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		<title>Über die Demut des Experten</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2026 16:28:34 +0000</pubDate>
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(IRS) – Allein schon durch das Tragen des Titels eines allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen wird dieser eine gewisses  Ansehen und einen nicht geringen Vorschuss an Vertrauen genießen dürfen. Es ist davon auszugehen, dass sich eine Anzahl von Sachverständigen allein schon aus diesem Grund bemüht, die nötige Hürde zu überspringen: Die nötige Praxis sammeln, [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Allein schon durch das Tragen des Titels eines allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen wird dieser eine gewisses  Ansehen und einen nicht geringen Vorschuss an Vertrauen genießen dürfen. Es ist davon auszugehen, dass sich eine Anzahl von Sachverständigen allein schon aus diesem Grund bemüht, die nötige Hürde zu überspringen: Die nötige Praxis sammeln, Vorbereitungskurs besuchen, Prüfung und Eid ablegen. Damit ist das gesetzte Ziel aber auch schon erreicht. Es geht dieser Gruppe nicht darum, in weiterer Folge Aufträge zu lukrieren, es genügt die Einfügung des neuen Titels in die Visitenkarte.</p>
<p><span id="more-11572"></span><strong>Einstieg und Unsicherheiten</strong></p>
<p>Meines Erachtens ist jedoch die überwiegende Zahl von Sachverständigen weniger an der Titelei, sondern mehr an damit verbundenen Aufträgen interessiert. Das Angenehme dabei ist, dass Sachverständige im Regelfall ihre Arbeit im Nebenberuf ausüben und daher nicht darauf angewiesen sind, sofort und mit Nachdruck akquirieren zu müssen. Dennoch wird man sich stets offen zeigen für Gelegenheiten, die sich bieten. Anfangs sind diese vielleicht von Schwierigkeit und Honorar her gesehen wenig spektakulär. Aber das ist auch gut so, denn in einer Einstiegsphase sieht sich wohl jeder Neuling mit Unsicherheiten konfrontiert, die Arbeit erfolgt demnach in kleinen Schritten und erfordert im Verhältnis zur Sache viel Zeit, wahrscheinlich sehr viel Zeit, die noch nicht zur Gänze honoriert werden wird.</p>
<p><strong>Gute und weniger gute Hilfen</strong></p>
<p>Thema dabei war in erster Linie die rechte Vorgangsweise bei der Befundaufnahme und der Gutachtenserstellung. In meiner Erinnerung war in der Anfangsphase sehr hilfreich, in der Suche nach dem „Was?“ und „Wie?“ als Beispiele auf einige Gutachten von Sachverständigen aus eigenen oder verwandten Sachgebieten zurückgreifen zu können. Genauso aber war der fachgerechte Einsatz von Werkzeugen eine Frage, etwa der von Messgeräten. Auch musste ich noch lernen, dass nicht jeder, der sich als Sachverständiger deklarierte und mit dem ich daher zusammenarbeitete, nach strengen Regeln der Technik werkte und leider Geräte einsetzte, die nicht geeicht waren. Aber wahrscheinlich zahlt halt jeder einmal gewisses Lehrgeld.</p>
<p><strong> Konfliktbehandlung und Menschenkenntnis</strong></p>
<p>Zur korrekten fachlichen Ausführung von Aufträgen kam als weitere Herausforderung der Umgang mit Menschen, mit denen ich bei Befundaufnahmen und im Gerichtssaal zusammentraf. Wobei letzterer Begriff bewusst gewählt ist, da ein Sachverständiger in fast allen Gerichtsfällen auf Konfliktpotential trifft und lernen muss, damit aktiv umzugehen. Mir hat die jahrzehntelange Baustellenpraxis sehr viel dabei geholfen, den richtigen Ton zu treffen. Das bedeutet, nicht nur mit Architekten, Bauleuten und Professionisten auszukommen, sondern auch mit einfach gestrickten Charakteren. Wichtig wieder die 4 M: Man muss Menschen mögen. Oder anders und provokanter gesagt: Misanthropen sind in der Sachverständigenwelt fehl am Platz.</p>
<p><strong>Begegnung mit Persönlichkeiten der Rechtssphäre</strong></p>
<p>Das erfolgreiche Eingehen auf unterschiedliche Persönlichkeiten ist auch in anderer Hinsicht unerlässlich: Das Zusammenwirken mit Vertretern der Rechtssphäre – Richtern und Richterinnen, Rechtsanwälten – ist für die meisten Neulinge ungewohnt und war es auch für mich. Nicht nur war die Sprache dieser Menschen fremd und oft unverständlich, setzten insbesondere Rechtsanwälte ihr schauspielerisches und für mich oft einschüchterndes rhetorisches Talent gerne dann in Szene, wenn sie meine Unsicherheit bemerkten. Aber auch das änderte sich sehr bald und manches „Gerangel“ wurde sowohl für die involvierten Juristen als auch für mich ein Vergnügen.</p>
<p><strong>Gefahren der Routine</strong></p>
<p>Im Verlauf der Jahre und nach etlichen Gerichtsverfahren hat sich in Bezug auf die Tätigkeit als Sachverständiger trotz unterschiedlichster Aufgaben eine gewisse Routine breitgemacht. Das hat sich hin und wieder dadurch gezeigt, dass die Gegebenheiten mancher Fälle zu vorschnellen und leider falschen Schlüssen geführt haben. Wer das übersieht, muss zwangsläufig mit Umwegen rechnen. In meinem Fall mit der Konsequenz, dass einzelne, mühsam erarbeitete Kapitel plötzlich sinnlos waren und entfernt werden mussten. In ein, zwei Fällen war gar das ganze Gutachten umzuschreiben. Schade um die leeren Kilometer!</p>
<p><strong>Weder über- noch unterschätzen!</strong></p>
<p>Wichtig ist, eine möglichst klare Sicht auf sich selbst zu bewahren, auf die eigenen Stärken und Schwächen, sowohl in fachlicher als auch persönlicher Sicht. Offene Gespräche nicht nur mit Kollegen, sondern auch mit nicht fachlich Involvierten, haben mir viele Korrekturen ermöglicht. Gute Freunde beschönigen nichts, sondern halten mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berg. Mir war wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und die persönlichen Fähigkeiten weder zu unter-, noch zu überschätzen. Wer einen Ehepartner hat, wird, was das Persönliche betrifft, ohnehin stets auf dem Boden der Realität gehalten, und das ist auch gut so.</p>
<p><strong>Das Ego trat aus dem Weg</strong></p>
<p>Im Lauf der „Karriere“ änderte sich meine Art des Herangehens an Aufgaben in grundlegender Weise. Zwei Faktoren waren dafür maßgeblich: Der erste lag darin, dass jede Bedachtnahme auf vermeintliche Vorgaben oder Erwartungen der Auftraggeber, des Gerichts, der Parteien und deren Vertreter weggefallen ist. Das hängt damit zusammen, dass ich anfangs meist unbewusst zu sehr auf mein Ego geachtet habe oder anders gesagt auf mögliche Nachteile für mein Ansehen („Image“) bei diesen Personen für den Fall, dass meinerseits Wissen, Kenntnisse und Erfahrungen nicht ausreichend gewesen wären. Recht bald ist das völlig weggefallen, ich musste und wollte auch keinem mehr etwas beweisen.</p>
<p><strong>Intuition statt krampfhaftem Grübeln</strong></p>
<p>Der zweite Faktor hat mit der im Laufe der Zeit zunehmenden Erfahrung, aber auch mit der Reifung der Persönlichkeit zu tun. Anfangs bin ich Aufträgen und deren Aufgabenstellungen bildlich gesprochen von außen gegenübergetreten, ständig begleitet von der Frage, ob, wann und wie welche Werkzeuge des Wissens oder der Erfahrung aus dem gedanklich mitgeschleppten Koffer jetzt gerade die richtigen sein würden und wie sie eingesetzt werden sollten. In der späteren Phase bin ich dann ohne belastenden Werkzeugkoffer auf die Aufgabe zugegangen und ohne vorgefasste Meinung, bin also gleichsam in das Problem hineingetreten und habe auf Intuitionen geachtet, die zu einer Lösung führen würden. Das hat immer funktioniert.</p>
<p><strong>Die Demut des Experten</strong></p>
<p>Das Bewusstsein um meine Unvollkommenheit auch als Sachverständiger hat mich im Lauf der Zeit demütig werden lassen. Wissen und Erfahrung bleiben immer eingegrenzt auf das selbst erlebte Wirkungsfeld. In meiner Arbeit war ich auf Gottes Hilfe angewiesen und habe auf sie vertraut. Demut ist eine wichtige Sache, auch für Sachverständige, überhaupt für Experten aller Art. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn ich Anerkennung für meine Arbeit bekomme oder positive Rückmeldungen. Auch nach äußerst erfolgreichen Anlässen mit hoch erfreuten Auftraggebern muss ich am Boden bleiben können. Genauso im Fall, dass die Arbeit gut war, aber erwartete Anerkennung dafür ausgeblieben ist.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Was macht die Tätigkeit als Sachverständiger attraktiv?</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2026 07:18:15 +0000</pubDate>
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(IRS) – Im Lauf der Berufsjahre bin ich immer wieder Menschen begegnet, die für den Nebenberuf als allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige nicht nur gut, sondern bestens geeignet gewesen wären. Aufgrund meines Umgangs und Wirkens spreche ich hier in erster Linie von Personen aus technischen Berufen, sowohl selbständig als auch unselbständig tätig. Diese Leute [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Im Lauf der Berufsjahre bin ich immer wieder Menschen begegnet, die für den Nebenberuf als allgemein beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige nicht nur gut, sondern bestens geeignet gewesen wären. Aufgrund meines Umgangs und Wirkens spreche ich hier in erster Linie von Personen aus technischen Berufen, sowohl selbständig als auch unselbständig tätig. Diese Leute waren keine Gerichtssachverständigen und sind es auch später nicht geworden. Das ist nicht nur schade für das Rechtswesen unseres Landes, das auf das kundige Mitwirken von Fachleuten in Gerichtserfahren angewiesen ist.</p>
<p><span id="more-11564"></span><strong>Gibt es zu wenig persönliches Interesse?</strong></p>
<p>Es ist auch schade für die erwähnten Personen, die damit auf den vielfältigen Nutzen einer Laufbahn als Gerichtssachverständiger verzichtet haben. – Erhebt sich die Frage: Warum tun recht wenige diesen Schritt? Das Thema ist für diesen Blog nichts Neues. Aus der Sicht möglicher Kandidaten kommen verständliche Ursachen in Betracht: Gute und beruflich engagierte Leute leiden unter überbordender Arbeitsbelastung, Familienleben oder das Verfolgen einer „Work-Life-Balance“ haben Priorität, über Sachverständigenwesen besteht völlige Unkenntnis, oder – was tragisch wäre – an persönlicher Weiterentwicklung besteht weitgehendes Desinteresse. Vor allem fehlt: Die Kenntnis des Nutzens einer Tätigkeit als Sachverständiger.</p>
<p><strong>Fehlt es an praktischen Informationen?</strong></p>
<p>Zumindest für mir bekannte Technikerkreise – und nur über die kann ich sprechen – gab es während des Hochschulstudiums keine Information über das Sachverständigenwesen, auch unter dem Lehrpersonal gab sich niemand als Sachverständiger zu erkennen. Erst im Vorbereitungskurs für die Ziviltechniker-Prüfung kam das Thema zur Sprache, aber wenn ich mich recht erinnere, ging es diesfalls fast ausschließlich um die Aufgaben von Amtssachverständigen, an denen die Vortragenden aus dem Dunstkreis der Landesregierung bestimmtes Interesse hatten. Aber an gezielte Informationen von dafür Zuständigen, wie etwa von Sachverständigenverbänden, kann ich mich nicht erinnern. Es fehlten somit praktische Informationen über den Nutzen einer Tätigkeit als Sachverständiger.</p>
<p><strong>Zur Erinnerung: Mein Weg zum Sachverständigen</strong></p>
<p>Persönlich bin ich – wie schon andernorts in diesem Blog geschildert – in den Gerichtssachverständigen eher „hineingestolpert“: Eines meiner ersten Privatgutachten wurde von einem Gerichtssachverständigen ohne Änderungen als Grundlage für einen Gerichtsprozess übernommen mit der Bemerkung, er könne es auch nicht besser machen. Nach dem Vorbereitungskurs und der Ablegung der Zulassungsprüfung hat es dann noch zwei, drei Jahre gedauert, aber dann war ich, wie man so sagt, „im Geschäft“, der Auftragsumfang wuchs kontinuierlich und die Arbeit machte mir viel Freude, trotz mancher Mühsale, die mit Gutachtensaufträgen nun einmal verbunden sein können. Aber meine Motivation zu Beginn waren Neugierde und der Wunsch, es zu probieren. Der volle Nutzen der Tätigkeit als Sachverständiger erschloss sich erst später.</p>
<p><strong>Ein wichtiger Unterschied zwischen Planungstätigkeit …</strong></p>
<p>Auch hier muss ich mit persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen – wiederum aus Technikersicht – beginnen. Zuallererst sei auf einen und wenn nicht <em>den</em> wesentlichen Unterschied zu meiner parallelen Berufstätigkeit als Planer und Berater hingewiesen. Planen in der Haus- und Energietechnik heißt Probleme lösen, und zwar in erster Linie technische Probleme. Das bedeutet: Die Arbeit beginnt mit einer Aufgabenstellung, führt durch eine mehrstufige, kreative Phase und endet mit einer Darstellung der gelösten Aufgabe in Form von Plänen, Beschreibungen und Präsentationen. Im Endeffekt steht mit Ende des Projekts technisch gesehen etwas völlig Neues da, ein Konstrukt, ein Gedankengebäude, das es zuvor noch nicht gegeben hat. Noch etwas: Das Ergebnis entstammte sehr oft einem Team, die Verantwortung dafür lag in den meisten Fällen beim dahinterstehenden Unternehmen.</p>
<p><strong>… und Gutachterwesen</strong></p>
<p>Zum Unterschied davon bekommt der (technische) Sachverständige etwas Bestehendes vorgegeben: Eine Anlage, einen Schadensverlauf, einen Tatbestand, ein Ereignis, einen Gegenstand etc. Er soll nichts Neues erfinden, sondern sich im Auftrag eines Gerichts oder auch eines Privaten intensiv mit vorliegenden Gegebenheiten, Anlagen, Gegenständen etc. auseinandersetzen und die ihm gestellten Fragen beantworten, also seine Aufgabenstellung erfüllen. Er geht vielleicht sogar durch kreative Phasen, aber diese beziehen sich auf das Vorgegebene, Vorliegende. Er schafft – zumindest materiell gesehen – nichts Neues. Und seine Lösung stellt er in Form eines zumeist schriftlichen Gutachtens dar, das er später erläutern und vielleicht sogar verteidigen muss. Die Arbeit ist im Regelfall Werk eines Einzelnen, der auch die persönliche Verantwortung dafür übernehmen muss. – Aber jetzt ist es wirklich an der Zeit, über den mehrfachen Nutzen der Tätigkeit als Sachverständiger zu sprechen.</p>
<p><strong>Erster Nutzen: Auswirkungen auf die Persönlichkeit</strong></p>
<p>Genau diese vorhin beschriebene Verantwortung für seine Arbeit ist es auch, die sich auf die Persönlichkeit des Sachverständigen äußerst positiv auswirkt, indem sie diese festigt und ihr dadurch Autorität verleiht und stärkt. Die stets gegenwärtige Forderung nach Genauigkeit, Sorgfalt, Umsicht, Unparteilichkeit, Objektivität, Verschwiegenheit etc. führt in Konsequenz dazu, dass jede Äußerung wohlüberlegt sein will, falsche Wortwahl unbedingt zu vermeiden ist, zu wenig begründete Wertungen deplatziert sein können und Schlussfolgerungen nicht nur technisch, sondern auch in rechtlicher Sicht hieb- und stichfest sein müssen. Selbst einem jungen Sachverständigen ist sehr schnell bewusst, dass Verstöße gegen gute Praktiken durchaus vor dem Richter enden können, mit dem Unterschied, dass er dann selbst Angeklagter sein kann.</p>
<p><strong>Zweiter Nutzen: Schule für den Umgang mit Menschen</strong></p>
<p>Gutachtensaufträge bringen es mit sich, dass sich unterschiedlichste Charaktere begegnen und verständigen müssen. Dass sich dabei das Wesen einfacher und nicht ganz einfacher Zeitgenossen offenbaren kann, gehört dazu. Gewiefte Sachverständige sind nicht darauf angewiesen, ihr Ego auszuspielen, wozu sich Neulinge vielleicht gedrängt fühlen könnten. Alte Hasen nehmen sich selbst nicht wichtig, ihre Autorität erwächst ohne besonderes Zutun aus ihrem unaufgeregten, aber kompetentem Arbeitsstil. Empathie (Verständnis) ist gefordert, aber Sympathie (Zuneigung) strikt verboten, Provokationen oder Machtspiele – egal von welcher Seite sie kommen – sind zu ignorieren. Regelmäßige Sachverständigentätigkeit festigt soziale Kompetenz.</p>
<p><strong>Dritter Nutzen: Fachliche und persönliche Autorität führt zu Ansehen </strong></p>
<p>Sachverständige können nicht nur  persönlichen Respekt erlangen durch ihre Arbeit, sondern ein solcher gebührt ihnen ebenso aufgrund der Autorität, die ihnen vom Gericht zur Erledigung ihrer Tätigkeit übertragen worden ist. Gerichtssachverständige genießen daher nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in der Öffentlichkeit ein nicht zu geringes Ansehen, was auch einer Form von Anerkennung entspricht. Dies zurecht, schließlich muss ein aktiver Gerichtssachverständiger überdurchschnittliche Fachkenntnisse besitzen und solche einem Prüfungs-Komitee auch nachgewiesen haben, was ihn automatisch zu einer interessanten und geschätzten Auskunftsperson machen kann. Fazit: Ansehen durch gelebte Autorität.</p>
<p><strong>Vierter Nutzen: Dienst an Mitmenschen und an der Gesellschaft </strong></p>
<p>Meine frühere Sicht auf Gerichtsverfahren sah so aus:  Im Grunde genommen führen sie durch die anfallenden Kosten und Aufwendungen zu einem Verschleiß an Zeit und Geld, einem Verlust an Volksvermögen, das an anderer Stelle besser und vielleicht auch produktiver hätte eingesetzt werden können. Sie widerspiegeln so gesehen soziale oder wirtschaftliche „Reibungsverluste“. Diese Sicht hat wohl auch ihre Berechtigung. – Meine heutige Sicht hingegen ist etwas abgeändert: Gerichtsverfahren sind „Schmiermittel“, die die Reibungsverluste vermindern und größeren  Schaden vermindern helfen. Sachverständige sind ein Teil dieses „Schmiermittels.“ Sie vollbringen damit einen wertvollen Dienst an Betroffenen und an der Gesellschaft. Aber auch an sich selbst: Es ist eine zutiefst befriedigende Sache, gebraucht zu werden.</p>
<p><strong>Fünfter Nutzen: Leistung, die honoriert wird</strong></p>
<p>Gute Leistung wird gut honoriert, sehr gute Leistung wird sehr gut honoriert, exzellente Leistung wird exzellent honoriert. Mit zunehmender Erfahrung steigen auch Größe und Schwierigkeit von Aufgaben. Damit auch die Honorare. Aber: Nur wer von sich selbst beste Leistung fordert, kann beste Bezahlung voraussetzen. Das wiederum setzt voraus, dass ein Sachverständiger immer wieder bereit ist, sich weiterzuentwickeln und alte Grenzen (oder vermeintliche Selbstbegrenzungen) zu überschreiten. Er muss aber genauso in der Lage sein, den Wert seiner Leistung ins rechte Licht zu rücken und den Auftraggebern auch zu beweisen.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Gutachten für Versicherungen</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2026 10:28:21 +0000</pubDate>
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(IRS) – Für manche Sachverständige mag das Verfassen von Gutachten für Versicherungen ein interessantes und lohnendes Unterfangen sein. Oder gewesen sein, weil doch wohl ein steigender Teil von Schadensfällen, die von Versicherungsanstalten früher extern vergebenen wurden, von internen Kräften begutachtet und direkt erledigt wird. Aber es verbleibt eine Anzahl von größeren Fällen und vor allem [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Für manche Sachverständige mag das Verfassen von Gutachten für Versicherungen ein interessantes und lohnendes Unterfangen sein. Oder gewesen sein, weil doch wohl ein steigender Teil von Schadensfällen, die von Versicherungsanstalten früher extern vergebenen wurden, von internen Kräften begutachtet und direkt erledigt wird. Aber es verbleibt eine Anzahl von größeren Fällen und vor allem von Streitfällen vor Gericht, in denen Versicherungen betroffene Parteien sind, als Arbeitsgebiet für unabhängige Sachverständige bestehen. Von Sachverständigen-Erfahrungen mit Versicherungen soll in diesem Beitrag die Rede sein.</p>
<p><span id="more-11558"></span><strong>Privatgutachten für Versicherungen &#8230;</strong></p>
<p>Verständlicherweise befassen sich Aufträge von Versicherungen an Sachverständige fast ausschließlich mit Schadensfällen, in denen an besagte Versicherungsinstitution über einen Versicherungsnehmer Ansprüche gestellt worden sind. Der Versicherungsnehmer hat den Schaden verursacht. in meinem Fall etwa ein Bauunternehmen, das bei Grabarbeiten das Kollektorfeld einer Erdwärmepumpe zerstört hat. Der Sachverständige soll nun die vorliegenden technischen Gegebenheiten aufnehmen, den Schaden aus technischer Sicht begutachten, also befunden, bewerten und schließlich die Schadenshöhe feststellen.</p>
<p><strong>&#8230; haben einen Unterschied zu Gerichtsgutachten</strong></p>
<p>In Gerichtsgutachten wird sorgsam darauf geachtet, dass ein Sachverständiger ausschließlich Sachfragen beantworten darf und keine Rechtsfragen, mit denen sich ausschließlich Gericht und Rechtsanwälte beschäftigen. Hier liegt in Gutachten für Versicherungen ein wesentlicher Unterschied vor: Der Sachverständige ist hier gefordert, darüber hinaus eine Aussage zu treffen, wer der Verursacher des Schadens ist und die Verantwortung für den Schaden trägt, also quasi den „Schuldigen“ darstellt – ein absolutes Unding in Gerichtsgutachten. Im Fall mehrerer Verursacher soll der Sachverständige einen Vorschlag unterbreiten, wie der Schaden z. B. im Fall einer „Verantwortungskette“ auf diese aufzuteilen ist oder anders gesagt, wie er ihnen zuzuordnen ist. Das Ergebnis ist dann eine prozentuelle „Quotelung“. Bei drei Verursachern kann diese etwa so aussehen: 1. Verursacher 50%, 2. Verursacher 30%, 3. Verursacher 20%.</p>
<p><strong>Konfliktpotential </strong></p>
<p>Bei der Arbeit für Versicherung ist es für den Sachverständigen von Vorteil, die zum Teil unterschiedlichen Bestrebungen der Beteiligten stets im Auge zu behalten, die im Folgenden ganz offen angesprochen werden sollen:</p>
<p>Die den Sachverständigen beauftragende Versicherung</p>
<p>-          wird als Haftende legitimes Interesse daran haben, dass der an den Geschädigten letztlich zu überweisende Geldbetrag möglichst niedrig ausfällt;</p>
<p>-          wird auch ein verständliches Interesse daran haben, dass sich das Honorar für den Sachverständigen in einem überschaubaren Rahmen bewegt;</p>
<p>-          besitzt dafür ein gewisses Druckmittel in der Form, dass sie dem Sachverständigen – zumeist wohl unausgesprochen – bei ihr gefälligem Ergebnis weitere Aufträge in Aussicht stellen könnte;</p>
<p>-          wird das vorliegende Gutachten im für sie bestmöglichen Sinne zu verwerten trachten, d. h. den Betroffenen vorlegen, es gegebenenfalls aber auch ignorieren.</p>
<p>Der von der Versicherung beauftragte Sachverständige</p>
<p>-          der das Gutachten für den konkreten Fall erstellt, wird von der Versicherung beauftragt und von dieser auch bezahlt;</p>
<p>-          steht daher unter gewissem Druck, den – vielleicht auch nur vermeintlichen – Erwartungen der Versicherung zu genügen, nämlich erstens, die von ihm festgestellte Schadenssumme und zweitens das Honorar eher gering zu halten.</p>
<p><strong>Konfliktvermeidung</strong></p>
<p>Einem allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Sachverständigen wird selbstverständlich bekannt und auch stets bewusst sein, dass für Gutachten bei Gericht und genauso für jegliche Privatgutachten dieselben rechtlichen, aber auch ethischen Bedingungen gelten müssen, so da sind Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Objektivität etc. Einem Institutionellen Auftraggeber wie einer Versicherung wird das ebenfalls bekannt sein, aber anderen Privaten, das sei hier mit erwähnt, muss das sicherheitshalber deutlich mitgeteilt werden, da sich manche Auftraggeber in der falschen Erwartung wiegen könnten, ein bezahlter Sachverständiger würde agieren wie ein guter Gehilfe oder gar wie ein Rechtsanwalt.</p>
<p><strong>Honorarfragen</strong></p>
<p>Es ist klar, dass für einfache und rasch zu erstellende Gutachten geringe Honorare bezahlt werden, allein schon deshalb, weil es hier mehr Wettbewerb geben muss als im Fall fachlich schwieriger Fälle. Für jemanden, der regelmäßig für größere Fälle herangezogen wird und gute Auftragslage hat, sind Kleinaufträge naturgemäß wenig interessant. Aus meiner Erfahrung mit größeren Fällen ist anzumerken, dass Versicherungen fast immer korrekt agiert und das geforderte Honorar auch anstandslos beglichen haben. Es ist aber auch vorgekommen, dass eine Versicherung mich zu einem Gespräch eingeladen hat. Sie suchte einen langfristigen und ständigen Partner mit so etwas wie „Loyalität“ (sprich: der Versicherung geneigt zu agieren) und mit einer Art Honorarbegrenzung nach oben. Das ich von derlei Ansinnen nur rasch flüchten konnte, ist klar.</p>
<p><strong>Integrität</strong></p>
<p>In diesem Zusammenhang ist allgemein daran zu erinnern, dass Integrität ein kostbares Gut ist. Verhalten, das gegen Strandsegeln oder gar gegen das eigene Gewissen verstößt, ist seinen Preis nie und nimmer wert. Ein Sachverständiger darf sich absolut keine Fehltritte erlauben. Es muss ihm immer gewärtig sein, dass er bei Fehlverhalten allein vor einem Richter landen kann und dafür geradestehen muss. Eine Verurteilung durch ein Gericht kann eine Existenzgrundlage vernichten. Allein schon aus dieser Überlegung heraus ist Korrektheit in allen Dingen – auch in den kleinsten – für einen Sachverständigen unerlässlich.</p>
<p><strong>Vertrauensvorschuss</strong></p>
<p>An zwei vom Schadensumfang gesehen größere Fälle kann ich mich erinnern, in denen mir Versicherungen nicht nur die Gutachtensaufträge erteilt haben, sondern im Anschluss daran auch die Verhandlungen mit den Geschädigten. Dazu wurde mir ein „Pouvoir“ in Form des Betrages für die Schadensregulierung gegeben, was von Seiten der Versicherungen, die mich durch Empfehlungen mir unbekannter Dritter gefunden hatten, einen sehr hohen Vertrauensvorschuss zeigte:</p>
<p>-          Im ersten Fall waren die technischen Verhältnisse kompliziert, der Fall länderübergreifend und der bisher angefallene Zeitaufwand zermürbend für den Schadensverursacher und die Versicherung gewesen; das Setzen eines (reduzierten) Entschädigungsbeitrages nach technischer Klärung mit Zusage sofortiger Überweisung bei umgehender Zustimmung verfehlte seine Wirkung nicht und die Sache konnte prompt erledigt werden.</p>
<p>-          Im zweiten Fall war eine Gesprächsbasis zwischen Versicherung und geschädigtem Unternehmen nicht mehr vorhanden; das Finden einer guten Gesprächsgrundlage mit dessen oberstem „Boss“ brauchte zwar Zeit, aber die ursprüngliche Forderung konnte infolge des nachvollziehbaren Gutachtensergebnisses auf ein Drittel reduziert werden.</p>
<p><strong>Der Vorteil von Netzwerken</strong></p>
<p>Genauso wie bei größeren Gerichtsfällen war auch für viele Versicherungsgutachten die Beiziehung von Fachleuten aus angrenzenden Fachgebieten erforderlich. Persönliche Netzwerke sind höchstwahrscheinlich für jeden Sachverständigen von großem Vorteil, allein schon deshalb, weil man informell rasch zur Klärung von Zuständigkeiten und kleineren Fragen oder Problemen kommt. In meinem Fall betraf das hauptsächlich die Gebiete Bauwesen mit Hoch- und Tiefbau, Elektrotechnik, Regelungstechnik, Arbeitsmedizin, Werkstofftechnik für Metall oder Kunststoff, Chemie. In einzelnen Fällen war aber aus Kapazitätsgründen auch die Beiziehung von Fachleuten aus dem eigenen Fachgebiet notwendig. Es zeigte sich oft, dass das Aufrechterhalten einer guten Gesprächsbasis mit Mitbewerbern eine gute Sache ist.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Drei Wege zum Sachverständigen</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Aug 2026 15:57:59 +0000</pubDate>
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(IRS) – Vorweg sei klargestellt, dass damit nicht Wegbeschreibungen oder Ortsangaben fürs Navi gemeint sind. Sondern hier soll berichtet werden vom Werdegang dreier Techniker unterschiedlicher Fachbereiche, die sich für die Tätigkeit eines Gerichtssachverständigen entschieden haben und diese auch erfolgreich ausüben oder ausgeübt haben. Alle drei haben gemeinsam, dass sie diese Wahl nicht von sich aus [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Vorweg sei klargestellt, dass damit nicht Wegbeschreibungen oder Ortsangaben fürs Navi gemeint sind. Sondern hier soll berichtet werden vom Werdegang dreier Techniker unterschiedlicher Fachbereiche, die sich für die Tätigkeit eines Gerichtssachverständigen entschieden haben und diese auch erfolgreich ausüben oder ausgeübt haben. Alle drei haben gemeinsam, dass sie diese Wahl nicht von sich aus getroffen haben, sondern erst auf ihre Eignung dafür hingewiesen werden mussten und auf die Vorteile, die eine Tätigkeit als Sachverständiger mit sich bringen kann. Die folgende Darstellung erfolgt anonymisiert.</p>
<p><span id="more-11549"></span></p>
<p><strong>Der eigene Weg</strong></p>
<p>Bevor wir von den drei Kollegen reden, sei kurz der eigene Weg geschildert, oder die eigene Motivation (über die auch schon an anderer Stelle geschrieben wurde, wobei ich allerdings auf die Schnelle nicht mehr weiß, in welchem Artikel, macht aber nix):  Ein wichtiger Aspekt war jedenfalls das Bestreben, zum Beruf als Planer und Berater eine weitere Zusatz-Qualifikation zu bekommen, mit dem Ziel, die Erkenntnisse daraus für noch bessere Bearbeitung von Projekten zu nutzen.</p>
<p>Eine derartige zusätzliche Qualifikation hatte sich schon früher in Form der Ausbildung zur  Sicherheitsfachkraft im Sinne des Arbeitnehmerschutzgesetzes ergeben. Letztere war einerseits sehr wertvoll für HLK-Planungen geworden, weil die Denkweise des Sachverständigen neue Blickwinkel und wichtige Ergänzungen in die Bearbeitung von Projekten einbrachte. Andererseits hatte sich die neue Qualifikation als große Hilfe bei Betriebs- und Anlagengenehmigungen erwiesen, weil sich daraus eine gute Gesprächsgrundlage mit Behörden und insbesondere mit dem Arbeitsinspektorat ergab.</p>
<p><strong>Der Experte für Schwerfahrzeuge</strong></p>
<p>Aus einem Netzwerk für Sachverständige kam der Auftrag, den Schaden eines Verkehrsunfalles zu ermitteln. Der Auftrag zu einem Gutachten betraf  nicht der den Schaden verursachende Lastkraftwagen, sondern ein erheblich demoliertes schweres Sonderfahrzeug. Das wollte ich wegen der damit verbundenen zeitaufwendigen Einarbeitung in die Technik von derlei Gefährten aber nicht selbst erledigen. Zum Glück fiel mir ein Bekannter ein, ein Maschinenbauingenieur, der in einem Betrieb arbeitete, der ähnliche Fahrzeuge herstellte. Der sah sich den Fall an und sagte zu, ein Gutachten zu erstellen, was er dann auch tat.</p>
<p>Nach erfolgreicher Erledigung des Schadensfalls nahm ich mit ihm wieder Kontakt auf. In einem kurzen Gespräch war er von der Idee, selbst Gerichtsgutachter zu werden, sehr angetan und setzte umgehend die notwendigen Schritte.</p>
<p>Interessant war die Folge der neuen Qualifikation: Im Rahmen seiner Tätigkeit war er zuvor unter anderen auch mit der Abwicklung von Reklamationen befasst. Nun bestellte ihn sein Arbeitgeber zum internen Sachverständigen, der solche Reklamationen als neutrale Anlaufstelle übernehmen, unbeeinflusst und unabhängig beurteilen und erledigen sollte. Diese einzigartige und für ihn sehr vorteilhafte Stellung behielt er bis zu seiner Pensionierung.</p>
<p><strong>Der Mitarbeiter einer Maschinenfabrik</strong></p>
<p>Die meisten hochqualifizierten Ingenieure und Wissenschaftler suchen sich Arbeitsstellen, an denen sie sich fachlich und persönlich gut entfalten können. Wer den Platz gefunden hat, an dem die Rahmenbedingungen passen und fachliche Weiterentwicklung gefördert wird, hat wenig Anlass, sich einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. Das war auch beim Fachkollegen der Fall, von dem hier die Rede ist. Der Vorschlag, die Prüfung zum Gerichtssachverständigen abzulegen, galt aber nicht ihm, sondern zunächst einmal seiner Frau. Ihre besondere Qualifikation hatte dazu geführt, dass sie eingeladen wurde, an einem schwierigen Projekt mitzuarbeiten, was sie schließlich auch erfolgreich erledigte. Das an sie gestellte Ansinnen zum Eintritt in die Sachverständigentätigkeit bekam auch ihr Mann mit. Der begann sich ebenfalls dafür zu interessieren, in der Folge legten beide die entsprechende Prüfung ab und wurden als Sachverständige vereidigt.</p>
<p>Interessant war auch hier eine unerwartete Konsequenz: Der Ehemann hatte eine Karriere als Freiberufler oder Unternehmer nach Eintragung als Gutachter zunächst noch kategorisch ausgeschlossen. Vielleicht angestoßen durch die Beschäftigung mit dem Gutachterwesen, das ja Unabhängigkeit und damit eine gewisse Form der Selbständigkeit mit sich brachte, entschloss er sich, den Weg in die berufliche Selbständigkeit zu wagen, was dazu führte, dass er seinem Arbeitgeber kündigte. Der Schritt in die unternehmerische  Unabhängigkeit gelang ihm schließlich gut.</p>
<p><strong>Der Werkstofftechniker</strong></p>
<p>Im Gegensatz zu den vorher genannten Personen hatte die dritte ihren Schritt in die Selbständigkeit schon lange hinter sich. Der Werkstofftechniker führte bereits seit vielen Jahren ein national und international tätiges und weithin anerkanntes Ingenieurbüro, das sich mit der Entwicklung innovativer Produkte beschäftigte. Expertisen des Büros zeichneten sich durch Präzision und verlässliche Aussagen aus und in ihrer Art hätten sie jedem Sachverständigen zur Ehre gereicht. Allerdings waren die Hauptkunden seines Unternehmens produzierende Industriebetriebe oder Konzerne und nicht Gerichte, obwohl mehrmals seine durch andere Sachverständige vorgelegte Expertisen auch in Gerichtsfällen sehr hilfreich waren.</p>
<p>Das dem Werkstofftechniker vorgetragene Ansinnen, seine Arbeit könnte doch auch Sachverständigentätigkeit umfassen und um Aufträge aus Gerichten erweitert werden, fand er zunächst etwas überrascht als „überlegenswert“, er entschloss sich aber dann doch recht flott zu diesem Schritt, auch weil ihm klar wurde, dass sein Wissen auch für das Justizwesen wertvoll sein könnte. Und auch deswegen, weil er wusste, dass gute Arbeit auch gut bezahlt wird. Sein nächster Schritt bestand darin, seine Sachverständigenarbeit in einen eigenen und von seinem Unternehmen auch im Stil völlig getrennten Webauftritt zu präsentieren.</p>
<p>Anlässlich eines ausführlichen Gespräches etwa ein Jahr später zeigte er sich sehr dankbar für den Impuls zu diesem Schritt. Das Ergebnis lag weit über seinen Erwartungen: Zahlreiche Aufträge aus Gerichten in ganz Österreich hätten neue Einsichten und Erkenntnisse gebracht und er gab an, dass ihm das neue Arbeitsfeld richtig Spaß machte, auch weil es sehr gut zu seinem Naturell passte. Und er sah bestätigt, dass sein Wissen und seine Erfahrung dringend gebraucht wurde.</p>
<p><strong>Zusammenfassende Gedanken</strong></p>
<p>Über das Sachverständigenwesen ist meines Erachtens viel zu wenig bekannt, insbesondere unter jenen Fachleuten, die für eine solche Tätigkeit in Frage kommen. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Einer mag daran liegen, dass Sachverständigenverbände, die an sich die Kurse für den Zugang veranstalten, ihre Aufgabe eher in der Betreuung bereits aktiver Kollegen sehen. Werben für Neuzugänge ist nicht so sehr ihre Sache, vielleicht auch aus dem Wunsch heraus, sich nicht unnötige Konkurrenz zu züchten.</p>
<p>Ein anderer Grund mag falsche Vorsicht sein: Selbst bei Leuten, die durchaus wissen, was ein Sachverständiger können muss und was er tut, besteht oft eine Scheu, vielleicht sogar zu viel Respekt oder Angst davor, mit dem Gericht irgendwie in Berührung zu kommen.</p>
<p>Trotz alledem kann man nur an potentielle Interessenten appellieren: Informieren Sie sich, stellen Sie Fragen, prüfen Sie, ob die Tätigkeit als Sachverständiger oder Sachverständige nicht auch für Sie ein in jeder Hinsicht lohnendes Arbeitsfeld sein kann! – Für Auskünfte stehe auch ich gerne zur Verfügung, am besten per E-Mail!</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Persönlichkeiten auf dem Bildungsweg</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Aug 2026 15:32:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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		<category><![CDATA[Persönlichkeit]]></category>
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(IRS) – Es kann eine sehr spannende Sache sein, über Erfahrungen mit Menschen zu sprechen, die im Laufe unseres Lebens im besten Sinn des Wortes bleibend Eindruck hinterlassen haben. Das trifft klarerweise in erster Linie zu auf Verwandte, Freunde oder Bekannte. Aber nicht von denen soll hier die Rede sein, sondern von einigen Personen, die [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Es kann eine sehr spannende Sache sein, über Erfahrungen mit Menschen zu sprechen, die im Laufe unseres Lebens im besten Sinn des Wortes bleibend Eindruck hinterlassen haben. Das trifft klarerweise in erster Linie zu auf Verwandte, Freunde oder Bekannte. Aber nicht von denen soll hier die Rede sein, sondern von einigen Personen, die mich auf meinem Bildungs- oder Ausbildungsweg in verschiedenen Phasen eine Zeitlang begleitet haben. Und zwar von einzelnen Menschen mit bezeichnenden Stärken oder auch Schwächen, die aufgrund ihres Wirkens, ihres Einflusses oder ihres Charakters in bestimmter Weise prägend waren.</p>
<p><span id="more-11544"></span></p>
<p><strong>Die Volksschullehrerin</strong></p>
<p>Meine Eltern hatten Wert gelegt darauf, dass ich die Volksschule in der Stadt Weiz besuchen sollte und nicht die etwas näher gelegene – damals etwas ländlicher ausgerichtete – auf dem Weizberg. Die Lehrerin für die ersten drei Schuljahre war <em>Johanna Fleischhacker</em>, eine alleinstehende Dame, ihr Freund war nicht mehr aus dem Krieg zurückgekehrt. Mit gebührender Strenge, aber auch mit Humor, verstand sie es, unsere Bubenklasse zu führen.</p>
<p>Ihrem Engagement zu danken sind die zahlreichen und für mich unvergesslichen Exkursionen und Besuche bei Unternehmen, die heute in dieser Art nicht mehr existieren: Die Molkerei im Ort, ein Hammerwerk, eine Drechslerei, Handwerksbetriebe. Auch die vielen geführten Spaziergänge und Wanderungen in der engeren Gegend hinterließen Eindruck, besonders die Fahrten zu einzelnen Zielen auf der Schmalspurbahn und damals noch mit Dampflok …</p>
<p><strong>Der Klassenvorstand</strong></p>
<p>Weiz war damals und ist auch heute noch Bezirkshauptstadt, aber ein Gymnasium gab es nur in der etwas kleineren Stadt Gleisdorf, sechzehn Kilometer weiter südlich. Der Schulweg beinhaltete daher einen ordentlichen Fußmarsch vom Einfamilienhaus unserer Familie zum Bahnhof, die Fahrt nach Gleisdorf, in den ersten Jahren mit der Bahn, später mit dem Bus, und nochmals einen respektablen Fußmarsch zum Gymnasium. In der Oberstufe bekamen wir einen neuen Klassenvorstand, <em>Fritz Lehner,</em> einen gebürtigen Oberösterreicher aus Wels. Wir hatten den „Barbarossa“ auch in Latein und später dazu noch in Englisch.</p>
<p>Auch er wusste, wie man sich Respekt verschafft. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir seine Fähigkeit, für Latein zu begeistern durch Aufzeigen dessen zahlreicher Spuren in unserer Sprache und durch gute begleitende Informationen aus der Geschichte. Hohe Alltagsrelevanz hatte auch sein Englischunterricht, was dazu beitrug, dass ich in diesem Fach eine mündliche Maturaprüfung abgelegt habe. Aktiv war er auch in politischer Hinsicht: Als bekennender Sozialdemokrat brachte er es als „Zuagroaster“ (heißt: Zugezogener) sogar zu einem Sitz im Gleisdorfer Gemeinderat …</p>
<p><strong>Der Mathe- und Physikprofessor</strong></p>
<p>In Mathematik habe ich mich im Gymnasium redlich geplagt. Unser Mathematik-Professor in der Oberstufe, <em>Josef Zoller</em>, hat es mir und anderen aus meiner Sicht auch nicht leicht gemacht. Was manchmal demotivierend war, zu anderen Zeiten aber im positiven Sinn herausfordernd. Denn seine Anforderungen waren hoch, sein Lehrstil und seine Didaktik empfand ich – gelinde gesagt – etwas eigenwillig. Meine Erfolgserlebnisse waren rar, aber es gab sie doch. Es ist mir sogar gelungen, in all den acht Jahren Gymnasium eine einzige Schularbeit auf „sehr gut“ zu schreiben: Die allerletzte in der achten Klasse. Jedenfalls empfinden manche Absolventen das Duschhalten unter ihm Nachhinein als eine Art Adelsprädikat. Und als Verbindung stiftendes Merkmal: Eine etwas sperrige und bockige Auskunftsperson in einem Gutachtensfall wandelte sich zu einer sprudelnden Informationsquelle, nachdem wir beide festgestellt hatten, in Mathe „den Zoller“ gehabt zu haben …</p>
<p>Eine ganz andere Sache hingegen war sein Physikunterricht. Da war ich bei den Besten, denn das Fach interessierte mich. Vor allem aber wegen des Humoreffekts, weil etliche der von „Le Sepp“ durchgeführten und teilweise improvisierten Versuche grandios scheiterten und dadurch erst recht unvergesslich wurden:</p>
<p>-          Vielleicht weil er nicht gerade zierliche Hände besaß, ging das filigrane Glasmodell einer Brunnenpumpe bereits bei der ersten Vorstellung klirrend zu Bruch. Jedenfalls habe ich mir gemerkt, dass es ein Saug- und ein Druckventil aufgewiesen haben soll.</p>
<p>-          Zwecks Spektralanalyse des Flammenlichts hielt ein assistierender Schüler an einer Zange ein  Stück Magnesium in die offene Flamme des Bunsenbrenners. Der Professor war mit dem Effekt nicht zufrieden, wollte es selbst versuchen, griff die Zange am heißen Ende an, warf sie jaulend weg und stürzte zum Waschbecken, um die Brandwunde zu kühlen.</p>
<p>-          Zum Thema Magnetismus wollte er mittels Hufeisenmagnet Metallkügelchen aus einem Glas holen. Der Professor war etwas überrascht, dass das nicht funktionierte, aber jeder, der damals in der Klasse saß, weiß seither, dass Bleikugeln nicht auf Hufeisenmagnete reagieren.</p>
<p>Das sind nur drei der vielen derartigen Erlebnisse, die ich nicht vergessen kann. Jedenfalls habe ich in Physik mündlich bei ihm maturiert und offenbar wider des Professors Erwarten mit „sehr gut“ abgeschlossen, was ihn dann beim Abschied zur Bemerkung veranlasst hat: „Aber in Mathematik hast Du immer noch einen Dreier!“</p>
<p><strong>Der Professor für Darstellende Geometrie</strong></p>
<p>Als eine Hilfskraft am Institut das Ergebnis meines stundenlangen Bemühens um korrekte konstruktive dreidimensionale Darstellung des Sechskants eines Schraubenkopfes mit der Bemerkung aburteilte, das, was ich ihm gerade vorgelegt hatte, sei eine „saubere Freihandzeichnung“, war mir klar, dass an der damaligen Technischen Hochschule andere, wesentlich höhere Maßstäbe galten als beim „Burschi“, unserem Professor für Darstellende Geometrie am Gymnasium.</p>
<p>Der Leiter des Instituts, <em>Fritz Hohenberg</em>, war ehrfurchtgebietend in jeder Hinsicht. Zum einen pflegte er freihändig Zeichnungen an die Tafel zu werfen, die auf Anhieb passten. Schnittpunkte von Linien und Kurven saßen da, wo sie hingehörten. Mit tiefer, sonorer Stimme erklärte er Zusammenhänge. Gutem Humor war er nicht abgeneigt, sofern er das gerade besprochene Thema traf. Selbst von einer versehentlich zuhause liegen gelassenen Brille ließ er sich nicht vom Zeichnen abhalten: Die Seiten seines Buches „Konstruktive Geometrie in der Technik“ hatte er im Kopf, ebenso die Abbildungen, lediglich deren Nummern erfragte er sich aus der ersten Reihe der Zuhörer.</p>
<p>Hohenberg war noch von alter Schule, was Ordnung und Disziplin seiner Hörer betraf. Einen Studenten, der fünf Minuten zu spät in seine Vorlesung kam, warf er hochkant hinaus. Seine Prüfungen waren mit Recht gefürchtet. In der Zeit, als ich vor meiner Prüfungsaufgabe saß, machte sich in mir breite Sehnsucht breit, jetzt stattdessen irgendwo auf einem weit entfernten Berggipfel zu sitzen. Aber es ging alles glatt!</p>
<p><strong>Der Professor für Verbrennungskraftmaschinen</strong></p>
<p>Als künftiger Ingenieur empfand ich den Motorenbau als so etwas wie die Krone des  Maschinenbaus, natürlich zusammen mit den thermischen Turbomaschinen, denen später mein Hauptinteresse galt. Die Namen List und Pischinger strahlten damals weit über die Grenzen Österreichs hinaus, die beiden Wissenschaftler waren Herausgeber und Autoren der mehrbändigen Enzyklopädie „Die Verbrennungskraftmaschine“, die uns Studenten als Leitlinien für eigene Konstruktionsversuche dienten.</p>
<p><em>Anton Pischinger</em> habe ich als unaufgeregten, väterlichen Charakter in Erinnerung, von seiner  Vorlesung über Verbrennungskraftmaschinen selbst ist mir vom Stoff her nicht viel in Erinnerung geblieben, weil alles irgendwie gleich interessant war. Was ich aber mitgenommen habe ist, dass gerade solche hervorragenden Wissenschaftler wie er ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Errungenschaften wenig herausstreichen, sondern sich lieber auf die momentane Aufgabe konzentrieren, die gerade vor ihnen liegt.</p>
<p>Meine mündliche Prüfung habe ich bei ihm zusammen mit einem Kollegen abgelegt. Als dieser auf die an ihn so nebenbei gestellte Zusatzfrage, wie schnell sich die Nockenwelle eines Viertakt-Motors denn dreht im Verhältnis zur Kurbelwelle (halb so schnell), antwortete der Kollege prompt falsch (gleich schnell). Der Professor schien die Antwort nicht gehört zu haben und kam über einen kurzen rhetorischen Umweg wieder auf die Frage zurück, die der über seinen Fehler etwas erschrockene Kollege diesmal richtig beantwortete und auch begründete.</p>
<p><strong>Der Professor für Wärmetechnik </strong></p>
<p>An den genauen Titel der Vorlesung über den Kraftwerksbau und der zugehörigen Übung kann ich mich nicht mehr erinnern (ich müsste in den Zeugnissen nachschauen), Tatsache ist aber, dass sich zu dieser Zeit anfangs der Siebziger Jahre sich das Thema Kraftwerke sehr stark auf Atomkraftwerke konzentrierte. In Folge dazu waren Druckwasser-Reaktoren ein bevorzugtes Aufgabengebiet. Die praktische Frage war meist nur, ob als Vorbild für eigene Entwürfe der amerikanischen Bauweise (Westinghouse) der Vorzug gegeben wurde oder der russischen (Woronesch).</p>
<p>Vorstand der Lehrkanzel und zuständiger Professor war <em>Paul Viktor Gilli</em>. Mit seinem etwas süffisanten Humor und mit seinen oft ironischen Bemerkungen konnte ich als Student nicht viel anfangen, dazu war ich noch nicht locker genug. Bei Besprechung meiner Reaktor-Konstruktion gab ich den Durchmesser eines Rohres für die Uran-Tabletten gesprächsweise mit „zwei Zentimeter“ an, was eine langgezogene Antwort in gespielt-entsetztem Ton nach sich zog: „Herr Soooonek – Zeeeentimeeeter – ein Mauuuurermaß!“ Ist mir seither unvergesslich klar, Maurer messen in Zentimeter, Maschinenbauer in Millimeter …</p>
<p>Etwa Zwanzig Jahre später saßen wir auf einer internationalen Konferenz über Gasturbinen zusammen. Er war Leiter einer Arbeitssitzung, ich sein Vize. Wir erteilten den Vortragenden das Wort und leiteten die Diskussionen am Schluss der Vorträge. Seine immer anerkennenden, aber mit Witz vorgebrachten Randbemerkungen über manche Themen und Vortragsinhalte habe ich gerne und mit Schmunzeln registriert …</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Schleuderkurs</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2026 16:19:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Technikgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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(IRS, Meinung) – Wer sein Auto aus höherer Geschwindigkeit rasch abbremsen und das Lenkrad stark einschlagen muss, um einem Hindernis auszuweichen, läuft in Gefahr, ins Schleudern zu kommen. Diese Situation kennt vermutlich jeder, der schon längere Zeit Autofahrer ist. Dass fast die  gesamte Automobilindustrie Deutschlands ins Schleudern gekommen ist, betrifft nicht nur dieses mächtige Industrieland, [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-3235" title="Rufzeichen" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Fehler-150x150.jpg" alt="Rufzeichen" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS, Meinung) – Wer sein Auto aus höherer Geschwindigkeit rasch abbremsen und das Lenkrad stark einschlagen muss, um einem Hindernis auszuweichen, läuft in Gefahr, ins Schleudern zu kommen. Diese Situation kennt vermutlich jeder, der schon längere Zeit Autofahrer ist. Dass fast die  gesamte Automobilindustrie Deutschlands ins Schleudern gekommen ist, betrifft nicht nur dieses mächtige Industrieland, sondern auch beträchtliche Teile der autonahen Zulieferindustrie unseres Landes. Es ist daher auch hierzulande durchaus angebracht, zu überlegen, wie die Industrie aus diesem Schlamassel herauskommen könnte.</p>
<p><span id="more-11536"></span></p>
<p><strong>Außenstehende haben zwar wenig Information, können aber beobachten</strong></p>
<p>Wer eine Situation verbessern will, müsste zunächst einmal die Ursachen finden dann analysieren und versuchen, klar und unzweifelhaft zu erkennen und festzuhalten, was passiert ist (quasi einen Befund erstellen) und daraus zu schließen, welche Versäumnisse oder Fehler gemacht worden sind (also ein Gutachten darüber zu erstellen). Dem Außenstehenden fehlen bedauernswerterweise die zentralen Informationen dazu, also muss er sich auf eigene Beobachtungen oder Eindrücke stützen, so unvollkommen oder ungenau diese auch sein mögen. Aber es ist eine interessante Berufs- und Lebenserfahrung, dass Außenstehende oft besser Zusammenhänge finden als Insider, die bis über die Ohren ein einer Sache und deren Probleme stecken.</p>
<p><strong>Die Zeit der Wassermelonen</strong></p>
<p>Im Rückblick sehe ich einen Riesenschaden für die deutsche Industrie, den jene aggressive Ideologie europaweit verursacht hat, deren Maskottchen am besten mit einer Wassermelone zu beschreiben ist: Außen grün, innen rot. Äußerlich umwelt- und klimabetroffen, zugleich innerlich bevormundend, überzogen regulierend, stur, humor- und gnadenlos agitierend gegen alles, was der eigenen Denkart skeptisch oder gar kritisch entgegensteht. Das ist die subjektive Sicht eines, dem früher einmal die grüne Gedankenwelt sehr sympathisch war. Aber Zeiten, Menschen und politische Bewegungen ändern sich halt.</p>
<p><strong>Die Verdammung des Dieselmotors</strong></p>
<p>Aus der nüchternen Sicht des Maschinenbauers war eines der ersten Opfer der Auto-Dieselmotor. Und das völlig zu Unrecht, ist er doch die Verbrennungskraftmaschine mit dem höchsten Wirkungsgrad. Der Abgasskandal mit der Bestrafung Verantwortlicher hat als Eigenfehler zwar viel zu seinem plötzlich schlechten Image beigetragen, aber bestimmten Gruppen und den Propagandisten der allheilmachenden E-Mobilität kam das gerade recht. Dem deutschem Automobil-Motorenbau ging damit eines der besten Zeugnisse seiner Ingenieurkunst und der Industrie ein Führungsbereich verloren.</p>
<p><strong>Verwirrung statt gelassener Überlegung</strong></p>
<p>Die Verantwortlichen der Europäischen Union setzten unter dem erstarkenden Einfluss der Wassermelonen auf eine rasche Wende zur E-Mobilität und verfügten sinnloserweise überhaupt gleich das Ende des Verbrennungsmotors. Der damit verbundene überbordende Regulierungswahn war ein Schlag in die Magengrube der Autoindustrie, wiederum in erster Linie der deutschen. Die in Europa daraus entstehende Verwirrung – anders kann ich das nicht bezeichnen – kam vor allem der gewaltig  expandierenden chinesischen Autoindustrie gerade recht. Sie begann, mit ihren E-Modellen in den EU-Markt einzudringen. Die Reaktion der Europäer mit ersten eigenen E-Modellen verlief wenig erfolgreich. Die Europäer hätten den Trend schlicht verschlafen, hieß es. Folge: Sowohl auf Seiten der EU als auch auf Seiten der Industrie schien man zu sorgfältiger Überlegung und Gelassenheit nicht mehr fähig.</p>
<p><strong>Ein Blick zurück</strong></p>
<p>Über Jahrzehnte hatte die deutsche Autoindustrie in China einen stabilen Absatzmarkt. In zahlreichen Joint-Ventures entstanden gewinnbringende Konstellationen, gleichzeitig wanderte wertvollstes Know-How aus Entwicklungsbüros und aus Fertigungsstätten direkt zu lernbereiten chinesischen Partnern. Wenn es in diesen Zeiten gar zu – wie vielfach gemunkelt wurde – Diebstählen an geistigem Eigentum gekommen sein sollte, wurde dies – vermute ich mal – wohl im Blick auf die trotz allem prächtig laufenden Geschäfte ignoriert. Kurzum: Das Geschäft lief, was wollte man auch mehr. Aber es hatte in meinen Augen einen Preis: Die „Asiatisierung“.</p>
<p><strong>Die Asiatisierung der Fahrzeuge, besonders der Karosserien</strong></p>
<p>Diese Konzentration auf den asiatischen, im Besonderen auf den chinesischen Markt, hatte, was Autos betrifft, deutlich sichtbare Folgen. Karossen der Fahrzeuge deutscher Premiumhersteller, die sich bislang durch elegante, um nicht zu sagen schlichte und glattflächige Linienführung ausgezeichnet hatten, bekamen plötzlich Wulste, Beulen und Sicken an Stellen, an denen man es zuvor nicht nötig gehalten hatte. Bisher in meinen Augen als klassisch schön gestaltete Fahrzeuge waren plötzlich futsch. Besonders arg wurden die Auswüchse an einigen großen SUV, deren Namen ich mich bewusst geweigert habe, wahrzunehmen. Man wollte, so scheint&#8217;s, vor allem oder gar ausschließlich asiatischen Geschmäckern Genüge tun.</p>
<p><strong>Erste Korrekturen</strong></p>
<p>Eine der Chancen für die deutschen Autobauer sehe ich darin, dass sie wieder zu alten Tugenden zurückkehren. Vielleicht kommt es zur Wiederbelebung des Grundsatzes „form follows function“, aber halt mit Eleganz. Erste Ansätze in diese Richtung sehe ich in der neuen Audi-Studie „Concept C“. Audis waren ja mal wirklich elegant und fast zeitlos schön. Was ich heute herumfahren sehe, empfinde ich als grauslich und einer großen Marke unwürdig. Diese Beobachtung gilt auch für andere Marken. Doch auch Mercedes hat was Kluges getan: Die Elektro-Submarke EQS oder ähnlich eingestampft und das E-Portefeuille ganz unspektakulär in die „normalen“ Produktlinien übernommen. In meinen Augen aus mehreren Gründen ein cleverer Schachzug.</p>
<p><strong>Hoffnungen</strong></p>
<p>Auch im Sinne der österreichischen Wirtschaft und der vielen Zulieferbetriebe hoffe ich, dass die Erwähnten richtig auf die aktuellen Herausforderungen antworten, sich zu neuem Selbstbewusstsein emporschwingen, sich richtig positionieren und die alten Tugenden wiederbeleben, soweit sie in der neuen Zeit ihre Berechtigung noch nicht verloren haben. Vor allem hoffe ich, dass sich endlich Industriekapitäne finden, die unbequeme Tatsachen beim Namen nennen, und zwar noch bevor es zu spät ist. Und die den Mut haben, der zerstörerischen Wassermelonen-Ideologie zumindest in Bezug auf das eigene industrielle Wirkungsumfeld endgültig den Riegel vorzuschieben.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Die große Hitze</title>
		<link>http://www.sonnek.at/2026/07/31/die-grose-hitze/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Jul 2026 10:46:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Humor]]></category>

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(IRS) – „Seit numehr 32 Monaten hatte man in Österreich keinerlei Niederschläge mehr und nur in Höhen über 1500 Meter Temperaturen unter dem Nullpunkt registriert. Selbst in den Wintern zeigten die Thermometer selten weniger als 15°. Unabhängig von der Jahreszeit war es warm bis heiß, die Luftfeuchtigkeit minimal, der Luftdruck tief unter dem hundertjährigen Durchschnitt, [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-5069" title="Energie" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Energie-150x150.PNG" alt="Energie" width="150" height="150" /></dt>
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</div>
<p>(IRS) – „Seit numehr 32 Monaten hatte man in Österreich keinerlei Niederschläge mehr und nur in Höhen über 1500 Meter Temperaturen unter dem Nullpunkt registriert. Selbst in den Wintern zeigten die Thermometer selten weniger als 15°. Unabhängig von der Jahreszeit war es warm bis heiß, die Luftfeuchtigkeit minimal, der Luftdruck tief unter dem hundertjährigen Durchschnitt, der Himmel meist von Dunstschleiern bedeckt, der Unterschied zwischen Morgen- und Tagestemperaturen so unwesentlich, dass auch die taulosen Nächte schon lange mehr keine Abkühlung mehr brachten.“</p>
<p><span id="more-11521"></span></p>
<p>„Die Meteorologen boten zahlreiche Erklärungen dieses Phänomens an, die im großen und ganzen darauf hinausliefen, dass vielerlei mehr oder minder zufällig zusammentreffende Faktoren eine Pattsituation zwischen verschiedenen russischen, atlantischen und mittelmeerischen Tiefs oder Hochs bewirkt hatten, eine Verstrickung atmosphärischer Bewegungen und Rhythmen, die sich aus ihrer verhängnisvollen Etablierung nicht mehr lösen konnten. Diese Erklärungen mochten stimmen, wurden aber begreiflicherweise ebensowenig als befriedigend empfunden wie der Hinweis, dass ähnlich langdauernde Trockenzeiten in früheren Jahrhunderten nicht ungewöhnlich gewesen wären.“</p>
<p><strong>Die Einsichten des Dr. Jörg Mauthe</strong></p>
<p>Diese Zeilen finden sich im ersten Kapitel des Romans „Die große Hitze oder Die Errettung Österreichs durch den Legationsrat Dr. Tuzzi“ von Jörg Mauthe, erschienen im Jahr 1974 im Verlag Fritz Molden*. Der Autor war ein österreichischer Journalist, Schriftsteller und Kulturpolitiker und auf jeden Fall ein unkonventioneller Denker. In meinen Augen lieferte Jörg Mauthe darin unter anderem eine liebevoll ziselierte Persiflage des österreichischen Beamtentums und der Politik, in dem er sich zum Ende des Romans hin intensiv mit einem Phänomen auseinandersetzt, an das ich oft denken muss, wenn ich hiesigen Politikern zuhöre, insbesondere rund um das Thema „Klimawandel“. Dazu Jörg Mauthe satirisch:</p>
<p><strong>Der Prozess der Verösterreicherung </strong></p>
<p>„Die Verösterreicherung der Welt schreitet unaufhaltsam vorwärts. … Man hat diesen Prozess zu betrachten als Vorgang …, der … sogenannten Wahrheiten die Thronsessel unter den Hintern wegzieht, sodass … sie sich als das entpuppen, was sie sind: als bloße zeitbedingte Vorurteile. Die Verösterreicherung beginnt also (und endet!) mit der plötzlichen und beglückenden Erkenntnis, dass nichts mehr wichtig oder vielmehr: dass alles gleich wichtig und gleich unwichtig ist. Wo aber relativiert wird, entsteht Freiheit. Und die Relativierung, diese höchste aller Künste, ist das Mittel, mit dem sich die Verösterreicherung unaufhaltsam ausbreitet.“</p>
<p><strong>„Wahrheiten“ und Realität</strong></p>
<p>Warum ich bei dieser satirisch gemeinten Beschreibung an die Diskussion um den Klimawandel denken muss, liegt auf der Hand: Im Fall des Klimas werden immer noch Behauptungen als Wahrheiten gehandelt, die mit der Realität nichts zu tun haben. Ob der „menschgemachte Klimawandel“ ein Faktum ist, ist nach wie vor strittig. Dass die Ergebnisse rechnerischer Klimamodelle keine geeignete Grundlage sein können für politische Maßnahmen ist jedem klar, der mit Rechenmodellen und Simulationen zu tun hatte. Und dass etwa die Bezeichnung „Klimakrise“ keine wissenschaftliche Grundlage hat, wird sogar im aktuellen Bericht des „Weltklimarats“ IPCC festgehalten.</p>
<p><strong>Die Österreicher …</strong></p>
<p>Aufgrund der vorhin erwähnten von Mauthe angesprochenen Prozesses hege ich die Hoffnung, dass auch die Leute hierzulande des ständigen medial getragenen Klima-Trommelfeuers in möglichst naher Zukunft überdrüssig werden. Vielleicht gibt es auch einmal eine Regierung, die die Riesenkosten des „Klimaschutzes“ realistisch betrachtet und die unangenehme Frage stellt, welche mess- und nachweisbaren Ergebnisse die vielen Milliarden gebracht haben, die man aufgewendet hat im Glauben, das Klima „schützen“ zu müssen. Und vielleicht kommt es bald zu einer guten Konfrontation konträr denkender Wissenschaftler, durch die eine breite Öffentlichkeit ein realistisches Bild gewinnen kann.</p>
<p><strong>… müssen sich noch gedulden</strong></p>
<p>Es ist sicher noch ein langer Weg. Denn vor zwei Tagen hat der Herr Bundespräsident bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele natürlich nicht auf das Thema „Klimakrise“ verzichten können. Und das angesichts einer – wie seiner Biografie entnommen werden kann – vorhergehenden Karriere als Wissenschaftler, von dem ich schon erwarten würde, zu wissen, dass sogar die Mainstream-Wissenschaft des IPCC diesen Ausdruck mangels Relevanz nicht gebraucht. Und gestern oder vorgestern hat tatsächlich die Bundesvorsitzende der Grünen anlässlich einer Pressekonferenz gezeigt, dass sie ein Thermometer ablesen kann, das die Temperatur des Pflasters vor dem Parlament mit 41° angibt. Sowas haben wir natürlich nicht wissen können. Gefordert hat sie, dass die Regierung etwas gegen die Hitze tut, wenn ich sie recht verstanden habe. Eine Pflasterkühlung einbauen?</p>
<p><strong>Und wie geht der Roman aus?</strong></p>
<p>Doch zurück zu Jörg Mauthe. Wir dürfen wohl annehmen, dass der werte Leser dieses Blogs nicht sofort auf Amazon hüpft oder in seine Buchhandlung rennt, so er in seiner Nähe noch eine findet, um sein Buch zu bestellen, sondern bloß wissen will, ob die Errettung Österreichs am Ende denn auch gelingt. Also: Ja, der Legationsrat Dr. Tuzzi schafft es! Es kommt sogar so weit, dass monatelange Regenfälle zu Überflutungen führen. Aber wie das alles zustande kommt und welche Rolle Dr. Tuzzi spielt, muss der Leser selbst entdecken. Darüber hinaus ist der Roman wie erwähnt eine interessante Reise durch die Welt des österreichischen Beamtentums, der noblen Gesellschaft und der zutiefst menschlichen Eigenheiten seiner Proponenten …</p>
<p><strong>&#8212;</strong></p>
<p>*) Zitate aus der Neuauflage 1986 der Edition Atelier – Wiener Journal und Herold Verlag</p>
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		<title>Der Tanz ums CO2 (3. Teil) – Stromerzeugung</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2026 07:00:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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(IRS) – Es steht außer Zweifel, dass für große Teile der Energieverwendung in Europa ein Umstieg auf Elektrizität stattfindet. Zwei Beispiele: Erstens wird jeder Aufmerksame registrieren, dass  die Zahl von Elektrofahrzeugen im täglichen Straßenverkehr stark gewachsen ist, beschleunigt wohl auch durch Unsicherheit, wie sich Preis und Versorgung mit konventionellen Kraftstoffen entwickeln werden. Zweitens zeigt sich [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Es steht außer Zweifel, dass für große Teile der Energieverwendung in Europa ein Umstieg auf Elektrizität stattfindet. Zwei Beispiele: Erstens wird jeder Aufmerksame registrieren, dass  die Zahl von Elektrofahrzeugen im täglichen Straßenverkehr stark gewachsen ist, beschleunigt wohl auch durch Unsicherheit, wie sich Preis und Versorgung mit konventionellen Kraftstoffen entwickeln werden. Zweitens zeigt sich auch in der Haustechnik zumindest bei gut isolierten Gebäuden mit PV-Anlagen und Lademöglichkeit für E-Fahrzeuge die Tendenz, überhaupt weg von „alten“ Brennstoffen und hin zu Energieversorgung ausschließlich mit Strom zu kommen.</p>
<p><span id="more-11512"></span></p>
<p><strong>CO2-Emissionen in der Stromerzeugung</strong></p>
<p>Allein schon aufgrund der Tatsache, dass der Bedarf an elektrischem Strom steigt, wird – natürlich vor allem in Europa – mit scharfem Auge darauf geachtet, dass die Emissionsfaktoren für die Stromerzeugung möglichst niedrige Werten zeigen, und es wird mit vielerlei Mitteln versucht, diese Werte weiterhin zu senken. Naturgemäß wird für Strom aus Wasserkraft (wie Großteils in Österreich) fast kein CO2 frei, auch bei Kernkraft (wie in Frankreich vorwiegend) sehr wenig, wohingegen bei Kohlekraftwerken (wie etwa in Polen) viel davon anfällt. Die Europäische Umweltagentur hat unlängst Werte für die 27 Länder der Europäischen Union und für das Jahr 2024 bekanntgegeben,* die wir uns näher ansehen wollen.</p>
<p><strong>Emissionswerte für das Jahr 2024 für die Länder der Europäischen Union </strong></p>
<p>Die ausgewiesenen Werte sind in „gCO2e/kWh“ angegeben, das bedeutet „Gramm CO2 je Kilowattstunde erzeugter elektrischer Energie“ (Zu beachten ist, dass in diesen Emissionsangaben auch alle anderen „Treibhausgase“ mit berücksichtigt worden sind, man hat sie auf CO2-Basis umgerechnet):</p>
<p>Schweden: 6 – Finnland: 27 – Luxenburg: 35 – Frankreich: 36 – <strong>Österreich: 53</strong> – Slowakei: 59 – Litauen: 61 – Dänemark: 64 – Lettland: 75 – Portugal: 82 – Kroatien: 98 – Spanien: 125 – Ungarn: 127 – Belgien: 155 – <em>Median: 155</em> – Slowenien: 175 – Rumänien: 188 – <em>Mittelwert: 192</em> – Italien: 206 – Irland: 237 – Niederlande: 245 – Bulgarien: 248 – <strong>Deutschland: 291</strong> – Griechenland: 304 – Malta: 337 – Tschechien: 338 – Estland: 384 – Zypern: 561 – Polen: 566</p>
<p>Erwähnt seinen noch zwei Vergleiche dazu:</p>
<p>-         Dem genannten Bericht ist auch zu entnehmen, dass der Mittelwert für die EU im Jahr 1990 noch 500 gCO2e/kWh betragen hat, der für das Jahr 2024 auf 192 gCO2e/kWh gesunken ist</p>
<p>-          Der Wert für die VR China 2024 liegt hingegen bei 560 gCO2e/kWh**</p>
<p><strong>Anmerkung in Bezug auf Österreich</strong></p>
<p>Der fett gekennzeichnete niedrige Emissionswert für Österreich ist der begünstigten geografischen Lage des Landes und dem dadurch möglichen hohen Anteil an Wasserkraft als erneuerbarer Energie zu verdanken: Er liegt demnach bei etwa einem Drittel des europäischen Durchschnitts und bei knapp einem Viertel des Medians. Unter diesen Gegebenheiten erhebt sich die Frage: Warum buttert man überhaupt Förderungen in großflächige Solaranlagen, wenn man ohnehin weiß, dass derlei Anlagen nie einen akzeptablen Energy Return on Energy Invested (EROI, auch: Erntefaktor) liefern werden?*** Will Österreich denn innerhalb der EU noch zu irgend einer Art Musterschüler werden? Wozu?</p>
<p><strong>Anmerkungen in Bezug auf Deutschland</strong></p>
<p>Deutschland gilt als Musterland für die „Energiewende“, also den Ausstieg aus konventioneller Stromerzeugung in eine, die in erster Linie auf erneuerbare Quellen setzen will. Der in der Zusammenstellung ebenfalls fett gekennzeichnete Emissionswert für Deutschland liegt deutlich über dem europäischen Mittelwert. Einem Artikel der Online-Publikation KlimaNachrichten vom 16.07.2026 ist im Hinblick darauf zu entnehmen (Zitat <em>kursiv</em>): ****</p>
<p><em>Wo liegt also der Hase im Pfeffer, dass Deutschland trotz aller Investitionen so ein großer Treibhausgas-Produzent bei der Energieproduktion ist? Kapazitäten wurden ja aufgebaut: Insgesamt standen 78 GW an Windenergie und 124 GW an Photovoltaik (PV) an installierter Leistung zur Verfügung. Die Maximalproduktion an gesamtem Strom im Zeitraum betrug 79 GW, der Mittelwert lag bei 58 GW. Zumindest das Mittel war also nur mit Windkraft oder PV theoretisch leistbar. Theoretisch! Die mittlere Produktion von Energie aus Windkraft erreichte nur 15% der installierten Leistung, maximal wurden 52% erreicht, an „schlechten Windtagen“ nur um 0,3-0,4%. So viel Installation für so wenig Ertrag! Bei PV sieht es nicht besser aus, um die 15% im Mittel 53% als Top-Wert, nachts natürlich null. </em></p>
<p><em>Wenn diese „Erneuerbaren Energien“ (EE) nicht genug liefern, muss für die Versorgungssicherheit in Deutschland Kohle und Gas weiter hochgefahren werden. Das führte im Mittel zur Produktion von 13,5% der Gesamtleistung aus Gas, aus Kohle waren es 15%. Die Spitzenwerte: 25 bzw. 29 %. Hier zeigt sich das Problem des Verzichts auf Kernkraft, die Nutzung ist nach wie vor hierzulande gar verboten. Das beantwortet auch die Frage, warum Frankreich so viel weniger Treibhausgas in die Luft bläst: neben EE kommt da die Kernkraft (sie ist CO2-arm mit nur 5 g CO2/kWh) mit rund 67% zum Einsatz. </em></p>
<p><strong>Stößt die Nutzung von PV und Windkraft in Deutschland an ihre Grenzen?</strong></p>
<p>Deutschland sieht sich trotzdem nach wie vor als Vorzeigeland und Vorreiter der Nutzung von Fotovoltaik (PV) und Windkraft. Zurecht? Der pensionierte Allgemeinmediziner Dr. Stephan Kaula aus Bad Homburg in Deutschland hatte sich zuvor schon lange intensiv mit Einflüssen von Windkraftanlagen auf den menschlichen Organismus beschäftigt. In seinem Video „Energiewende, vom Ausbau zur Systemintegration“, das am 07.07.2026 auf YouTube erschienen ist*****, geht er nun einen Schritt weiter und sieht sich das gesamte  Energieversorgungssystem an, insbesondere die Integration von PV und Windkraft. Er baut seine Überlegungen auf offiziell verfügbaren Daten der deutschen Bundesnetzagentur (SMARD) auf, die sowohl die Entwicklung von 2015 bis 2025 wiedergeben, als auch eine Vorschau für den Ausbau bis 2030 enthalten.</p>
<p>Anhand von Häufigkeitsdiagrammen werden anschaulich die wachsenden Herausforderungen der Systemintegration, Stromüberschüsse und Residuallast (d. i. die verbleibende Last ohne PV und Windkraft) dargestellt. Dadurch sollen die technischen Herausforderungen der „Energiewende“ verdeutlicht werden. Die Daten für die Prognosen  basieren auf den Ausbauzielen der deutschen Bundesregierung. Es ist höchst empfehlenswert, sich dieses Video und die Darstellung der Situation 2015, 2017, 2019, 2021, 2023, 2025 und der Prognosen für 2017 und 2030 anzusehen.</p>
<p>Für jedes dieser Jahre werden Energiemengen in Terawattstunden (TWh) angegeben für Abregelung (Bundesnetzagentur), realisierte Wind+PV-Einspeisung, Nettoexporte in Negativpreisstunden, Inland bei Negativpreisen, Inland bei Positivpreisen. Jeder kann sich aus diesen Daten sein eigenes Bild machen.</p>
<p><strong>Großtechnischer Einsatz von Wind und PV &#8211; noch ein Zukunftsmodell?</strong></p>
<p>Faktum ist, dass mit zunehmendem Ausbau von Wind und PV die realisierte Wind+PV-Einspeisung und damit der zu positiven Preisen verwertbare Stromanteil gestiegen sind (no naa, war wohl zu erwarten), zugleich aber auch der Wert der Abregelung zugenommen hat. Für mich war interessant zu ermitteln, zu welchem Prozentsatz die gesamte zur Verfügung stehende Windenergie (also  realisierte Wind+PV-Einspeisung zuzüglich Abregelung!) tatsächlich (also im Inland zu Positivpreisen) verkauft werden konnte: Der Wert für 2015 belief sich auf 94%, der Wert für 2025 ist auf 83% gesunken. Geht man davon aus, dass die prognostizierten Ausbauschritte tatsächlich vollzogen werden, ist für 2027 ein Wert von 69% zu erwarten und für 2030 gar nur von 54%!</p>
<p>Vertraut man von den vorliegenden Werten, liegt der Hauptgrund dafür ganz offensichtlich darin, dass seit etwa 2021 der Wert für den zu positiven Preisen verkaufbaren Stromanteil seit etwa 2021 kaum mehr wesentlich gestiegen ist. Sollten die vorherigen Überlegungen richtig sein, stellt sich für Deutschland die Frage: Noch mehr PV und Wind – wofür? Jedenfalls dürften sich dadurch die CO2-Emissionen kaum verändern …</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Quellen:</p>
<p>*) European Environment Agency, Greenhouse gas emission intensity of electricity generation in Europe, Published 10 Jul 2026 <a href="https://www.eea.europa.eu/en/analysis/indicators/greenhouse-gas-emission-intensity-of-1">https://www.eea.europa.eu/en/analysis/indicators/greenhouse-gas-emission-intensity-of-1</a></p>
<p>**) Wert für China aus Google KI, Abfrage 23.07.2026</p>
<p>***) Siehe Blog-Beitrag vom 10.10.2025  <a href="https://www.sonnek.at/2025/10/10/elektrische-energiequellen-energieertrag-und-aufwand/">https://www.sonnek.at/2025/10/10/elektrische-energiequellen-energieertrag-und-aufwand/</a></p>
<p>****) KlimaNachrichten, Das Klimaproblem „Energiewende“, 16. Juli 2026  <a href="https://klimanachrichten.de/2026/07/16/das-klimaproblem-energiewende/">https://klimanachrichten.de/2026/07/16/das-klimaproblem-energiewende/</a></p>
<p>*****) Dr. Stephan Kaula, Energiewende: Vom Ausbau zur Systemintegration, 07. Juli 2026: <a href="https://www.youtube.com/watch?v=GVkDq13_Xjw">https://www.youtube.com/watch?v=GVkDq13_Xjw</a></p>
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		<title>Der Tanz ums CO2 (2. Teil) &#8211; Pro-Kopf-Emissionen</title>
		<link>http://www.sonnek.at/2026/07/17/der-tanz-ums-co2-2-teil-pro-kopf-emissionen/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Jul 2026 08:07:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Energie]]></category>
		<category><![CDATA[CO2-Emission]]></category>
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(IRS) – Die Rolle des von Menschen verursachten CO2 im Klimawandel ist noch keineswegs geklärt. Aussagen von Wissenschaftlern reichen von „Alleinverursacher des Klimawandels“ bis hin zu „Minimaler bis gar kein Einfluss“. Trotz dieser Differenzen wird im CO2 – zumindest in der öffentlich herrschenden und von den Leitmedien kräftig unterstützten Meinung – in Bezug auf den [...]]]></description>
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<p>(IRS) – Die Rolle des von Menschen verursachten CO2 im Klimawandel ist noch keineswegs geklärt. Aussagen von Wissenschaftlern reichen von „Alleinverursacher des Klimawandels“ bis hin zu „Minimaler bis gar kein Einfluss“. Trotz dieser Differenzen wird im CO2 – zumindest in der öffentlich herrschenden und von den Leitmedien kräftig unterstützten Meinung – in Bezug auf den Klimawandel nach wie vor ausschließlich der zentrale Verursacher und damit das Maß aller Dinge gesehen. Eigenschaften, die nicht hinterfragt werden dürfen. Das gilt vor allem für Europa, das sich damit in seinen eigenen Augen zum „Retter der Welt“ erhoben hat.</p>
<p><span id="more-11500"></span></p>
<p><strong>Warum muss Europa Vorbild sein?</strong></p>
<p>Was führt uns eigentlich zur Einstellung, Europa müsse Vorbildwirkung haben? Das „Warum?“ zu hinterfragen, ist nicht sehr populär. Jedenfalls herrscht eine Art Konsens darüber, die CO2-Emissionen seien zu reduzieren, „koste es, was es wolle“. Hinweise auf bisher erreichte Einsparungen hierorts werden reflexartig abgetan mit dem Hinweis auf die angebliche Vorbildwirkung Chinas in der Nutzung erneuerbarer Energien. Und: Die Pro-Kopf-Emissionen Asiens seien immer noch wesentlich niedriger als die hierzulande. Es bestehe so gesehen kein Grund, die eigenen Anstrengungen nicht noch weiter zu verstärken. Dies selbst um den Preis, jene Teile der Industrie, die ohnehin schon mit den Folgen eines breiten Strukturwandels kämpft, endgültig zu strangulieren.</p>
<p><strong>Wer sucht selbst nach Fakten?</strong></p>
<p>Wir leben in einer fantastischen Zeit, in der es möglich ist, auf Unmengen von Daten zugreifen zu können, und das ganz lässig und bequem vom Notebook oder vom Handy aus. – Hab mal nachgedacht, ob ich als Jugendlicher in den frühen Sechziger-Jahren mir das ganz praktisch hätte vorstellen können. Zu dieser Zeit war ja schon ein voller Festnetzanschluss eine Art Luxus. Als Utopie hätte ich mir das vielleicht vorstellen können, aber sicher nicht, dass ich das einmal selbst erleben würde! – Nur: Wie viele von uns machen sich tatsächlich selbst auf die Suche nach Fakten mit Quellenangabe? Rasch eine Meinung hervorzuholen ist sicher einfacher als das Forschen nach belegbaren Tatsachen.</p>
<p><strong>Was sagen die Zahlen?</strong></p>
<p>Der Techniker fragt sich allein schon aus Gewohnheit: Wo finde ich verlässliche Zahlenangaben und was sagen sie aus? Und welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus ziehen? – Wir wissen zwar, dass China infolge seiner auf Expansion und Streben nach globaler Dominanz ausgerichteten Industriepolitik und trotz seiner Anstrengungen in Solar- und Windenergiegewinnung  weltweit gesehen der größte Emittent von CO2 ist. Aber wie sehen im Vergleich dazu die Zahlen pro Kopf aus, nicht nur die Chinas, sondern der Industrie- und Schwellenländer? –– Also hier zunächst ein paar Zahlen:</p>
<p><strong>Pro-Kopf-Emission von CO2 (in Tonnen), bezogen auf das Jahr 2024 </strong>(Quelle: de.statista.com, abgerufen am 06.07.2026):</p>
<p>Katar: 41,27 – Saudi-Arabien: 20,38 – Vereinigte Arabische Emirate: 20,13</p>
<p>Australien: 14,48 – USA: 14,2 – Kanada: 13,42</p>
<p>Russland: 12,49 – Südkorea: 11,29 – Island: 9,67</p>
<p><strong>China: 8,66</strong> – Malaysia: 8,16 – Südafrika: 6,87</p>
<p>Japan: 7,77 – Deutschland; 6,77 – Norwegen: 6,67</p>
<p>Niederlande: 6,23 – <strong>Österreich: 6,18</strong> – Türkei: 5,87</p>
<p>Griechenland: 5,31 – Finnland: 5,30 – Italien: 5,09</p>
<p>Spanien: 4,60 – Vereinigtes Königreich: 4,53 – Frankreich: 3,97</p>
<p>Schweiz: 3,59 – Mexiko: 3,52 – Indonesien: 2,87</p>
<p>Brasilien: 2,28 – Indien: 2,20</p>
<p><strong>Ein paar Überlegungen zu China und Österreich …</strong></p>
<p>Wie aus diesen Zahlen unschwer zu errechnen ist, liegt die Pro-Kopf-Emission an CO2 pro Jahr für die Volksrepublik China nicht unter dem Wert Österreichs, sondern bereits etwa 40 Prozent darüber! Auf einen Vergleich der absoluten Emissionswerte kann ich hier wohl verzichten. Aber um ein Gefühl für die Relationen zu bekommen: China hat 1,412 Milliarden Einwohner, Österreich 9,10 Millionen (Beide Werte für 2026 von <a href="http://www.worldometer.info/de/">www.worldometer.info/de/</a>, abgerufen am 06.07.2026), China hat somit ca. das 155-fache der Bevölkerung unseres Landes, oder umgekehrt gerechnet hat Österreich ca. 0,65 Prozent der Bevölkerung Chinas. So viel zu unserem möglichen Einfluss auf diese und weltweite Emissionen.</p>
<p><strong>… und zu China und EU</strong></p>
<p>Sehen wir uns die Werte für die gesamte EU an: Grok ai errechnet uns dazu aus den Daten in <a href="http://www.worldometer.info/de/">www.worldometer.info/de/</a> für die 27 EU-Länder und für Ende 2026 eine Bevölkerungszahl von 447.890.473 Personen, das sind etwa knapp 32% der Einwohnerzahl der Volksrepublik China. Umgekehrt gerechnet ist demnach China von der Bevölkerung her gesehen gut dreimal so groß wie die gesamte EU. Der Pro-Kopf- Wert der CO2-Emission EU-weit ist mir nicht bekannt, er liegt aber mit hoher Sicherheit unter denen Deutschlands, bewegt sich vielleicht in der Größenordnung Österreichs, liegt jedenfalls ebenso unter dem Wert des Riesenstaates am anderen Ende Eurasiens.</p>
<p><strong>Politikwende nicht in Sicht</strong></p>
<p>Angesichts all dieser Gegebenheiten und Verhältnismäßigkeiten wäre es meines Erachtens wohl hoch an der Zeit, in jeglichem politischen Denken von der herrschenden CO2-Fixierung abzukehren. Dass die hier und in der EU herrschende Politik das von sich aus nachvollzieht, ist jedoch nicht zu erwarten, so realistisch muss man in seinen Überlegungen sein. Denn mittlerweile ist die CO2-Fixierung ja in breiten Gesellschaftsschichten als gängige Ideologie oder – wenn man so will – als Glaubenssache bombenfest verankert, der mit sachlichen Argumenten schon längst nicht mehr beizukommen ist. Daran werden auch die wenigen Bürger, die sich selbst informieren und ihre kritischen Schlüsse ziehen, nichts ändern können.</p>
<p><strong>Ansätze für Hoffnung</strong></p>
<p>Eine der Hoffnungen, dass es dennoch zu Änderungen kommen könnte, besteht darin, dass wirtschaftliche Zwänge irgendwann dazu führen, dass infolge pekuniärer Nöte der CO2-Klimagötze vom Altar der öffentlichen Anbetung  fallen wird müssen. Eine weitere Hoffnung ergäbe sich durch einen Wandel zu einer anderen Art von Politik, die von festgefahrenen Klimadoktrinen abgeht und wieder kritische Meinungen und offene Diskussionen zulässt. Und die vor allem erkennt, dass Klimaprognosen aus Computermodellen zwar in wissenschaftlicher Hinsicht wertvolle Denkanstöße liefern können, dass sie aber wegen der damit verbundenen Unsicherheiten niemals Grundlage politischer Entscheidungen sein können, selbst wenn sie von UNO und dem „Weltklimarat“ IPCC gewissermaßen als unfehlbar propagiert werden sollten.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Der Tanz ums CO2</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2026 06:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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(IRS) – Nach vielen Jahren Wüstenwanderung wurde den Israeliten die Zeit zu lang, die sein Anführer Moses auf dem Berg Horeb verbrachte, um für sein Volk das Gesetz zu empfangen. Statt auf das Gottgegebene zu warten, entschied sich das Volk währenddessen für Menschgemachtes: Die Wartenden bauten sich ein goldenes Kalb, um das sie ausgelassen tanzten. [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-5069" title="Energie" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Energie-150x150.PNG" alt="Energie" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS) – Nach vielen Jahren Wüstenwanderung wurde den Israeliten die Zeit zu lang, die sein Anführer Moses auf dem Berg Horeb verbrachte, um für sein Volk das Gesetz zu empfangen. Statt auf das Gottgegebene zu warten, entschied sich das Volk währenddessen für Menschgemachtes: Die Wartenden bauten sich ein goldenes Kalb, um das sie ausgelassen tanzten. Wie die Bibel weiter berichtet, ging dieses Vorhaben nicht gut aus. – Wenn wir uns in der  Gegenwart umsehen, können wir eine andere Art Tanz beobachten, und zwar den um das atmosphärische Spurengas CO2. Der Ausgang dieses Tanzes ist noch offen.</p>
<p><span id="more-11491"></span></p>
<p><strong>Bedeutungswandel</strong></p>
<p>Wir dürfen davon ausgehen, dass dieses CO2, das mit 0,042 Volums-Prozent in unserer Atmosphäre vertreten ist, in der öffentlichen Wahrnehmung seine frühere Bedeutung völlig verloren hat. Insbesondere für den Konsumenten üblicher Massenmedien dürfte sich infolge entsprechender Botschaften der Charakter des Begriffs „CO2“ im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte von „lebensnotwendig“ auf „lebensbedrohlich“ umgedreht haben. Für große Teile der Wissenschaft insbesondere um den „Weltklimarat“ der UNO, den IPCC, ist der dominante Einfluss von CO2 auf das Klimageschehen festgeschrieben, werden ihm doch die Phänomene Erderwärmung oder Klimawandel angelastet. (Die Österreichische Energieagentur sieht diese Bezeichnungen gar als Verniedlichung und empfiehlt in ihrem „Energie-Handbuch“ stattdessen Bezeichnungen wie „Erderhitzung“ beziehungsweise „Klimakrise“ oder „Klimakatastrophe“.)</p>
<p><strong>Abweichende Meinungen werden nicht akzeptiert</strong></p>
<p>Gegenstimmen prominenter Wissenschaftler, die sich nicht mit der alleinigen „Täterrolle“ des CO2 zufriedengeben und auf die Komplexität der Einflüsse hinweisen, die für die Entstehung des Klimas bedeutsam sind, werden von den Massenmedien ignoriert. Wissenschaftler mit abweichender Meinung – wie etwa die US-amerikanische Universitätsprofessorin Dr. Judith Curry – verloren ihre Arbeit. Aus meiner Erfahrung in Gesprächen kann ich berichten, dass selbst hochgeschätzte, an sich kritisch denkende Berufskollegen kritische Standpunkte ablehnen und lieber dem üblichen CO2-Narrativ folgen. Jemand,  der sich unabhängig informiert hat und gut begründete andere oder gar gegensätzliche Argumente in Diskussion bringen will, muss nach wie vor damit rechnen, als „Klima-(wandel-)Leugner“ diffamiert oder in seiner Integrität angezweifelt zu werden. Sachliche Diskussionen sind derzeit kaum möglich.</p>
<p><strong>CO2 liefert reichlich Grund zu Aktion</strong></p>
<p>Für die internationale und nationale Politik hat die CO2-Fixierung viele Vorteile. CO2 wird vom „Lebensgas“ zum „Klimagas“. Vor allem lässt es sich messen, und damit können staatliche Institutionen alles beurteilen, regulieren, steuern und besteuern, was auf irgendeine Weise CO2 emittiert, von technischen Prozessen bis hin zu jeglichen lebenden Organismen. Im Gegensatz dazu wird alles, was Energie liefert, kein CO2 emittiert und einigermaßen für menschliche Bedürfnisse nützlich erscheint, gefördert. Auch die Finanzwelt freut sich: Emissionsrechte lassen sich in barer Münze handeln. Und die Medien sind natürlich auch mit dabei, liefern die Themen rund ums CO2 doch immer wieder reichlichen Lesestoff. Wie sehr das der Fall ist? Nachstehend habe ich aus der auflagenstärksten Zeitung unserer Region, der „Kleinen Zeitung“, drei Artikel zum Thema herausgegriffen, die in diesem Jahr erschienen sind, daraus zitiert und ein paar Bemerkungen angefügt. Die Titel sind <strong>fett</strong>, die Zitate <em>kursiv</em> wiedergegeben. Sämtliche Artikel wurden von Günter Pilch verfasst<a title="Zum Autorenprofil von Günter Pilch" href="https://www.kleinezeitung.at/autor/708/guenter-pilch" target="_blank">,</a> dem Redakteur für das Bundesland Steiermark und zuständig für den Themenbereich Umwelt.</p>
<p>Artikel vom 7. Juli 2026:</p>
<p><strong>CO₂-Ausstoß ging zurück, doch für steirisches Klimaziel sieht es düster aus</strong> <em>-<strong> </strong>Neuer Klimabericht zeigt: Die Treibhausgasemissionen in der Steiermark sind 2024 gesunken – doch das Tempo reicht für die verpflichtenden Ziele bis 2030 nicht aus.“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Für Klimaziel müsste der CO₂-Ausstoß dramatisch weitersinken.“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„48 Prozent weniger Treibhausgas als 2005 darf die Steiermark (wie auch Österreich insgesamt) 2030 noch verursachen. Für dieses Ziel steht Wien in Brüssel gerade.“</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„58 Prozent des steirischen Treibhausgasausstoßes sind für das Klimaziel unmittelbar relevant, der Rest wird separat über den europäischen Emissionsrechtehandel abgerechnet.“</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Segeln die Steiermark und Österreich tatsächlich am Klimaziel vorbei, könnten die Kosten in die Milliarden gehen. EU-Mitgliedsstaaten sind im Falle eines Scheiterns verpflichtet, die entsprechenden Mengen an Emissionszertifikaten nachzukaufen. Der Bund hat mehrfach angekündigt, die Länder in diesem Fall an den Kosten zu beteiligen.“</em></p>
<p>Die Messung oder Schätzung von CO2-Emissionen machen derartige Knebelungen möglich: Für den Leser entsteht der Eindruck, dass wir erstens einem unausweichlichen „Klimadiktat“ unterworfen sind, gegen das man sich nicht wehren kann, dass wir zweitens aus Eigenverschulden oder wegen der Unfähigkeit, genug Energie einzusparen, strenge Bestrafung befürchten müssen, und dass uns drittens dieses Versäumnis sehr teuer zu stehen kommen wird.</p>
<p>Artikel vom 2. April 2026:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>„Steirer verbrauchten weniger Öl und Gas, kräftiges Plus bei Erneuerbaren </strong><em>- Weniger</em> <em>Verbrauch, erstmals 40 Prozent Erneuerbare: Steirischer Energiebericht zeigt für 2024 erfreulichen Trend. Doch nur ein Teil davon geht auf das Konto aktiver Maßnahmen.“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em> „Erdöl- und Erdgasverbrauch im Land jeweils ein Minus von 4,8 bzw. 2,4 Prozent“</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em> „Erstmals liegt der Erneuerbaren-Anteil am steirischen Energieverbrauch damit knapp oberhalb der Marke von 40 Prozent.“</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Verbrauch nach Wirtschaftssektoren: Produzierender Bereich: 38,5%, Verkehr: 27,5%, Privathaushalte: 25,4%, Dienstleistungen: 6,6%, Landwirtschaft: 2,6%.“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Verbrauch nach Energieträgern (energetischer Endverbrauch): Öl: 29,5%, Biomasse: 22,3%, elektrische Energie: 21,5%, Erdgas: 15,7%, Fernwärme: 5,8%, Umgebungswärme (Wärmepumpen, Anm.): 2,4%, Kohle: 2,0%, Brennbare Abfälle: 0,9%.“</em></p>
<p>Gedanken dazu: Energie- und damit CO2-Einsparungen durch einen milden Winter! – Der Anteil an erneuerbarer Energie ist nicht gratis zustande gekommen, sondern hat ansehnliche  Förderungen benötigt! – Im produzierenden Gewerbe ließe sich am meisten einsparen, doch  hoffentlich geschieht das nicht von selbst durch mancherorts drohende Deindustrialisierung (z. B. bei Autozulieferern)!</p>
<p>Artikel vom 10.02.2026:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><strong>„Grüne Lunge am Kippen &#8211; CO₂-Ausstoß des heimischen Waldes befeuert Zwist ums Heizen mit Holz</strong><em> &#8211; Österreichs Wälder stoßen inzwischen mehr Treibhausgas aus, als sie neu binden. Für Forscher ein Alarmsignal. Wie viel Holznutzung verträgt die grüne Lunge der Republik noch?“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Rund 62 Prozent der steirischen Landesfläche sind mit Wald bedeckt, in Summe nehmen Österreichs Wälder fast die Hälfte des gesamten Bundesgebiets ein. Ein Umstand, auf den hierzulande häufig mit Stolz verwiesen wird, der aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass es in den Forsten knirscht. Der Wald ist ins Kippen geraten und dabei, seine traditionelle Funktion als CO2-Senke dauerhaft zu verlieren.“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Über das vergangene Jahrzehnt hat sich die Senkenwirkung des Waldes rasant verringert, 2018 kehrte sich der Saldo erstmals um: Die heimischen Wälder sind von einer CO2-Senke zu einer Emissionsquelle geworden.“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Als Hauptursache für die Malaise macht UBA-Klimaexperte Günther Lichtblau die bereits eintretenden Folgen des Klimawandels fest.“ </em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Werden die heimischen Wälder also stärker genutzt, als sie es noch vertragen? ‚Es ist zumindest nicht sehr sinnvoll, die Biomasseverbrennung noch weiter zu steigern‘, sagt Georg Gratzer, stellvertretender Leiter des Instituts für Waldökologie an der Wiener Universität für Bodenkultur (Boku).“</em></p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>„Ähnlich argumentiert Helmut Haberl vom Boku-Institut für Soziale Ökologie. ‚Wenn wir die Holzverbrennung weiter erhöhen und durch Holzernte aus dem Inland abdecken, wird der Wald noch weiter in Richtung CO2-Quelle kippen.‘ Und auch gesteigerte Holzimporte sieht der Forscher nicht als Lösung. ‚Schon heute stammt ein erheblicher Anteil des in Österreich verwerteten Holzes aus dem Ausland. Und da stellt sich natürlich die Frage, wie es dann um die Bilanz der dortigen Wälder aussieht‘, sagt Haberl.“ ‚Die Folge könnten für Österreich verpflichtende, millionenteure Nachkäufe von Zertifikaten aus Staaten sein, die ihre Ziele übererfüllen.‘ Doch noch ist offen, ob es tatsächlich so weit kommt. ‚Auf europäischer Ebene laufen derzeit Diskussionen über eine allgemeine Anpassung der Ziele, weil auch andere Länder mit dem Wald ähnliche Probleme wie Österreich haben‘, sagt Günther Lichtblau vom Umweltbundesamt. Als die Ziele vor Jahren vereinbart wurden, hatte offenbar niemand damit gerechnet, dass die Folgen des Klimawandels die Wälder so rasch in ihrer Substanz treffen würden.“</em></p>
<p>Kommentar dazu: Den Waldspaziergang lasse ich mir jedenfalls nicht vermiesen, egal, was und wieviel davon der Wald emittiert. – Der Wald war übrigens in der Vergangenheit nie eine Lunge, das ist ein völlig falsches Bild, denn eine Lunge saugt sauerstoffreiche Luft an und stößt kohlendioxidreiche Luft aus. Seit Neuestem aber funktioniert der Wald offenbar wirklich wie eine Lunge. – Biomasse-Heizanlagen (insbesondere Pelletsheizungen) hat man als Ersatz für Öl und Gas gezielt propagiert und gefördert. Dabei wird bei Verbrennung von Holz (also auch Pellets) pro Kilowattstunde Heizenergie deutlich mehr CO2 freigesetzt als bei Verbrennung von Öl oder Gas. Bei Emissionsberechnungen wird für Holz trotzdem so gerechnet, als würde seine Verbrennung (fast) kein CO2 verursachen … <strong> </strong></p>
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