(IRS) – Der Ausstieg der USA aus internationalen Vereinbarungen und die Abkehr von der bisher gültigen und „unfehlbaren“ Doktrin des ausschließlich menschgemachten Klimawandels hat weitreichende Folgen. Plötzlich werden sogar in Europa vereinzelt Stimmen laut, die einer realitätsnäheren Einordnung des gesamten Themenkomplexes rufen. Immer noch ist aber eine Mehrheit der Öffentlichkeit (oder der veröffentlichten Meinung) im seit zwei, drei Jahrzehnten vorgekauten Meinungsbrei (oder Narrativ, wie man so sagt), gefangen. Nachstehend ist die derzeitige Situation rund ums Thema Klima aus sehr subjektiver Sicht zusammengefasst.
Klimawissenschaft
Wissenschaft ist allein schon deshalb spannend, weil sie sich nie mit einem Endpunkt oder einem endgültigen Ergebnis zufriedengeben kann. So etwas wie eine abgeschlossene Wissenschaft für einen bestimmten Bereich gibt es wohl nicht. Klar gibt es Erkenntnisse, die festgemauert und unumstößlich scheinen, aber die Klimawissenschaft gehört wegen ihrer vielen Unbekannten sicher nicht dazu. Wer hier nur eine Meinung oder eine Deutung als die einzig wahre zulässt und vertritt, verbreitet Propaganda, aber spricht nicht für Wissenschaft im Sinne wissenschaftlicher Methoden oder Herangehensweisen.
Klimagas
Das Klima ist aus Menschensicht ein chaotisches System. Man versucht, es zu verstehen, zu beschreiben, in Rechenmodelle zu kleiden und sein Funktionieren in Simulationen nachzuvollziehen. Viele Vorgänge lassen sich nicht in linearen Gleichungen beschreiben, sondern sind nichtlinear, was bedeutet, dass Rechenergebnisse stark von Eingangsdaten abhängen und schlicht und einfach nicht vorhersehbar sind. Es ist daher nicht zulässig, die Ursache für das gesamte Klimageschehen, insbesondere den Klimawandel und damit das Wohlergehen der Menschheit auf den Gehalt von CO2 in der Atmosphäre zu reduzieren. CO2 ist ein unverzichtbares Lebensgas, ohne das organisches Leben nicht möglich wäre.
Klimakrise, Erderhitzung, Klimanotstand
In den Beiträgen zum knapp viertausend Seiten starken Bericht AR 6 des IPCC („Weltklimarat“) kommt eine Vielzahl an Wissenschaftlern zu Wort. Keiner dieser Experten verwendet einen der obengenannten Begriffe, weil offenbar kein Anlass dazu besteht. Im Gegenteil, im Vorwort dieses Konvoluts findet sich der Hinweis, dass derlei Bezeichnungen von den Medien zugeordnet (anders gesagt: hinzuerfunden) worden sind. Was wiederum höhere Aufmerksamkeit garantiert und manchen Wissenschaftlern gar nicht so unrecht sein dürfte. Mögliche Schlussfolgerung: Politiker, Experten, „Wissenschaftler“ und andere, die derlei (oder schlimmere) Ausdrücke verwenden, sind in Sachen Klima nicht seriös und daher nicht ernst zu nehmen …
Klimaleugner, Klimawandelleugner
Der Begriff „Leugner“ dürfte mit dem Begriff „Lüge“ verwandt sein. Er hat nicht nur pejorative – also Geringschätzung zeigende – Bedeutung, sondern ist auch verunglimpfend, weil er absichtliches Ablehnen oder Nicht-Wahrhaben-Wollen wider besseres Wissen unterstellt. Er wird gegen Leute gebraucht, die gängige Erzählungen bezweifeln und eingefahrene Behauptungen nicht kritiklos übernehmen. Letzteres vielleicht, weil sie durch eigenes Informieren, Prüfen und Nachdenken zu abweichenden Schlüssen gekommen sind. Oder auch aus Misstrauen heraus, weil abweichende Meinungen zu den von einflussrechen Tonangebenden in Politik und Medien verbreiteten nicht erwünscht sind. Und weil offene Diskussion nicht mehr stattfindet oder stattfinden darf.
Klimakatastrophismus, Klimapanik
Der Soziologe Andy A. West hat mit seiner detaillierten Arbeit „The Grip of Culture: The Social Psychology of Climate Change Catastrophism“ nachgewiesen, dass es sich bei dem weit verbreiteten Klimakatastrophismus um eine säkulare Endzeitreligion handelt. Diese ist nicht nur in Politik und Gesellschaft eingedrungen, sondern auch in die bestehenden Weltreligionen. Viele Exponenten der Klimabewegung lassen sich als Anhänger dieser neuen Religion einordnen. Nüchterne, sachliche und ergebnisoffene Diskussionen über das Weltklima dürfen von diesen Zeitgenossen wohl nicht erwartet werden.
Klimaschutz
Wie soll man das Klima „schützen“, wenn man nicht einmal weiß, wie es richtig funktioniert? Und zeigt nicht das als Beweis meiner untadeligen Tugend schnell hingeworfene Wort „Klimaschutz“ von Anmaßung und Selbstüberhöhung? Ich, der noble Mensch, schütze das Klima? Wie lächerlich ist das denn? Ich weiß schon, viel von dem, was früher in die Kategorie Umweltschutz fiel, ist heute halt Klimaschutz. Unter anderem etwa das: Möglichst viel Strom aus Solar und Wind und so weiter. Nix dagegen zu sagen, außer: Die Wahrheit, wozu auch gehört, dass Strom teurer wird, gehört auch auf den Tisch!
Klimawandel für den Klimawandel
Der Klimaschwenk in den USA hat dazu geführt, dass seit kurzer Zeit wieder jene Wissenschaftler Gehör finden, die in vielen Jahren totgeschwiegen oder ausgegrenzt worden sind, weil sie sich der offiziellen Sicht der Dinge nicht angeschlossen haben. Angesehene Leute wie Judith Curry mussten ihre Arbeitsstätten verlassen, wurden gemobbt und erhielten keine Forschungsgelder mehr. Einige dieser Leute haben einen Bericht für die Behörden verfasst und zu einer offenen Diskussion der Sachlage aufgerufen. Man kann nur hoffen, dass alle Seiten daran teilnehmen und dass aus politisch und gesellschaftlich aufgeladenen Standpunkten ein offenes und ehrliches Miteinander entsteht und die Wahrheit ans Licht kommt.
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