Sonnek

Energie

(IRS) – Manchmal werden meine Gespräche mit langjährigen Bekannten – zumindest, soweit es  mich betrifft – von richtiggehenden Schockerlebnissen begleitet. Das sind in meinen Augen allesamt nette und tüchtige Leute, die auf ein erfolgreiches Leben zurückblicken können. Auch handelt es sich durchwegs um Personen, die kritisch und differenziert zu denken gewohnt sind und mit denen es Spaß machen kann, zu diskutieren. Es gibt aber Themen, bei denen ich merke, dass sie auf eigenständiges Denken verzichten und wie selbstverständlich das wiederkäuen, was sie aus Medien immer wieder gehört und als gegeben übernommen haben.

Überzeugungen zum Klimawandel

Meine Einschätzung ist folgende: Der durchschnittliche österreichische Staatsbürger, der seine Information fast ausschließlich aus dem konventionellen Medien-Markt bezieht, hat feste und – allem Anschein nach – unveränderliche Überzeugungen, etwa der folgenden Art:

-          Erstens: Der Klimawandel ist selbstverständlich menschgemacht. Beweis: Man hört in den Medien nichts anderes, also muss es stimmen.

-          Zweitens: Wir haben nicht nur eine Klimakrise, sondern bereits eine Klimakatastrophe. Beweis: Alle Wissenschaftler sagen das. Wer das nicht tut, ist bekanntlich ein Leugner.

-          Drittens: Verursacher dieser Klima-Krise oder Katastrophe ist das schädliche Klimagas CO2. Beweis: Der CO2-Gehalt der Luft steigt seit Beginn der Industrialisierung ständig an. Wir blasen zu viel davon aus und verpesten so unseren Lebensraum.

-          Viertens: Es ist seit Jahren immer heißer geworden, manche Sachen wachsen nicht mehr richtig. Beweis: Man sieht das an meinem Garten. Also muss alles vorher Gesagte richtig sein.

Wie reagiere ich auf so etwas?

Aussagen ähnlicher Art sind unlängst bei einem Gespräch mit einer Person gefallen, die ich sehr lange kenne und schätze und die ich in unregelmäßigen Abständen – so etwa zwei, drei Mal im Jahr – treffe. Wie reagiere ich richtig auf Gesprächsstoff, mit dem ich absolut nicht einverstanden bin? Vor allem: Was muss ich tun, um nicht ins Emotionale abzugleiten? Auf einen handfesten Streit wird es wohl kein vernünftiger Mensch ankommen lassen. Ich schon gar nicht, vor allem nicht mit einem Menschen, den ich seit vielen Jahren kenne und den ich schätzen gelernt habe. Um es vorwegzunehmen: Im Endergebnis konnte ich meine Emotionen zwar nicht zur Gänze in Zaum halten, aber wir sind wie bisher immer nach Diskussionen auch diesmal wieder als Freunde auseinandergegangen …

Resignation ist jedenfalls keine Lösung

Gehirnwäsche wirkt offensichtlich überall dort, wo Nachrichten aus Fernsehen und Presse ausreichen und wenn keine eigenständige Suche nach Wahrheit mehr stattfindet. Vielleicht ist die Mehrheit der Menschen wegen der allgemeinen Informationsflut einfach nicht interessiert oder auch gar nicht mehr in der Lage, etwas zu hinterfragen. Denn wem – so denken viele – ja wem sollte man schon Glauben schenken? – Für mich sind solche Gegebenheiten aber noch lange kein Grund, zu resignieren. Denn zumindest mein eigenes Umfeld kann ich bis zu einem gewissen Grad beeinflussen. Und vielleicht einige darüber hinaus, etwa über gut begründete Leserbriefe, sofern diese von den adressierten Zeitungen akzeptiert und abgedruckt werden.

Zum Start: Fragen stellen  …

Um einen wirren Diskussions-Brei von vornherein zu vermeiden, besteht für mich die beste Strategie darin, einfache Fragen zu stellen. Etwa so: „Zum Klimawandel: Hat es schon früher einmal Zeiten gegeben, in denen die Temperatur der Atmosphäre höher war als heute?“ dazu kann ich auf einen der ersten Berichte des IPCC verweisen, in dem gezeigt wird, dass dies in einem Abschnitt der Römerzeit und in einem Teil des Mittelalters der Fall war. Und wenn ich noch weiter zurückgehe: In der Zeit der Dinosaurier waren nicht nur die Temperaturen um 10 Grad C höher, sondern auch der CO2-Gehalt war sechs- bis zehnmal so hoch wie heute (Quelle: wetter.de, Artikel von Christian Häckl & Oliver Scheel vom 18. Juni 2023).

… und dazu immer wieder: Fakten präsentieren

Einem Durchschnittsbürger wird vieles nicht geläufig sein, es gibt viel Meinung und wenig Wissen. Darum die nächste Frage: „Wieviel CO2 befindet sich in der Luft?“ Mein Freund schätzt nach kurzem Überlegen: „Zwei Prozent.“ Die richtige Antwort überrascht ihn, denn es sind nur ca. 0,04 Prozent, genauer mit Stand Ende 2025 waren es 425 ppm. Die Bedeutung dieser Abkürzung kennt er auch nicht, gemeint ist „parts per million“, also Teichen CO2 pro Million Teilchen Luft. Dividiert man andersherum eine Million durch 425, ergibt das einen Wert von 2.614. Das bedeutet: Der volumenbezogene Bestandteil von CO2 in der Luft ist kleiner als die Hälfte eines  Tausendstels! – Damit sind einmal ein paar Dimensionen zurechtgerückt.

CO2 ist kein Giftgas

Das permanente Getrommel der Massenmedien verführt den Konsumenten dazu, die Wirkung von CO2 als Bedrohung zu sehen, weil man diesem Lebensgas den Mantel als „Klimagas“ und damit als Schadstoff umgehängt hat. Faktum ist: Die Wirkung der menschgemachten Emissionen von CO2 auf die Atmosphäre – ob überhaupt und wenn ja wie sehr – ist immer noch eine ungelöste Streitfrage, zu der es unterschiedliche Ansichten gibt. – Jedenfalls lassen sich in zur „Schädlichkeit von CO2“ einige Fragen stellen: „Welchen CO2-Gehalt die Luft hat, die wir einatmen wissen wir, es sind 425 ppm. Welchen CO2-Gehalt hat die Atemluft, die wir ausatmen?“ Die Antwort meines Freundes: „Wahrscheinlich doppelt so viel.“ Das wären dann 850 ppm. Leider falsch geschätzt, denn es sind 40.000 ppm, anders gesagt: Vier Prozent! Und diese Luftqualität reicht immer noch aus, über Mund-zu-Mund-Beatmung einen Menschen am Leben zu erhalten.

Unausgesprochene Ängste

Vermutet werden kann, dass die immer wieder das Thema Klimawandel hochkochenden Medienberichte unbewusste Ängste schüren, etwa in der Art, dass zu viel CO2 zum Erstickungstod der Menschheit führen könnte. Das ist Blödsinn: Der kanadische Wissenschaftler und vielfache Autor Vaclav Smil hat in einem seiner Bücher darauf hingewiesen, dass es selbst nach Verbrennung aller verfügbaren Stoffe immer noch ausreichend Sauerstoff für die Menschheit geben würde. – CO2-Gehalte von bis 1.000 ppm sind gemäß Max Pettenkofer ohnehin unbedenklich, ab 2.000 ppm wird die Luft gemäß deutschem Umweltbundesamt hygienisch bedenklich, in der Praxis des Arbeitnehmerschutzes sind 5.000 ppm für eine Arbeitszeit von 8 Stunden zulässig, in Flugzeugen, U-Booten und in der Raumfahrt werden sogar noch geringfügig höhere Werte zugelassen.

CO2 und Pflanzenwachstum

Jeder Berufsgärtner weiß um die wachstumsfördernde Wirkung einer Umgebungsatmosphäre mit höherem CO2-Gehalt und setzt sie in Glashäusern auch gezielt ein. Die Zunahme von CO2 in der Atmosphäre hat zu einem Ergrünen der Erde geführt: Vom Jahr 2000 bis 2017 hat die Blattfläche der Erde um 5 Prozent zugenommen, was der Fläche des gesamten Amazonas-Regenwaldes entspricht (Quelle: Deutsche Wirtschafts-Nachrichten, Artikel des Autors Jakob Schmidt vom 18.09.2023). Auch der weltweite Ackerbau wird durch diesen Anstieg begünstigt (Vielleicht wird man in einigen Jahren den großen CO2-Emittenten dafür dankbar sein, wer weiß?).

Abschließende Bemerkungen

Hier wiederhole ich mich: Der aktuelle Bericht AR6 des IPCC („Intergovernmental Panel on Climate Change“ der UNO, auch „Weltklimarat“ genannt) hat knapp 4.000 Seiten. Kein einziger Wissenschaftler verwendet dazu Begriffe wie „Klimakrise“, „Klimanotstand“ oder „Klimakatastrophe“. In der Zusammenfassung am Anfang des Berichts wird sogar darauf hingewiesen, dass diese Begriffe von den Medien gewählt worden sind (und nicht vom IPCC stammen). – Was die Beobachtungen im eigenen Garten betrifft: Veränderungen sind zweifellos gegeben, weil sich das Klima ändert, aber aus Einzelbeobachtungen sind nicht gleich absolute Wahrheiten ableitbar. Wir sollten stets vorsichtig sein, unser eigenes Erinnerungsvermögen könnte trügerisch sein …

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