfolgt demnach in kleinen Schritten und erfordert im Verhältnis zur Sache viel Zeit, wahrscheinlich sehr viel Zeit, die noch nicht zur Gänze honoriert werden wird.</p>
<p><strong>Gute und weniger gute Hilfen</strong></p>
<p>Thema dabei war in erster Linie die rechte Vorgangsweise bei der Befundaufnahme und der Gutachtenserstellung. In meiner Erinnerung war in der Anfangsphase sehr hilfreich, in der Suche nach dem „Was?“ und „Wie?“ als Beispiele auf einige Gutachten von Sachverständigen aus eigenen oder verwandten Sachgebieten zurückgreifen zu können. Genauso aber war der fachgerechte Einsatz von Werkzeugen eine Frage, etwa der von Messgeräten. Auch musste ich noch lernen, dass nicht jeder, der sich als Sachverständiger deklarierte und mit dem ich daher zusammenarbeitete, nach strengen Regeln der Technik werkte und leider Geräte einsetzte, die nicht geeicht waren. Aber wahrscheinlich zahlt halt jeder einmal gewisses Lehrgeld.</p>
<p><strong> Konfliktbehandlung und Menschenkenntnis</strong></p>
<p>Zur korrekten fachlichen Ausführung von Aufträgen kam als weitere Herausforderung der Umgang mit Menschen, mit denen ich bei Befundaufnahmen und im Gerichtssaal zusammentraf. Wobei letzterer Begriff bewusst gewählt ist, da ein Sachverständiger in fast allen Gerichtsfällen auf Konfliktpotential trifft und lernen muss, damit aktiv umzugehen. Mir hat die jahrzehntelange Baustellenpraxis sehr viel dabei geholfen, den richtigen Ton zu treffen. Das bedeutet, nicht nur mit Architekten, Bauleuten und Professionisten auszukommen, sondern auch mit einfach gestrickten Charakteren. Wichtig wieder die 4 M: Man muss Menschen mögen. Oder anders und provokanter gesagt: Misanthropen sind in der Sachverständigenwelt fehl am Platz.</p>
<p><strong>Begegnung mit Persönlichkeiten der Rechtssphäre</strong></p>
<p>Das erfolgreiche Eingehen auf unterschiedliche Persönlichkeiten ist auch in anderer Hinsicht unerlässlich: Das Zusammenwirken mit Vertretern der Rechtssphäre – Richtern und Richterinnen, Rechtsanwälten – ist für die meisten Neulinge ungewohnt und war es auch für mich. Nicht nur war die Sprache dieser Menschen fremd und oft unverständlich, setzten insbesondere Rechtsanwälte ihr schauspielerisches und für mich oft einschüchterndes rhetorisches Talent gerne dann in Szene, wenn sie meine Unsicherheit bemerkten. Aber auch das änderte sich sehr bald und manches „Gerangel“ wurde sowohl für die involvierten Juristen als auch für mich ein Vergnügen.</p>
<p><strong>Gefahren der Routine</strong></p>
<p>Im Verlauf der Jahre und nach etlichen Gerichtsverfahren hat sich in Bezug auf die Tätigkeit als Sachverständiger trotz unterschiedlichster Aufgaben eine gewisse Routine breitgemacht. Das hat sich hin und wieder dadurch gezeigt, dass die Gegebenheiten mancher Fälle zu vorschnellen und leider falschen Schlüssen geführt haben. Wer das übersieht, muss zwangsläufig mit Umwegen rechnen. In meinem Fall mit der Konsequenz, dass einzelne, mühsam erarbeitete Kapitel plötzlich sinnlos waren und entfernt werden mussten. In ein, zwei Fällen war gar das ganze Gutachten umzuschreiben. Schade um die leeren Kilometer!</p>
<p><strong>Weder über- noch unterschätzen!</strong></p>
<p>Wichtig ist, eine möglichst klare Sicht auf sich selbst zu bewahren, auf die eigenen Stärken und Schwächen, sowohl in fachlicher als auch persönlicher Sicht. Offene Gespräche nicht nur mit Kollegen, sondern auch mit nicht fachlich Involvierten, haben mir viele Korrekturen ermöglicht. Gute Freunde beschönigen nichts, sondern halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Mir war wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und die persönlichen Fähigkeiten weder zu unter-, noch zu überschätzen. Wer einen Ehepartner hat, wird, was das Persönliche betrifft, ohnehin stets auf dem Boden der Realität gehalten, und das ist auch gut so.</p>
<p><strong>Das Ego trat aus dem Weg</strong></p>
<p>Im Lauf der „Karriere“ änderte sich meine Art des Herangehens an Aufgaben in grundlegender Weise. Zwei Faktoren waren dafür maßgeblich: Der erste lag darin, dass jede Bedachtnahme auf vermeintliche Vorgaben oder Erwartungen der Auftraggeber, des Gerichts, der Parteien und deren Vertreter weggefallen ist. Das hängt damit zusammen, dass ich anfangs meist unbewusst zu sehr auf mein Ego geachtet habe oder anders gesagt auf mögliche Nachteile für mein Ansehen („Image“) bei diesen Personen für den Fall, dass meinerseits Wissen, Kenntnisse und Erfahrungen nicht ausreichend gewesen wären. Recht bald ist das völlig weggefallen, ich musste und wollte auch keinem mehr etwas beweisen.</p>
<p><strong>Intuition statt krampfhaftem Grübeln</strong></p>
<p>Der zweite Faktor hat mit der im Laufe der Zeit zunehmenden Erfahrung, aber auch mit der Reifung der Persönlichkeit zu tun. Anfangs bin ich Aufträgen und deren Aufgabenstellungen bildlich gesprochen von außen gegenübergetreten, ständig begleitet von der Frage, ob, wann und wie welche Werkzeuge des Wissens oder der Erfahrung aus dem gedanklich mitgeschleppten Koffer jetzt gerade die richtigen sein würden und wie sie eingesetzt werden sollten. In der späteren Phase bin ich dann ohne belastenden Werkzeugkoffer auf die Aufgabe zugegangen und ohne vorgefasste Meinung, bin also gleichsam in das Problem hineingetreten und habe auf Intuitionen geachtet, die zu einer Lösung führen würden. Das hat immer funktioniert.</p>
<p><strong>Die Demut des Experten</strong></p>
<p>Das Bewusstsein um meine Unvollkommenheit auch als Sachverständiger hat mich im Lauf der Zeit demütig werden lassen. Wissen und Erfahrung bleiben immer eingegrenzt auf das selbst erlebte Wirkungsfeld. In meiner Arbeit war ich auf Gottes Hilfe angewiesen und habe auf sie vertraut. Demut ist eine wichtige Sache, auch für Sachverständige, überhaupt für Experten aller Art. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn ich Anerkennung für meine Arbeit bekomme oder positive Rückmeldungen. Auch nach äußerst erfolgreichen Anlässen mit hoch erfreuten Auftraggebern muss ich am Boden bleiben können. Genauso im Fall, dass die Arbeit gut war, aber erwartete Anerkennung dafür ausgeblieben ist.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Was macht die Tätigkeit als Sachverständiger attraktiv?</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 07:18:15 +0000</pubDate>
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(IRS) – Im Lauf der Berufsjahre bin ich immer wieder Menschen begegnet, die für den Nebenberuf als allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige nicht nur gut, sondern bestens geeignet gewesen wären. Aufgrund meines Umgangs und Wirkens spreche ich hier in erster Linie von Personen aus technischen Berufen, sowohl selbständig als auch unselbständig tätig. Diese Leute [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Im Lauf der Berufsjahre bin ich immer wieder Menschen begegnet, die für den Nebenberuf als allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige nicht nur gut, sondern bestens geeignet gewesen wären. Aufgrund meines Umgangs und Wirkens spreche ich hier in erster Linie von Personen aus technischen Berufen, sowohl selbständig als auch unselbständig tätig. Diese Leute waren keine Gerichtssachverständigen und sind es auch später nicht geworden. Das ist nicht nur schade für das Rechtswesen unseres Landes, das auf das kundige Mitwirken von Fachleuten in Gerichtserfahren angewiesen ist.</p>
<p><span id="more-11564"></span><strong>Gibt es zu wenig persönliches Interesse?</strong></p>
<p>Es ist auch schade für die erwähnten Personen, die damit auf den vielfältigen Nutzen einer Laufbahn als Gerichtssachverständiger verzichtet haben. – Erhebt sich die Frage: Warum tun recht wenige diesen Schritt? Das Thema ist für diesen Blog nichts Neues. Aus der Sicht möglicher Kandidaten kommen verständliche Ursachen in Betracht: Gute und beruflich engagierte Leute leiden unter überbordender Arbeitsbelastung, Familienleben oder das Verfolgen einer „Work-Life-Balance“ haben Priorität, über Sachverständigenwesen besteht völlige Unkenntnis, oder – was tragisch wäre – an persönlicher Weiterentwicklung besteht weitgehendes Desinteresse. Vor allem fehlt: Die Kenntnis des Nutzens einer Tätigkeit als Sachverständiger.</p>
<p><strong>Fehlt es an praktischen Informationen?</strong></p>
<p>Zumindest für mir bekannte Technikerkreise – und nur über die kann ich sprechen – gab es während des Hochschulstudiums keine Information über das Sachverständigenwesen, auch unter dem Lehrpersonal gab sich niemand als Sachverständiger zu erkennen. Erst im Vorbereitungskurs für die Ziviltechniker-Prüfung kam das Thema zur Sprache, aber wenn ich mich recht erinnere, ging es diesfalls fast ausschließlich um die Aufgaben von Amtssachverständigen, an denen die Vortragenden aus dem Dunstkreis der Landesregierung bestimmtes Interesse hatten. Aber an gezielte Informationen von dafür Zuständigen, wie etwa von Sachverständigenverbänden, kann ich mich nicht erinnern. Es fehlten somit praktische Informationen über den Nutzen einer Tätigkeit als Sachverständiger.</p>
<p><strong>Zur Erinnerung: Mein Weg zum Sachverständigen</strong></p>
<p>Persönlich bin ich – wie schon andernorts in diesem Blog geschildert – in den Gerichtssachverständigen eher „hineingestolpert“: Eines meiner ersten Privatgutachten wurde von einem Gerichtssachverständigen ohne Änderungen als Grundlage für einen Gerichtsprozess übernommen mit der Bemerkung, er könne es auch nicht besser machen. Nach dem Vorbereitungskurs und der Ablegung der Zulassungsprüfung hat es dann noch zwei, drei Jahre gedauert, aber dann war ich, wie man so sagt, „im Geschäft“, der Auftragsumfang wuchs kontinuierlich und die Arbeit machte mir viel Freude, trotz mancher Mühsale, die mit Gutachtensaufträgen nun einmal verbunden sein können. Aber meine Motivation zu Beginn waren Neugierde und der Wunsch, es zu probieren. Der volle Nutzen der Tätigkeit als Sachverständiger erschloss sich erst später.</p>
<p><strong>Ein wichtiger Unterschied zwischen Planungstätigkeit …</strong></p>
<p>Auch hier muss ich mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen – wiederum aus Technikersicht – beginnen. Zuallererst sei auf einen und wenn nicht <em>den</em> wesentlichen Unterschied zu meiner parallelen Berufstätigkeit als Planer und Berater hingewiesen. Planen in der Haus- und Energietechnik heißt Probleme lösen, und zwar in erster Linie technische Probleme. Das bedeutet: Die Arbeit beginnt mit einer Aufgabenstellung, führt durch eine mehrstufige, kreative Phase und endet mit einer Darstellung der gelösten Aufgabe in Form von Plänen, Beschreibungen und Präsentationen. Im Endeffekt steht mit Ende des Projekts technisch gesehen etwas völlig Neues da, ein Konstrukt, ein Gedankengebäude, das es zuvor noch nicht gegeben hat. Noch etwas: Das Ergebnis entstammte sehr oft einem Team, die Verantwortung dafür lag in den meisten Fällen beim dahinterstehenden Unternehmen.</p>
<p><strong>… und Gutachterwesen</strong></p>
<p>Zum Unterschied davon bekommt der (technische) Sachverständige etwas Bestehendes vorgegeben: Eine Anlage, einen Schadensverlauf, einen Tatbestand, ein Ereignis, einen Gegenstand etc. Er soll nichts Neues erfinden, sondern sich im Auftrag eines Gerichts oder auch eines Privaten intensiv mit vorliegenden Gegebenheiten, Anlagen, Gegenständen etc. auseinandersetzen und die ihm gestellten Fragen beantworten, also seine Aufgabenstellung erfüllen. Er geht vielleicht sogar durch kreative Phasen, aber diese beziehen sich auf das Vorgegebene, Vorliegende. Er schafft – zumindest materiell gesehen – nichts Neues. Und seine Lösung stellt er in Form eines zumeist schriftlichen Gutachtens dar, das er später erläutern und vielleicht sogar verteidigen muss. Die Arbeit ist im Regelfall Werk eines Einzelnen, der auch die persönliche Verantwortung dafür übernehmen muss. – Aber jetzt ist es wirklich an der Zeit, über den mehrfachen Nutzen der Tätigkeit als Sachverständiger zu sprechen.</p>
<p><strong>Erster Nutzen: Auswirkungen auf die Persönlichkeit</strong></p>
<p>Genau diese vorhin beschriebene Verantwortung für seine Arbeit ist es auch, die sich auf die Persönlichkeit des Sachverständigen äußerst positiv auswirkt, indem sie diese festigt und ihr dadurch Autorität verleiht und stärkt. Die stets gegenwärtige Forderung nach Genauigkeit, Sorgfalt, Umsicht, Unparteilichkeit, Objektivität, Verschwiegenheit etc. führt in Konsequenz dazu, dass jede Äußerung wohlüberlegt sein will, falsche Wortwahl unbedingt zu vermeiden ist, zu wenig begründete Wertungen deplatziert sein können und Schlussfolgerungen nicht nur technisch, sondern auch in rechtlicher Sicht hieb- und stichfest sein müssen. Selbst einem jungen Sachverständigen ist sehr schnell bewusst, dass Verstöße gegen gute Praktiken durchaus vor dem Richter enden können, mit dem Unterschied, dass er dann selbst Angeklagter sein kann.</p>
<p><strong>Zweiter Nutzen: Schule für den Umgang mit Menschen</strong></p>
<p>Gutachtensaufträge bringen es mit sich, dass sich unterschiedlichste Charaktere begegnen und verständigen müssen. Dass sich dabei das Wesen einfacher und nicht ganz einfacher Zeitgenossen offenbaren kann, gehört dazu. Gewiefte Sachverständige sind nicht darauf angewiesen, ihr Ego auszuspielen, wozu sich Neulinge vielleicht gedrängt fühlen könnten. Alte Hasen nehmen sich selbst nicht wichtig, ihre Autorität erwächst ohne besonderes Zutun aus ihrem unaufgeregten, aber kompetentem Arbeitsstil. Empathie (Verständnis) ist gefordert, aber Sympathie (Zuneigung) strikt verboten, Provokationen oder Machtspiele – egal von welcher Seite sie kommen – sind zu ignorieren. Regelmäßige Sachverständigentätigkeit festigt soziale Kompetenz.</p>
<p><strong>Dritter Nutzen: Fachliche und persönliche Autorität führt zu Ansehen </strong></p>
<p>Sachverständige können nicht nur  persönlichen Respekt erlangen durch ihre Arbeit, sondern ein solcher gebührt ihnen ebenso aufgrund der Autorität, die ihnen vom Gericht zur Erledigung ihrer Tätigkeit übertragen worden ist. Gerichtssachverständige genießen daher nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der Öffentlichkeit ein nicht zu geringes Ansehen, was auch einer Form von Anerkennung entspricht. Dies zurecht, schließlich muss ein aktiver Gerichtssachverständiger überdurchschnittliche Fachkenntnisse besitzen und solche einem Prüfungs-Komitee auch nachgewiesen haben, was ihn automatisch zu einer interessanten und geschätzten Auskunftsperson machen kann. Fazit: Ansehen durch gelebte Autorität.</p>
<p><strong>Vierter Nutzen: Dienst an Mitmenschen und an der Gesellschaft </strong></p>
<p>Meine frühere Sicht auf Gerichtsverfahren sah so aus:  Im Grunde genommen führen sie durch die anfallenden Kosten und Aufwendungen zu einem Verschleiß an Zeit und Geld, einem Verlust an Volksvermögen, das an anderer Stelle besser und vielleicht auch produktiver hätte eingesetzt werden können. Sie widerspiegeln so gesehen soziale oder wirtschaftliche „Reibungsverluste“. Diese Sicht hat wohl auch ihre Berechtigung. – Meine heutige Sicht hingegen ist etwas abgeändert: Gerichtsverfahren sind „Schmiermittel“, die die Reibungsverluste vermindern und größeren  Schaden vermindern helfen. Sachverständige sind ein Teil dieses „Schmiermittels.“ Sie vollbringen damit einen wertvollen Dienst an Betroffenen und an der Gesellschaft. Aber auch an sich selbst: Es ist eine zutiefst befriedigende Sache, gebraucht zu werden.</p>
<p><strong>Fünfter Nutzen: Leistung, die honoriert wird</strong></p>
<p>Gute Leistung wird gut honoriert, sehr gute Leistung wird sehr gut honoriert, exzellente Leistung wird exzellent honoriert. Mit zunehmender Erfahrung steigen auch Größe und Schwierigkeit von Aufgaben. Damit auch die Honorare. Aber: Nur wer von sich selbst beste Leistung fordert, kann beste Bezahlung voraussetzen. Das wiederum setzt voraus, dass ein Sachverständiger immer wieder bereit ist, sich weiterzuentwickeln und alte Grenzen (oder vermeintliche Selbstbegrenzungen) zu überschreiten. Er muss aber genauso in der Lage sein, den Wert seiner Leistung ins rechte Licht zu rücken und den Auftraggebern auch zu beweisen.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Gutachten für Versicherungen</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 10:28:21 +0000</pubDate>
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(IRS) – Für manche Sachverständige mag das Verfassen von Gutachten für Versicherungen ein interessantes und lohnendes Unterfangen sein. Oder gewesen sein, weil doch wohl ein steigender Teil von Schadensfällen, die von Versicherungsanstalten früher extern vergebenen wurden, von internen Kräften begutachtet und direkt erledigt wird. Aber es verbleibt eine Anzahl von größeren Fällen und vor allem [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Für manche Sachverständige mag das Verfassen von Gutachten für Versicherungen ein interessantes und lohnendes Unterfangen sein. Oder gewesen sein, weil doch wohl ein steigender Teil von Schadensfällen, die von Versicherungsanstalten früher extern vergebenen wurden, von internen Kräften begutachtet und direkt erledigt wird. Aber es verbleibt eine Anzahl von größeren Fällen und vor allem von Streitfällen vor Gericht, in denen Versicherungen betroffene Parteien sind, als Arbeitsgebiet für unabhängige Sachverständige bestehen. Von Sachverständigen-Erfahrungen mit Versicherungen soll in diesem Beitrag die Rede sein.</p>
<p><span id="more-11558"></span><strong>Privatgutachten für Versicherungen &#8230;</strong></p>
<p>Verständlicherweise befassen sich Aufträge von Versicherungen an Sachverständige fast ausschließlich mit Schadensfällen, in denen an besagte Versicherungsinstitution über einen Versicherungsnehmer Ansprüche gestellt worden sind. Der Versicherungsnehmer hat den Schaden verursacht. in meinem Fall etwa ein Bauunternehmen, das bei Grabarbeiten das Kollektorfeld einer Erdwärmepumpe zerstört hat. Der Sachverständige soll nun die vorliegenden technischen Gegebenheiten aufnehmen, den Schaden aus technischer Sicht begutachten, also befunden, bewerten und schließlich die Schadenshöhe feststellen.</p>
<p><strong>&#8230; haben einen Unterschied zu Gerichtsgutachten</strong></p>
<p>In Gerichtsgutachten wird sorgsam darauf geachtet, dass ein Sachverständiger ausschließlich Sachfragen beantworten darf und keine Rechtsfragen, mit denen sich ausschließlich Gericht und Rechtsanwälte beschäftigen. Hier liegt in Gutachten für Versicherungen ein wesentlicher Unterschied vor: Der Sachverständige ist hier gefordert, darüber hinaus eine Aussage zu treffen, wer der Verursacher des Schadens ist und die Verantwortung für den Schaden trägt, also quasi den „Schuldigen“ darstellt – ein absolutes Unding in Gerichtsgutachten. Im Fall mehrerer Verursacher soll der Sachverständige einen Vorschlag unterbreiten, wie der Schaden z. B. im Fall einer „Verantwortungskette“ auf diese aufzuteilen ist oder anders gesagt, wie er ihnen zuzuordnen ist. Das Ergebnis ist dann eine prozentuelle „Quotelung“. Bei drei Verursachern kann diese etwa so aussehen: 1. Verursacher 50%, 2. Verursacher 30%, 3. Verursacher 20%.</p>
<p><strong>Konfliktpotential </strong></p>
<p>Bei der Arbeit für Versicherung ist es für den Sachverständigen von Vorteil, die zum Teil unterschiedlichen Bestrebungen der Beteiligten stets im Auge zu behalten, die im Folgenden ganz offen angesprochen werden sollen:</p>
<p>Die den Sachverständigen beauftragende Versicherung</p>
<p>-          wird als Haftende legitimes Interesse daran haben, dass der an den Geschädigten letztlich zu überweisende Geldbetrag möglichst niedrig ausfällt;</p>
<p>-          wird auch ein verständliches Interesse daran haben, dass sich das Honorar für den Sachverständigen in einem überschaubaren Rahmen bewegt;</p>
<p>-          besitzt dafür ein gewisses Druckmittel in der Form, dass sie dem Sachverständigen – zumeist wohl unausgesprochen – bei ihr gefälligem Ergebnis weitere Aufträge in Aussicht stellen könnte;</p>
<p>-          wird das vorliegende Gutachten im für sie bestmöglichen Sinne zu verwerten trachten, d. h. den Betroffenen vorlegen, es gegebenenfalls aber auch ignorieren.</p>
<p>Der von der Versicherung beauftragte Sachverständige</p>
<p>-          der das Gutachten für den konkreten Fall erstellt, wird von der Versicherung beauftragt und von dieser auch bezahlt;</p>
<p>-          steht daher unter gewissem Druck, den – vielleicht auch nur vermeintlichen – Erwartungen der Versicherung zu genügen, nämlich erstens, die von ihm festgestellte Schadenssumme und zweitens das Honorar eher gering zu halten.</p>
<p><strong>Konfliktvermeidung</strong></p>
<p>Einem allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen wird selbstverständlich bekannt und auch stets bewusst sein, dass für Gutachten bei Gericht und genauso für jegliche Privatgutachten dieselben rechtlichen, aber auch ethischen Bedingungen gelten müssen, so da sind Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Objektivität etc. Einem Institutionellen Auftraggeber wie einer Versicherung wird das ebenfalls bekannt sein, aber anderen Privaten, das sei hier mit erwähnt, muss das sicherheitshalber deutlich mitgeteilt werden, da sich manche Auftraggeber in der falschen Erwartung wiegen könnten, ein bezahlter Sachverständiger würde agieren wie ein guter Gehilfe oder gar wie ein Rechtsanwalt.</p>
<p><strong>Honorarfragen</strong></p>
<p>Es ist klar, dass für einfache und rasch zu erstellende Gutachten geringe Honorare bezahlt werden, allein schon deshalb, weil es hier mehr Wettbewerb geben muss als im Fall fachlich schwieriger Fälle. Für jemanden, der regelmäßig für größere Fälle herangezogen wird und gute Auftragslage hat, sind Kleinaufträge naturgemäß wenig interessant. Aus meiner Erfahrung mit größeren Fällen ist anzumerken, dass Versicherungen fast immer korrekt agiert und das geforderte Honorar auch anstandslos beglichen haben. Es ist aber auch vorgekommen, dass eine Versicherung mich zu einem Gespräch eingeladen hat. Sie suchte einen langfristigen und ständigen Partner mit so etwas wie „Loyalität“ (sprich: der Versicherung geneigt zu agieren) und mit einer Art Honorarbegrenzung nach oben. Das ich von derlei Ansinnen nur rasch flüchten konnte, ist klar.</p>
<p><strong>Integrität</strong></p>
<p>In diesem Zusammenhang ist allgemein daran zu erinnern, dass Integrität ein kostbares Gut ist. Verhalten, das gegen Strandsegeln oder gar gegen das eigene Gewissen verstößt, ist seinen Preis nie und nimmer wert. Ein Sachverständiger darf sich absolut keine Fehltritte erlauben. Es muss ihm immer gewärtig sein, dass er bei Fehlverhalten allein vor einem Richter landen kann und dafür geradestehen muss. Eine Verurteilung durch ein Gericht kann eine Existenzgrundlage vernichten. Allein schon aus dieser Überlegung heraus ist Korrektheit in allen Dingen – auch in den kleinsten – für einen Sachverständigen unerlässlich.</p>
<p><strong>Vertrauensvorschuss</strong></p>
<p>An zwei vom Schadensumfang gesehen größere Fälle kann ich mich erinnern, in denen mir Versicherungen nicht nur die Gutachtensaufträge erteilt haben, sondern im Anschluss daran auch die Verhandlungen mit den Geschädigten. Dazu wurde mir ein „Pouvoir“ in Form des Betrages für die Schadensregulierung gegeben, was von Seiten der Versicherungen, die mich durch Empfehlungen mir unbekannter Dritter gefunden hatten, einen sehr hohen Vertrauensvorschuss zeigte:</p>
<p>-          Im ersten Fall waren die technischen Verhältnisse kompliziert, der Fall länderübergreifend und der bisher angefallene Zeitaufwand zermürbend für den Schadensverursacher und die Versicherung gewesen; das Setzen eines (reduzierten) Entschädigungsbeitrages nach technischer Klärung mit Zusage sofortiger Überweisung bei umgehender Zustimmung verfehlte seine Wirkung nicht und die Sache konnte prompt erledigt werden.</p>
<p>-          Im zweiten Fall war eine Gesprächsbasis zwischen Versicherung und geschädigtem Unternehmen nicht mehr vorhanden; das Finden einer guten Gesprächsgrundlage mit dessen oberstem „Boss“ brauchte zwar Zeit, aber die ursprüngliche Forderung konnte infolge des nachvollziehbaren Gutachtensergebnisses auf ein Drittel reduziert werden.</p>
<p><strong>Der Vorteil von Netzwerken</strong></p>
<p>Genauso wie bei größeren Gerichtsfällen war auch für viele Versicherungsgutachten die Beiziehung von Fachleuten aus angrenzenden Fachgebieten erforderlich. Persönliche Netzwerke sind höchstwahrscheinlich für jeden Sachverständigen von großem Vorteil, allein schon deshalb, weil man informell rasch zur Klärung von Zuständigkeiten und kleineren Fragen oder Problemen kommt. In meinem Fall betraf das hauptsächlich die Gebiete Bauwesen mit Hoch- und Tiefbau, Elektrotechnik, Regelungstechnik, Arbeitsmedizin, Werkstofftechnik für Metall oder Kunststoff, Chemie. In einzelnen Fällen war aber aus Kapazitätsgründen auch die Beiziehung von Fachleuten aus dem eigenen Fachgebiet notwendig. Es zeigte sich oft, dass das Aufrechterhalten einer guten Gesprächsbasis mit Mitbewerbern eine gute Sache ist.</p>
<p>&#8212;</p>
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