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	<title>Sonnek &#187; Erlebnisse</title>
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	<description>Blog von Ingo Sonnek</description>
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		<title>Wissensmanagement, oder: Respekt vor den Damen!</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2026 06:59:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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(IRS) – Im Zuge des Doktoratsstudiums an der TU waren eine Reihe von Vorlesungen zu besuchen. Zu den meisten dieser Vorlesungen galt es auch, deren zugehörige Übungen zu absolvieren. Eine der gewählten Vorlesungen hatte das Thema „Wissensmanagement“. Sie wurde abgehalten an dem Institut, das auch für die Dissertation zuständig war. Die erwähnten Übungen dazu wurden [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-3604" title="Fragezeichen 2" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Fragezeichen-22-150x150.jpg" alt="Frage" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS) – Im Zuge des Doktoratsstudiums an der TU waren eine Reihe von Vorlesungen zu besuchen. Zu den meisten dieser Vorlesungen galt es auch, deren zugehörige Übungen zu absolvieren. Eine der gewählten Vorlesungen hatte das Thema „Wissensmanagement“. Sie wurde abgehalten an dem Institut, das auch für die Dissertation zuständig war. Die erwähnten Übungen dazu wurden von zwei Assistentinnen des Instituts geleitet, Frau E. und Frau V. Die beiden Damen kannte ich bereits aus gemeinsamen Gesprächen mit dem Institutsleiter, weil sie ebenfalls in den Vorbereitungsarbeiten für ihre Dissertationen steckten.</p>
<p><span id="more-11305"></span></p>
<p>Beim ersten Treffen aller Übungsteilnehmer wurde zuerst einmal eine Einteilung nach Gruppen vorgenommen. Als erstes fand sich spontan eine Anzahl Gleichgesinnter, vermutlich aus irgendeinem Institut im Hause. Dann gab es da noch eine Fraktion der – wenn ich mich recht erinnere – Formula-Student-Gruppe, genannt „Rennfahrer“, die sich mit viel Hallo auch gleich um einen Tisch scharte. Und dann stand da noch ein weiterer Tisch, an dem drei junge Damen saßen. Ich denke, es war Assistentin Frau E., die kurz überlegte und mich deutlich älteren Einzelgänger aufforderte: „Geh, bitte setz‘ dich doch zu den Damen.“</p>
<p>So weit, so gut.</p>
<p>Die drei Damen kannten sich offenbar bestens und schienen sich auch auf neue Herausforderungen zu freuen. Eine davon war J. Sie sollte ein paar Jahre später zu den wichtigsten „Forbes 30 under 30“ in Europa für Science und Healthcare werden. Heute ist sie als TU-Professorin und Wissenschaftlerin international weltweit unterwegs. Aber ich will nicht vorgreifen. Die beiden anderen Damen waren Zwillinge. Eine davon trug Zahnspangen, was ihre Aussprache für mich gelinde gesagt sehr schwer verständlich machte. Aber alle waren überaus nett und freundlich. Das war also die Ausgangsbasis.</p>
<p>Wir bekamen teamweise folgende Aufgabenstellung: „Führen Sie in einem Unternehmen – einem echten oder einem gedachten – auf Basis des in der Vorlesung erworbenen Wissens ein System für Wissensmanagement ein! Arbeiten Sie dieses Projekt gemeinsam aus und präsentieren Sie das Ergebnis dann vor allen Gruppen. Sie haben dazu acht Wochen Zeit. Als praktisches Hilfsmittel wird eine Software für das „Coworking“ zur Verfügung gestellt, in der die Mitglieder einer Gruppe zugleich arbeiten können.“ – Kommentar der drei Damen am Tisch: „Acht Wochen? Das haben wir doch in Nullkommanix!“</p>
<p>Mein zunächst vorsichtig vorgetragenes Ansinnen, ein Ingenieurbüro als Unternehmensbeispiel zu wählen, wurde freundlich, aber mit Bestimmtheit verworfen. Ein Ingenieurbüro als Anwendungsbeispiel war offensichtlich viel zu trivial. Die Damen haben sich dann auf eine Art IT-Unternehmen oder eine Institution mit Forschungstätigkeit geeinigt, dessen oder deren interne Struktur und Aufgabe mir verborgen blieben. Jedenfalls muss genannte Organisation hochkomplex gewesen sein. Die dafür getroffenen Festlegungen der Damen waren für mich aufgrund der zahlreichen unbekannten Fachbegriffe unverständlich.</p>
<p>Gegen Ende der Übungsstunde muss J. meine ernste und offensichtlich ratlose Miene aufgefallen sein. Sie sah mich kurz an und meinte nur: „Ingo, wenn Du Dich nicht auskennst, frag‘!“ Das war wiederum sehr nett und bestimmt gut gemeint, aber was soll man fragen, wenn man nicht einmal weiß, wovon die Rede ist? Tief in meinem Inneren jedenfalls zollte ich den Damen höchsten Respekt. – Das war am Vormittag.</p>
<p>Irgendwann am Nachmittag desselben Tages habe ich mir gedacht: So, jetzt setze ich mich an das Notebook, schaue mir mal die ominöse Coworking-Software näher an und versuche herauszufinden, wie sie funktioniert. Ich öffne die Arbeitsseite und was sehe ich: Die Damen arbeiten simultan höchst fleißig und haben bereits eine Riesenmenge an Text produziert, die vor meinen Augen laufend wächst. Und das nicht einmal einen halben Tag später! Jede Teilnehmerin hat ihre eigene Farbe, sehe ich. Ich überfliege den Text. Schreibe eine Zeile irgendwo dazu, wo es mir passend erscheint. Meine Textfarbe ist blau, wie sich herausstellt.</p>
<p>Erste Reaktion: „Wer bist Du?“ – Hatte übersehen, dass die „Coworking“-Software nach einer Anmeldung verlangt, wenn man seine Brillanz in die Wissenswelt einbringen will. Das tue ich natürlich sofort. Mein erster Satz wird nicht kommentiert. Er wird in der Folge schlicht ignoriert. War offenbar nicht passend. Auch auf meinen zweiten und dritten Einwurf erfolgt keine Reaktion. Ich gebe auf. Die blauen Sätze wandern nach und nach in eine Ecke und verschwinden dann ganz. Die Damen führen die Arbeit ohne mein Zutun zu Ende.</p>
<p>In der nächsten Übungsstunde ein paar Wochen später wird in jeder Gruppe das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit durchbesprochen. Die Übungsleiterinnen schlagen vor, die Präsentation in der kommenden Woche mündlich und mithilfe von Powerpoint abzuhalten. Ich habe dann ganz schüchtern gefragt: „Und wer macht das bei uns?“ Die Antwort kam unisono zurück: „Na, Ingo, Du natürlich!“. Die Damen haben mir sehr nett zugeredet, ich hätte ja mehr Erfahrung, wie man so eine Präsentation macht, sie würden sich bei sowas weniger auskennen und die Arbeit sei ja fertig. Nach einigem Zögern hab‘ ich schließlich zugesagt.</p>
<p>Um es kurz zu machen: Unsere Gruppe hatte die letzte der drei Präsentationen. Sie ist gut verlaufen, sehr gut sogar, es hat viel Applaus gegeben und reichlichen und aufrichtigen Dank der drei Damen. Routine aus langjähriger Arbeit in Interessenvertretungen hat mir offensichtlich geholfen, in einer Übung zu Wissensmanagement überzeugend Dinge zu vertreten, von denen ich nach wie vor keine Ahnung habe.</p>
<p>Zurückgeblieben bin ich damals im Seminarraum mit einem Gedanken: Hoffentlich gibt es keinen Wissensmanager oder auch Wissenschaftler, der seine Sache überzeugend vertreten kann und dabei von seiner Materie so wenig Ahnung hat wie ich in meinem Fall. – Aber seit den Debatten um Pandemie, Energiewende, Klimawandel etc. bin ich mir da nicht mehr sicher.</p>
<p>Und übrigens: Auf die &#8220;gemeinsame&#8221; Übung zu praktisch angewandtem Wissensmanagement haben wir alle vier die Bestnote gekriegt.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Die Autos des Herrn Kommerzialrat Koller</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Oct 2025 08:51:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Technikgeschichte]]></category>
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(IRS) – Heldenberg, da war doch was … Ja richtig, man erinnert sich, eine Gedenkstätte mit einer Menge Statuen von Helden der k&#38;k Armee, gelegen irgendwo in Niederösterreich. Insbesondere gewidmet dem legendären und offensichtlich überaus populären Feldmarschall Josef Graf Radetzky. – Nähert man sich auf der B4 dem Ort Heldenberg, wird man durch unübersehbare Anzeigetafeln [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-11004" title="Bugatti 57" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Bugatti-57-150x150.jpg" alt="Bugatti 57" width="150" height="150" /></dt>
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<p>(IRS) – Heldenberg, da war doch was … Ja richtig, man erinnert sich, eine Gedenkstätte mit einer Menge Statuen von Helden der k&amp;k Armee, gelegen irgendwo in Niederösterreich. Insbesondere gewidmet dem legendären und offensichtlich überaus populären Feldmarschall Josef Graf Radetzky. – Nähert man sich auf der B4 dem Ort Heldenberg, wird man durch unübersehbare Anzeigetafeln auf weitere Attraktionen aufmerksam gemacht, die an diesem besonderen Platz in der weiten Landschaft zu finden sind. Darunter auch „Kollers Automuseum“. Noch nie davon gehört, als Maschinenbauer nimmt man sich Zeit, also nichts wie hin!</p>
<p><span id="more-11001"></span></p>
<p><strong>Die Koller’sche Unternehmensgruppe</strong></p>
<p>Biegt man auf den weitläufigen Parkplatz ein, erstaunt sofort die respektable Größe der Halle, in der das Museum angesiedelt ist. Der Name Kommerzialrat Rudolf Koller sagt einem aus der Steiermark angereisten fürs Erste nichts, bis einem bewusst wird, dass hinter diesem Namen eine beachtliche internationale Firmengruppe steht, die ihren Hauptsitz im niederösterreichischen Vitis hat und die aus kleinsten Anfängen entstanden ist. Die Gruppe erzeugt Produkte aus Holz, Metall und Kunststoff, umfasst aber auch ein Unternehmen für Wassertechnik mit Schwerpunkt Whirlpools. Hinter dem Erfolg der letzteren steht auch eine beträchtliche Anzahl von Erfindungen und originellen Eigenentwicklungen. Persönliches Highlight: Ein Whirlpool für Babys!</p>
<p><strong>Die Ausstellung</strong></p>
<p>Nun war der Firmengründer von Fahrzeugen aller Art begeistert und hat dieses Museum ins Leben gerufen. – Wenn man vernimmt, dass die Schau etwa 150 Kraftfahrzeuge umfasst, einschließlich Motorrädern und Traktoren, dann scheint das nicht besonders viel zu sein, etwa im Vergleich zum Umfang des Technik Museum Sinsheim. Betritt man aber die in thematischen Abschnitten gegliederte Halle, wird klar, dass hier ruhende Meute der Blechtiere immens viel Platz benötigt, um gut zur Geltung zu kommen. Die ausgestellten Fahrzeuge sind fahrtüchtig, was nach einem soliden Stamm an Mechanikern und Restauratoren verlangt. Sie werden immer wieder gewechselt, die Sammlung ist also größer, als das, was man zu sehen bekommt. Und – was für ein derartiges Museum einzigartig ist – man kann an die meisten Fahrzeuge direkt herangehen, um sie genau zu beäugen.</p>
<p><strong>Die ersten Eindrücke</strong></p>
<p>Die Zeitspanne der ausgestellten Modelle reicht vom ersten Benz-Motorwagen aus dem Jahr 1886 bis in die späteren Siebziger der Muscle-Car Ära. Gleich neben dem Eingang aber zuerst einmal eine Erinnerung an die kleinen Anfänge, sowohl der Sammlung als auch der Karriere des Gründers: Der 1953er Traktor Steyr 180a aus der väterlichen Landwirtschaft und dazu ein Puch-Motorroller aus derselben Ära. Dann aber gleich der Hammer: Die Schnauze eines eindrucksvoll großen, in zwei Blautönen gehaltenes, wunderschön gezeichnetes Cabriolets Bugatti Typ 57 aus dem Jahre 1938, dessen rückwärtige Nummerntafel sogar unter einem Glasfenster liegt. Die großen Räder sind mit Weißwandreifen bestückt.</p>
<p><strong>Die schweren Jungs</strong></p>
<p>Sie sind links und rechts auf der Eingangsebene aufgefädelt: Die „Schlachtschiffe“ der Zwanziger und Dreißiger des vorigen Jahrhunderts, beispielsweise  der Packard 740 mit Schwiegermuttersitz aus dem Jahr 1930 und der Hispano-Suiza HS 26 Roadster aus 1928, aber auch die Klassiker der Fünfziger und Sechziger, so da sind verschiedene Mercedes-Limousinen. Ein britischer Daimler DB 18 von 1952, ein Jaguar Mark V von 1949 und ein Jaguar Mark II von 1966, der Bentley Mark IV von 1949 und ein Rolls-Royce Silver Cloud II 1960 dürfen dazu natürlich nicht fehlen. Aber auch ein österreichischer Vertreter ist darunter zu finden: ein Austro-Daimler ADR aus dem Jahre 1931.</p>
<p><strong>Die Alltagsfahrzeuge</strong></p>
<p>Da sind sie wieder, die „Kraxen“ aus der Jugendzeit eines im Jahr 1948 Geborenen: Der damals sensationelle Ford Taunus 12 M aus dem Jahre 1958 in  hellblau mit der Weltkugel in der Schnauze, der schwarze „Gangster“-Citroen 11 BL von 1955, ein Opel Kapitän Sechszylinder mit Lenkradschaltung aus dem Jahr 1954 im damals beliebten erbsengrün, der dunkelgraue Mercedes 180 Diesel von 1958, das „Pucherl“, also der Puch 500 von 1971 in hellblau und gleich daneben im modischen beige das Glas Goggomobil In der Ausführung TS-250, das aus seinem Zweitakt-Motor mit 293 Kubikzentimetern immerhin 14,8 Pferdestärken herauszukitzeln vermochte.</p>
<p><strong>Die Sportwagen</strong></p>
<p>Da ist wie zu erwarten eine ganze Flottille von Porsche-Modellen zu sehen in allen möglichen Spielarten vom 356er Cabrio 1960 bis zu den 911ern der Siebziger, aber auch der legendäre Jaguar E ist mit zwei wunderschönen Exemplaren des V12 aus den Jahren 1972 und 1974 vertreten, sowie mit einem XK 140 Coupe aus dem Jahre 1955 in „british racing green“. Nicht zu vergessen: Der Mercedes 300 SL „Gullwing“! Von den Muscle Cars seien ein Mustang-Cabriolet der Siebziger erwähnt, besonders augenfällig aber war ein in blau gehaltener Shelby-Cobra 427 SC von 2008 mit einem Fünf-Liter-V8 und 350 PS. Seinerzeit ein Hammer, was Beschleunigung betrifft, heutzutage wahrscheinlich leichtes Spiel für einen mittleren Tesla. Ja, und Ferraris gab es natürlich auch … und …. und … am besten selbst vorbeischauen!</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Arbeitsumgebung</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jun 2025 10:04:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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„Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt von unvernünftigen Menschen ab.“ Dieses Zitat des irischen Dramatikers und Satirikers George Bernard Shaw (1856 – 1950) ist an den wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Fortschritt adressiert. Es trifft aber genauso zu auf die „Welt“ [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-full wp-image-10783" title="IMG_3754-150x150" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/IMG_3754-150x1501.jpg" alt="Bild" width="150" height="150" /></dt>
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<p><em>„Der vernünftige Mensch passt sich der Welt an; der unvernünftige besteht auf dem Versuch, die Welt sich anzupassen. Deshalb hängt aller Fortschritt von unvernünftigen Menschen ab.“ </em>Dieses Zitat des irischen Dramatikers und Satirikers George Bernard Shaw (1856 – 1950) ist an den wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und technischen Fortschritt adressiert. Es trifft aber genauso zu auf die „Welt“ in Form der Arbeitsumgebung eines geistig-schöpferisch tätigen Angestellten, Freiberuflers oder Selbständigen. Denn für den beruflichen Erfolg dieser „Wissensarbeiter“ ist das Vorhandensein eines geeigneten Arbeitsumfelds unabdingbar.</p>
<p><span id="more-10782"></span></p>
<p><strong>Wo ist der geeignete Ort?</strong></p>
<p>Gleich zu Beginn der Tätigkeit zum Beispiel als einzeln arbeitender Sachverständiger stellt sich die grundlegende Frage: Wo – an welchem Ort – will ich arbeiten und wo kann ich tatsächlich arbeiten? Unter welchen Möglichkeiten kann ich wählen? Vor allen Dingen: Wie kann ich meine Tätigkeit örtlich und zeitlich derart einrichten, dass sie weitgehend störungs- und ablenkungsfrei erfolgen kann? Wo sind alle nötigen Arbeitsmittel in greifbarer Nähe? Wo stehen ausreichende Arbeits- und Ablageflächen zur Verfügung? Wo kann ich Gegenstände Dritter zwischenlagern und wo sind diese vor Zugriffen Unbefugter geschützt?</p>
<p><strong>Forderungen der Arbeitswelt </strong></p>
<p>Es ist schwer, von außen beurteilen zu können, ob und wie weit in unserer Arbeitswelt – zum Beispiel in größeren Betrieben – gezielt auf die Erfordernisse der geistig-schöpferischen Arbeit Rücksicht genommen wird oder werden kann. Und wie weit in der Zeit der ständigen Erreichbarkeit und der gerade noch geduldeten und immer kürzer werdenden Reaktionsfristen zum Beispiel Störungsfreiheit überhaupt denkbar ist. Aber gerade diese ist wichtigste Voraussetzung für das, was der Informatikprofessor Carl Newport als „Deep Work“ bezeichnet: Höchste Konzentration, damit das Gehirn sein gesamtes Potenzial für höchstwertige Arbeit entfalten kann.</p>
<p><strong>Vordenker der „Wissensarbeit“</strong></p>
<p>Die Herausforderungen sind nicht neu: Schon vor etlichen Jahrzehnten hat einer der großen Management-Denker auf besondere Notwendigkeiten im Hinblick auf geistig-schöpferisch Tätige hingewiesen, nämlich Peter Drucker (1909 – 2005), der US-amerikanische Ökonom mit altösterreichischen Wurzeln. Sein Zitat aus dem Jahr 1968 hat bis heute nichts an Aktualität verloren: <em>Wissensarbeit produktiv zu machen ist die große Managementaufgabe dieses Jahrhunderts, so wie es die Aufgabe des vergangenen Jahrhunderts war, manuelle Arbeit produktiv zu machen. – </em>Die Begriffe „Wissensarbeit“ und „Wissensarbeiter“ sind übrigens Wortschöpfungen Druckers.</p>
<p><strong>Büro oder Zuhause?</strong></p>
<p>Die Arbeit als Sachverständiger ist allein schon aufgrund der gebotenen Vertraulichkeit organisatorisch von der „normalen“ Beschäftigung im Erwerbsleben zu trennen. Selbstverständlich will man aber auf die gewohnten Arbeitsmittel zurückgreifen können, wobei vorteilhafterweise ein überwiegender und immer noch wachsender Anteil an Informationen elektronisch und damit ortsunabhängig zur Verfügung steht. Bleibt zum Beispiel für einen Angestellten noch zu klären, ob er als Sachverständiger im Büro außerhalb der regulären Arbeitszeit – frühmorgens oder spätnachmittags – oder eher zuhause unterbrechungsfrei arbeiten kann.</p>
<p><strong>Ist man im Home-Office ablenkungsfrei?</strong></p>
<p>Also doch eher zuhause? Ist man ausreichend Realist, wird einem bewusst sein, dass auch bei räumlich getrenntem Home-Office und trotz vereinbarter temporärer „Nicht-Sichtbarkeit“ Unterbrechungen durch familiäre Einflüsse und Forderungen nie ganz zu vermeiden sind, selbst wenn sich die Familie noch so sehr bemüht. Dazu kommen Anforderungen psychologischer Art, etwa die Ablenkungen durch noch zu erledigende häusliche Aufgaben: Zum Beispiel durch die Wiese vor dem Fenster, die wieder dringend Pflege braucht und durch den startbereiten Rasenmäher, der sich auch schon irgendwie ins Sichtfeld gedrängt hat …</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Wohin mit Notizen?</title>
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		<pubDate>Fri, 09 May 2025 09:24:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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(IRS) Im Rahmen konzentrierter geistiger Beschäftigung fallen manchmal Gedanken oder Informationen an, die festgehalten werden wollen. Gehören sie zum gerade bearbeiteten Gegenstand, kann man sie in zugehörige Projektunterlagen einfügen. Wenn sie aber darüber hinaus wertvoll sind und nicht verloren gehen dürfen, was dann? Wie diese Gedanken oder Infos festhalten, wie sie verlässlich wiederfinden? – Wahrscheinlich [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-1164" title="IMG_5499" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/IMG_5499-150x150.jpg" alt="Bild" width="150" height="150" /></dt>
</dl>
</div>
<p>(IRS) Im Rahmen konzentrierter geistiger Beschäftigung fallen manchmal Gedanken oder Informationen an, die festgehalten werden wollen. Gehören sie zum gerade bearbeiteten Gegenstand, kann man sie in zugehörige Projektunterlagen einfügen. Wenn sie aber darüber hinaus wertvoll sind und nicht verloren gehen dürfen, was dann? Wie diese Gedanken oder Infos festhalten, wie sie verlässlich wiederfinden? – Wahrscheinlich jeder hat diesbezüglich im Lauf der Jahre seine eigenen Methoden entwickelt. Und besonders gut organisierten Zeitgenossen kann das Thema „Notizen-Management“ wohl nur leichtes  Schmunzeln entlocken.</p>
<p><span id="more-10722"></span></p>
<p>Die vorhin beschriebenen nebenbei anfallenden Notizen sind nur ein Teil des Themas. Es beginnt schon in der Schule mit der Notwendigkeit, Gehörtes, Gesehenes oder sonst wie durch Sinne Aufgefangenes festzuhalten. Schließlich will man den vorgetragenen Stoff beherrschen, zumindest so weit, dass man die anstehende Prüfung erfolgreich schafft. Später sind es dann Vorträge, Seminare, Konferenzbeiträge, deren Essenz, Höhe- oder Glanzpunkte nicht in Vergessenheit geraten sollen. Selbst wenn zu einem dieser Anlässe gedruckte Unterlagen mitgereicht wurden, wirft man zuerst einen Blick auf selbstverfasste Ergänzungen oder Kommentare – sie sind besonders wertvoll.</p>
<p><strong>Organisationshilfen bieten Auffangräume</strong></p>
<p>Aus persönlicher Erfahrung lässt sich sagen, dass viel vom Umgang mit Notizen davon abhängt, welche Organisationshilfen für das Zeitmanagement man nutzt. Waren es am Anfang einfache Stehkalender, deren Blätter-Rückseiten schnell greifbare Flächen für Bedenkens- oder Erhaltenswertes boten, erfolgte nach einigen Jahren ein Übergang auf Anspruchsvolleres: Einige Zeitmanagementsysteme boten bereits gut strukturierte Auffangräume aller Art. Mir sind noch die kleinen ledergebundenen A6-Mappen der schweizerischen „Hirt-Methode“ in Erinnerung, später dann die A5-Kladden von „Time/System“©, deren Archivboxen heute noch im Archiv Staub fangen.</p>
<p><strong>Unausgeschöpftes Potential von Zeitmanagementsystemen</strong></p>
<p>Das letztere war dann schon ein durchdachtes und ausgefeiltes System, mit dem man die täglichen Agenden im wahrsten Sinn des Wortes sehr gut im Griff hatte. Die zu verwendende Ringmappe mit ihren zahlreichen Registern hätte noch dazu weit mehr Möglichkeiten des strukturierten Ablegens und raschen Wiederfindens geboten, als dann im Alltag tatsächlich genutzt wurden. Aber wie erwähnt ist der tatsächliche Gebrauch auch eine Antwort auf die Frage „Was benötige ich wirklich?“ und ebenso eine Sache der persönlichen Disziplin. – Das Jahr 2004 markierte schließlich insofern einen Wendepunkt, als damals Notebook und „Outlook“ alle zeitlichen Agenden übernehmen konnten.</p>
<p><strong>Versuche, die Zettelflut einzudämmen</strong></p>
<p>Aber zurück zu den Notizen von Konferenzen, Seminaren, Besprechungen et cetera. Über viele Jahre dienten lose Blätter – meistens aus gerade verfügbaren eigenen oder geschenkten Schreibblöcken – als Unterlagen für Mitschriften oder Gesprächsvermerke. Die beschriebenen Blätter wurden nach Auswertung in einer Schreibtischlade, einem Ringordner oder im Mappei-System abgelegt, je nachdem in welcher Test- oder Experimentierphase die Büroorganisation gerade zugange war. Glücklicherweise ging dabei sehr wenig verloren, der Suchaufwand war ebenfalls vertretbar, vielleicht auch deshalb, weil alles projektbezogene Wichtige grundsätzlich in den dafür bestimmten Ordnern zu finden war.</p>
<p><strong>Vom Schreibblock zum Schreibbuch</strong></p>
<p>Im Lauf der Jahre wurden Umfang und Wert persönlicher Notizen immer größer, eine Mischung mit allgemein zugänglichen Unterlagen aus beruflichen Tätigkeiten wurde weniger wünschenswert. – Irgendwann nach Beginn der Nullerjahre hatte ich regelmäßig mit einem Berufskollegen zu tun, der grundsätzlich sämtliche Notizen – egal ob geschäftlicher oder privater Natur – in ein gebundenes liniertes Schreibbuch im Format A4 eintrug. Notizen, die weitere Verbreitung erforderten, kopierte er einfach heraus. Auf eine diesbezügliche Rückfrage meinte er, es sei Gewohnheit seit Bundesheer-Zeiten. Dort sei die Verwendung loser Blätter aus naheliegenden Gründen weitgehend verboten gewesen.</p>
<p><strong>Schreiben ist Reden mit sich selbst</strong></p>
<p>Den eigenen Umstieg auf ein A4-Schreibbuch – in meinem Fall mit karierten Seiten – verdanke ich aber hauptsächlich einem anderen Fachkollegen, der etwa zur selben Zeit das Wissensmanagement eines aufstrebenden Engineering-Unternehmens überhatte. Auch er notierte in ein gebundenes Buch. Dazu meinte er, etwas in eigener Handschrift niederzulegen, sei für ihn „Reden mit sich selbst“ und helfe, Gedanken zu klären. Man konnte das auch so verstehen, dass man auf gebundenem Papier etwas von Bedeutung sehr viel sorgfältiger festhält als auf einem losen Blatt, das man jederzeit zerreißen und entsorgen kann: Das Buch fordert Disziplin!</p>
<p><strong>Handschriftliche Notizen optimiert</strong></p>
<p>Mittlerweile stehen mehrere solche Bände vollbeschrieben nebeneinander im persönlichen Archiv. Das mit zunehmendem Alter stärker spürbare Gewicht eines solchen Schreibbuchs hat allerdings zu einer Reduktion auf das Format A5 geführt, das nicht nur leichter zu tragen ist, sondern im Rucksack auch weniger Platz fordert. Die freiwillige Verwendung kleinerer Schrift fordert zwar mehr Konzentration, dafür hat im Buch aber auch mehr Inhalt Platz. Sehr bewährt haben sich Produkte der Marke „Leuchtturm 1917“, deren Einbände sich äußerlich auch bei langem und intensivem Gebrauch wenig abnutzen.<br />
<strong><br />
Letztlich: Datenschnipsel am Notebook</strong></p>
<p>Heute sammelt man keine Zeitungsschnipsel mehr oder tut es nur selten. Die meisten Infos kommen elektronisch und lassen sich bei Bedarf mit ein paar einfachen Dateiordnern auf Notebook oder Tablet rasch und effektiv organisieren. Unter passenden Stichworten abgelegt kann das Finden recht unkompliziert sein. Manche aus der realen Welt bekannte und auf das Notebook übernommene Systeme zur Wissensspeicherung und -vernetzung wie „Zettelkästen“ erscheinen nach Eigenerfahrung hingegen unnötig kompliziert und eher hinderlich. – Gäbe es nicht das Vergnügen, sich der eigenen Handschrift bedienen zu können, wäre das Notebook mit der üblichen Standard-Software ohnehin „Notizfänger“ erster Wahl …<br />
&#8212;</p>
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		<title>Die Minimierung des Frustrationswinkels</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jan 2025 18:35:38 +0000</pubDate>
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Zugegeben, dieser Titel klingt ein bisschen nach Wissenschaft oder zumindest nach Pseudo-Wissenschaft. Mit ihm ist jedoch keinerlei Anspruch darauf verbunden. Worum es hier geht, hat mit Bestandteilen unserer Persönlichkeit zu tun. Genauer gesagt mit dem, was wir in unserem Innersten sind und mit dem, was wir tagaus tagein so machen, vor allem in beruflicher Hinsicht. [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-5192" title="Blitz" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Blitz2-150x150.jpg" alt="Blitz" width="150" height="150" /></dt>
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<p>Zugegeben, dieser Titel klingt ein bisschen nach Wissenschaft oder zumindest nach Pseudo-Wissenschaft. Mit ihm ist jedoch keinerlei Anspruch darauf verbunden. Worum es hier geht, hat mit Bestandteilen unserer Persönlichkeit zu tun. Genauer gesagt mit dem, was wir in unserem Innersten sind und mit dem, was wir tagaus tagein so machen, vor allem in beruflicher Hinsicht. Er hat damit zu tun, dass uns der Beruf in eine bestimmte Richtung zieht, unser Innerstes – oder unsere Berufung – in eine andere. Den Winkel zwischen beiden Richtungen sei hier als Frustrationswinkel definiert.</p>
<p><span id="more-10457"></span></p>
<p>Jeder Mensch ist allein schon vom Äußerlichen her einzigartig, in anderen Worten ein echtes Original, einmalig in vielerlei Hinsicht. Aber auch von der inneren, etwa von der charakterlichen Veranlagung her gibt es starke Unterschiede, was zum Beispiel jeder, der Kinder hat, an seinen Sprösslingen leicht feststellen kann. Die besondere Prägung unserer Persönlichkeit – bestimmt teils durch genetische, teils durch umweltbestimmte Einflüsse – formt sich in uns zu bestimmten Talenten und Begabungen. Es macht uns Freude, sich in diesen Talent- und Begabungsfeldern bewegen zu können.</p>
<p><strong>„Excellence“</strong></p>
<p>Das ist alles recht trivial. Was aber auffällt ist, dass der Förderung oder wenigstens der Beachtung von Begabungen und Talenten wenig, vielleicht zu wenig Beachtung geschenkt wird, sowohl in der Schullaufbahn, als auch später in der Berufswahl und im Berufsleben. Gewiss, es gibt Initiativen in einzelnen Schulen oder Schulversuchen, man bemüht sich vielleicht auch um Hochbegabte. Manches ist wahrscheinlich auch nur gut gemeinte Verhübschung, etwa wenn eine ganz normale Lehrlings-Ausbildungsstätte einmal gleich zum „Center of Excellence“ erhoben wird.</p>
<p><strong>Die Rolle kann entscheidend sein</strong></p>
<p>Für Unternehmer und Selbständige ist es eine der Grundvoraussetzungen für nachhaltigen Erfolg, dass sie nur in den Rollen und Fachgebieten dauerhaften Erfolg haben können, die sich mit ihren Talenten und Begabungen decken. Der Begriff Rolle ist bewusst gewählt, denn ein Techniker kann etwa in der Rolle eines Konstrukteurs durchaus erfolgreich sein, seine – wenn man so will – wahre Bestimmung findet er vielleicht dann, wenn er gerne mit vielen Menschen zu tun hat, also eher ein guter Verkäufer sein wird und dort echte Erfüllung und Freude findet.</p>
<p><strong>Sinnfrage</strong></p>
<p>Auch bei Unselbständigen wird es sehr oft der Fall sein, dass der erste Berufseinsatz noch in eine Richtung zeigt, die noch deutlich in eine Richtung zeigt, die nicht mit der übereinstimmt, die Talenten und Begabungen entspricht. Jeder Angestellte in dieser Situation wird ein gewisses Maß an Unzufriedenheit empfinden und sich bewusst oder unbewusst in die Richtung der Talente bewegen. Die Gefahr kann darin bestehen, dass eine gutbezahlte Berufstätigkeit den „Frustwinkel“ überdeckt, bis zu dem Zeitpunkt, dass – oft aus Erschöpfung – die Sinnfrage gestellt wird.</p>
<p><strong>Ausweg in die Selbständigkeit</strong></p>
<p>Wer die Aufgabe hat, solche Menschen auf ihrem Schritt aus einem Unternehmen heraus in die Selbständigkeit zu begleiten, bekommt auch das Maß an Erleichterung mit, das sie empfinden. Diese Leute kommen oft aus dem mittleren bis höheren Management von Industriebetrieben und haben Situationen erlebt und verkraften müssen, die nicht nur für sie selbst, sondern auch für deren Familien belastend waren. Die Freude über die Entscheidung überwiegt in hohem Maße den Respekt vor dem Risiko, das ein Übertritt in die Welt der Selbständigkeit mit sich bringt. Jedoch: Wohl keiner hat im Nachhinein diesen Schritt bedauert.</p>
<p><strong>Suche nach der Lebensaufgabe </strong></p>
<p>Erfahrungsgemäß ist mit dem Schritt in die Selbständigkeit aber keineswegs die Suche nach der „Lebensaufgabe“ beendet. Es wird immer wieder Neues und trotz fortschreitenden Alters noch Unbekanntes hochkommen, das dazu führt, dass sich das Tätigkeitsfeld verändert. Aus dem früheren Konstrukteur und dem späteren Abteilungsleiter ist mittlerweile vielleicht ein Berater und Experte geworden, den bisher unbekannte Klienten schätzen. Trotzdem: Auch dann noch wird er innerlich immer noch mit einem Ziel beschäftigt sein: Mit der Minimierung des Frustrationswinkels.</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Beziehungen</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Dec 2024 07:56:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Wenn man nach fünfzig Jahren im Beruf darüber nachdenkt, was von all der Zeit als wertvoll in Erinnerung bleibt, etwas, das man einem jüngeren Menschen mitgeben kann, dann kommen mehrere Dinge in den Sinn. Eine wichtige Rolle kommt Beziehungen zu. Gemeint sind damit nicht solche in der Art von „Vitamin B“, also jene mehr oder [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-6040" title="Konflikt" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Konflikt-150x150.PNG" alt="Konflikt" width="150" height="150" /></dt>
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<p>Wenn man nach fünfzig Jahren im Beruf darüber nachdenkt, was von all der Zeit als wertvoll in Erinnerung bleibt, etwas, das man einem jüngeren Menschen mitgeben kann, dann kommen mehrere Dinge in den Sinn. Eine wichtige Rolle kommt Beziehungen zu. Gemeint sind damit nicht solche in der Art von „Vitamin B“, also jene mehr oder weniger intensiven Kontakte zu Personen, die einem helfen könnten, bestimmte Vorteile zu ergattern oder der Karriere etwas Schubkraft zu verleihen. Nein, es geht um Verbindungen zu einer Reihe von jenen Zeitgenossen, mit denen wir im Laufe unserer Tätigkeit zu tun haben und die bleibenden Eindruck hinterlassen.</p>
<p><span id="more-10431"></span><strong> </strong></p>
<p><strong>Mitarbeiter auf Baustellen</strong></p>
<p><strong> </strong>Da sind einmal alle Leute, mit denen ich im familieneigenen Unternehmen zusammenarbeiten durfte. Ganz unterschiedliche Menschen, darunter etwa siebzig Lehrlinge. Vor allem von einigen langjährigen und älteren durfte ich einiges lernen. Durch den häufigen Kontakt auf den Baustellen zu den eigenen Leuten, aber auch zu den vielen anderen Handwerkern und ihren Gehilfen habe ich diese oft sehr laute und raue Welt kennen und schätzen gelernt. Das gemeinsame Bewältigen von Stresssituationen schweißt zusammen. Die Charaktere der Leute waren oft total unterschiedlich Ich musste lernen, Vorurteile abzulegen.</p>
<p><strong>Techniker im Büro</strong></p>
<p><strong> </strong>Auch die Techniker im Planungsbüro waren äußerst unterschiedlich. Da der eine, der am liebsten auf sich gestellt arbeitet. Der wohlüberlegt und Schritt für Schritt vorgeht, alles penibel dokumentiert, nichts tut, ohne sich vor Beginn der Arbeit penibel darüber zu informieren, was zu tun ist und welches Ergebnis erwartet wird. Dann wieder der Typ, der genaue Vorgabe braucht über die einzelnen Schritte, die zu tun sind. Der schon mal etwas wichtiges davon übersieht, aber leicht zu korrigieren ist. Auch hier: Wertschätzung für die Person war wichtig, Anerkennung für Geleistetes, auch das führt zusammen.</p>
<p><strong>Kunden</strong></p>
<p><strong> </strong>Völlig unterschiedlich die vielen Kunden. Mit sehr vielen aus dem Installationsbereich waren Gespräche über ihre Lebensgewohnheiten wichtig, aber auch die Diskussion darüber, was sie sich wünschten und was davon für sie nützlich und auch leistbar war. Die härtesten Verhandler waren sehr oft die Ehefrauen. Ganz anders der Planungsbereich: Hier waren im Regelfall Architekten tonangebend, manchmal auch Bauingenieure. Zu einigen Kunden und ihren Architekten entwickelten sich sehr gute Beziehungen, die von gegenseitigem Respekt und von hoher Wertschätzung gekennzeichnet waren.</p>
<p><strong>Freiberufler</strong></p>
<p>Das Angenehme an Freiberuflern und Selbständigen: Die meisten, mit denen ich zutun hatte,  waren und sind wirkliche Profis, auf die Verlass ist. Das ist etwas Schönes, das Sicherheit gibt, vor allem, wenn der Erfolg eines Auftrags davon abhängt, dass alle Partner eines Teams ihre Verpflichtungen einhalten und auch sonst zu ihren Vereinbarungen stehen. Gelebte Verlässlichkeit und Zuverlässigkeit sind etwas ganz Gravierendes, das Vertrauen erzeugt oder bestätigt. Auf lange Sicht überleben in meinen Augen auch nur jene Personen und Unternehmen, die unbeirrbar an Integrität festhalten.</p>
<p><strong>Behördenvertreter</strong></p>
<p>Als Ziviltechniker hatte ich sehr oft und manchmal auch sehr intensiv mit Ämtern und Behörden zu tun. Nicht alle Verhandlungen verliefen friktionsfrei, was in der Natur der Sache liegt, etwa wenn Auflagen nach Ansicht des betroffenen Unternehmers zu streng waren. Andererseits war in den letzten Jahrzehnten ein starker Wandel von Behördenseite insofern spürbar, als dass die Rolle des Kontrolleurs zurückgedrängt und die des Beraters oder gar Dienstleisters gestärkt wurde. Im Rückblick waren alle beamteten Personen bemüht, ihre Aufgabe zu erfüllen, den Klienten aber möglichst weit entgegenzukommen.</p>
<p><strong>Rechtsanwälte</strong></p>
<p>Rechtsanwälte erfüllen ihre Aufgabe im Dienst des Klienten, spielen im wahrsten Sinn des Wortes eine – ihre – Rolle. Auch der Sachverständige spielt (s)eine Rolle. Man begegnet sich bei Befundaufnahme oder im Gerichtssaal unter der Prämisse, dass man sich möglicherweise in einem anderen Fall wieder begegnen wird. Es hat also wenig Sinn, in hitzigen Diskussionen verbrannte Erde zu hinterlassen. Auch hier ist gegenseitiger Respekt angesagt. Dramatische Inszenierungen mögen im Verfahren ihren Platz haben, Begegnungen zwischen Anwälten und Sachverständigen sollten ansonsten von Nüchternheit geprägt sein.<br />
&#8212;</p>
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		<title>Es spricht der Präsident</title>
		<link>http://www.sonnek.at/2024/09/27/es-spricht-der-prasident/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Sep 2024 04:42:36 +0000</pubDate>
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In beiden Interessenvertretungen, deren (Zwangs-)Mitglied ich nach wie vor bin, habe ich es im Laufe der Jahre zu Funktionärsehren gebracht. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass ich mich zu wenig dagegen gewehrt habe. Derlei Ehrenämter verpflichten unter anderem zur Teilnahme an Sitzungen in allen möglichen Formen. Manche können erdrückend lang sein und noch dazu schrecklich fad. [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-10243" title="Präsident" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Präsident-150x150.png" alt="Präsident" width="150" height="150" /></dt>
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</div>
<p>In beiden Interessenvertretungen, deren (Zwangs-)Mitglied ich nach wie vor bin, habe ich es im Laufe der Jahre zu Funktionärsehren gebracht. Wahrscheinlich aus dem Grund, dass ich mich zu wenig dagegen gewehrt habe. Derlei Ehrenämter verpflichten unter anderem zur Teilnahme an Sitzungen in allen möglichen Formen. Manche können erdrückend lang sein und noch dazu schrecklich fad. In einer solchen – vor vielleicht zwanzig Jahren – habe ich aus Langeweile und schon etwas unaufmerksam den Monolog eines Präsidenten, der sich offensichtlich selbst gerne reden hörte, ansatzweise mitgeschrieben. Es spricht der Präsident:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><span id="more-10239"></span>Ich kann also sagen, dass also, wie immer man das nennen mag, ich aber gar nicht gewusst habe, wie das zum Thema gekommen ist, ich bin nur noch in Erwartung, dass es also Vergleichbares gibt, möglicherweise mit gleichen Inhalten, es tut aber möglicherweise nichts zur Sache, wobei mich natürlich die Wortwahl etwas irritiert, aber vielleicht bin ich ein bisschen wehleidig, es sind also einige vollmundige Meldungen enthalten, die also einen medienwirksamen Niederschlag gefunden haben, ich meine, dass das nicht besonders witzig ist, aber ich hör jetzt auf, ich könnte aber noch einige Einzelheiten, gibt es dazu irgendwelche Fragen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Dazu ist natürlich zu sagen, dass die Öffentlichkeitsarbeit, die an die sogenannte Öffentlichkeit gerichtet ist, ich bin ein gebranntes Kind, weiß also nicht, ob das über die Bühne geht, es war also die Geschichte ganz einfach, also was ist da der Hintergrund, während die eine sorgsam vorbereitet war, und das ist sozusagen der Zeitfahrplan. Wenn halbinformierte Zustände dazu führen, und das ist kein Vorwurf, wenn man in unserem Land eine Meldung hat, ich äußere mich nicht dazu, nein, ich stelle dazu nur fest.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Wir haben jetzt den Zustand, dass die uns nicht kennen, und darum geht’s, und habe diese in den Raum gestellt und habe mich ins Treffen geführt, weil ich weiß, dass das eine Befindlichkeit ist. Was die Herrschaften gerne gehabt hätten, auf der Ebene schien es mir angesiedelt, ich bin ein bissel frustriert, das haben Sie vielleicht schon bemerkt.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Es ist wichtig, dass man das von außen betrachtet, es ist wichtig, dass eine Institution werblicher Art uns von außen betrachtet, dadurch haben sie Verfahrensregeln aufgestellt, und jetzt haben sie vielleicht das Problem und wollen nicht das Gesicht verlieren und jetzt haben wir die delikate Situation, mit der feinen Klinge der Wortwahl zu dem, was die zusammengestoppelte Fleißaufgabe die liegt jetzt vor und wird länderharmonisiert verfasst und der die Bearbeitung von sich aus am Tisch und sagt, na wenn das so ist und tatsächlich Klarheit verträgt, dann ist uns lieber, die geht rasch über die Bühne und bleibt so und nicht wieder auf der langen Bank.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Ich bin gerne bereit, darüber zu reden, es gibt natürlich Overhead-Funktionen und die Geschichte ist brühwarm. Dazu gibt es den Hinweis, dass sie uns nicht abhanden gekommen ist, natürlich werden wir wollen, ich kann mich erinnern, die hatten sehr gut abgewickelt und ich bin überzeugt. Wir sind bei einem ganz guten Punkt, den ich noch einmal aufgreifen möchte, volles Verständnis, dass ein paar Dinge getan werden müssen, habe herausgehört, dass hier ein grundsätzlicher Umdenk eingesetzt hat und künftig wird es also sein, es wird also das in dieser Form also möglicherweise nicht mehr geben und daher wird sie ein zahnloses Konstrukt werden und das ist also ein Hinweis auf den Zündstoff.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Und dann müsste der hingeschickt werden und nicht nur der Hütchenträger. Auf der anderen Seite ist es nicht zulässig zu sagen, na, dann geh ich ham, das war nicht unerheblich, das können andere besser, hier lese ich, na is ja ganz klar, da meine ich, sind Animositäten vorhanden.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Na, ich teile schon die Meinung, als Status quo in der Retrospektive, deshalb war ich auch sehr ambivalent bis untätig in dieser Funktion, das war, ist aber jetzt nicht mehr, weil der ist nicht mehr dabei. So, das war’s. Ich würde vorschlagen, wir stimmen dieser Tendenz nicht zu, sondern ganz im Gegenteil, und zwar einhellig, einstimmig. Dem Umstand, dass die notwendigen Mittel zur Umsetzung der einzelnen Maßnahmen sehen wir mit Interesse entgegen, sehr gerne würde der Vorstand zum Beispiel bei der nächsten Standortbestimmung mit dem Versenden des Protokolls einhergehen. Es muss nicht sein, also wobei und dann kommt’s, das was gesagt wurde, erwünscht ist. Ich habe diese vage, nicht formulierte Stimmung, mit anderen Worten ein Bekenntnis erledigt, mit anderen Worten mit dem Vergabevorschlag durchgeführt werden sollen.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der nächste Bereich in der Punktation bezeichnet, lässt sich aber zusammengefasst, nachdem eine Sitzung stattgefunden hat und in einer Sitzung ein paar Ausblicke zum Sollzustand stattgefunden haben. Weil man schlicht und einfach etwas anderes tun muss. Ich möchte aber für mich nicht machen, was wir wollen, nein, das ist lapidar, Gemeinplätze, aber das ist nicht lapidar, als wäre es ein Geschick, und der Zeiteinsatz ist ein erheblicher und was wir in unserem zentralen Agieren und diese also wenn es funktionieren tät, die Unlust wird eh immer größer ich will schon nicht fahren aber ich will euch auch die Redezeit ersparen. Im Prinzip geht es um ein Ziel, dem sollten wir auf Seite 20 uns auch einen gewissen Plan anschauen, ob uns der auch so recht ist, das ist ein klassischer, äh, und der Punkt 2, das ist mir ziemlich wurscht, irgendwo steht, ich glaub, das ist die Anleitung, wie man das tut, damit die Missverständnisse maximiert werden.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Der hat eine Haltung eingenommen, und da bin ich ein bissl vorsichtig, und da mache ich den Bock zum Gärtner, die Haltung, die mir kolportiert wurde! Wir haben also, das, was gesagt worden ist, am Tisch, wir haben <span style="text-decoration: underline;">ein</span> Papier, und wenn das im Sinne der Zuwendungen richtig verstanden wurde, dann machen wir in diesem Sinne schon eine Vorbereitung, heißt also eine Beschlussfassung bis zum Punkt zwei und den Siebener weg und den Achter hin, dann können wir den Fahrplan für uns ins Auge fassen, ist das eine Vorgangsweise, dann würde ich den Antrag in Worte münzen, das heißt wir haben diesen Plan für uns in Anspruch genommen, das war also der Hinweis, diesen finden sie aus gutem Grund wieder, die Frage ist, gibt es Einwendungen, Abänderungen, Ergänzungen, ich tendiere dazu, zu schlüssigen Konstrukten, aus gutem Grund, weil die Kritik so weit gegangen ist.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Schaun wir uns das an und halten wir es, dann drehen wir das Ding um, beides gelangt zur Aussendung, ich bin überzeugt davon, dass sie nicht das Wissen haben, darüber zu befinden, die nicht ein Gradmesser sein sollen, weil er sachlich nicht in der Lage ist, das mit Kompetenz zu erfüllen. Das ist für mich das peinliche Gegenteil, wir müssen aufpassen, dass wir nicht die Spielwiese verkommen lassen, da gibt es jemanden, der hat kein Pouvoir, und wer viel fragt bekommt auch viel Antwort. Ich fasse zusammen: die pragmatischen Teile dieser Ordnung werden als Feedback, wo dann die politischen Entscheidungen im Vorstand abgeklärt werden können, so dass diese Beschlussfassung mit großem gemeinsamem Nenner, nicht mit kleinstem, beschlossen werden kann.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Meinem persönlichen Befinden nach kann man, so fasse ich zusammen, wir haben Einigkeit und wir bekommen zurück und parallel dazu und gleichzeitig oder nahezu gleichzeitig oder fast gleichzeitig jene pragmatischen Teile, die keine standespolitische Auswirkung haben und die eine Handhabung haben werden, sollten in der ersten Sitzung diskutiert werden und mehr oder weniger beschlossen werden, außer den beschlossenen Vorbereitungen, das ist eine Vorgangsweise, die wir meinem ans Ziel kommen, legen wir so fest, wir sollten das gemeinsam beschließen. Wir haben uns den ohnehin freiwillig ausgesucht nein der uns das Budget mehr oder weniger, wenn er uns zusammengibt, wir können das sicher in dem Sinne machen meine ich, nur die Fristen mit den entsprechenden Vorlaufzeiten, die wir brauchen, haben wir nicht, und daher ist der über diese auf den Tisch gekommen und das ist vom Termin her und das nächste haben wir Beschlussfähigkeitsbedenken angemeldet. Ja.</p>
<p style="padding-left: 30px;">Die Einberufung geht davon aus, dass wir in Anspruch nehmen wollen, dass wir das so handhaben wollen, mehr will ich damit nicht sagen und weil die Diskussion eine nicht endende sein könnte. Seine sehr zielstrebige Form ist, danke dafür, weil die ersten halten das nicht und das war keine Kritik. Mahlzeit.</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8212;</p>
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		<title>Souveräne Stimme</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Sep 2024 04:25:00 +0000</pubDate>
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Es steht außer Zweifel, dass ein Gerichtssaal einer jener Orte ist, an dem alle Beteiligten eine starke und zuverlässige Stimme benötigen. Was hier nicht in dem übertragenen Sinn gemeint ist, dass jede Partei sich auf einen guten Rechtsvertreter verlassen muss, sondern im wahrsten Sinn des Wortes: Nämlich bezogen auf das menschliche Stimmorgan. Aber nicht nur [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-10220" title="Stimme" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Stimme-150x150.png" alt="Stimme" width="150" height="150" /></dt>
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<p>Es steht außer Zweifel, dass ein Gerichtssaal einer jener Orte ist, an dem alle Beteiligten eine starke und zuverlässige Stimme benötigen. Was hier nicht in dem übertragenen Sinn gemeint ist, dass jede Partei sich auf einen guten Rechtsvertreter verlassen muss, sondern im wahrsten Sinn des Wortes: Nämlich bezogen auf das menschliche Stimmorgan. Aber nicht nur bei Gericht, sondern auch in alltäglichen Situationen ist ein gut gepflegtes und richtig eingesetztes Stimmorgan von Vorteil. Alles zusammen ein Grund, ein Seminar darüber zu besuchen, wie man eine starke Stimme erhält – und behält.</p>
<p><span id="more-10219"></span></p>
<p>Wenn eine derartige persönlichkeitsbildende Veranstaltung auf dem Boden einer höheren Schule stattfindet, darf man nicht überrascht sein, dass ein Großteil der Teilnehmer aus dem Lehrkörper ebendieser Bildungsinstitution kommt. Einige der Anwesenden geben an, dann besonders gefordert zu sein, wenn sie Blockveranstaltungen durchzuführen haben in der Dauer von mehreren Stunden. Sie suchen Abhilfe gegen vorzeitige Schwächung, gegen Heiserkeit, zunehmende Anstrengung oder gar gegen Ausfall der Stimme.</p>
<p><strong>Was die Stimmgebung beeinflusst</strong></p>
<p>Man wird sich dessen bewusst, dass bezogen auf die einzelne Person grundsätzliche Einflüsse auf die Stimmgebung vorherrschend sein können, denen wir uns praktisch nicht entziehen können: Durch Erziehung und Lebenserfahrung, durch die jeweilige Situation, natürlich auch durch die Art der Gesprächspartner oder durch das Ziel des Gesprächs. Dann sind Tagesverfassung, Anlass für das Gespräch oder die Emotionen zu beachten, mit denen man in ein Gespräch geht oder die im Lauf des Gesprächs hochkommen können.</p>
<p><strong>Vorbeugende Maßnahmen und Verhaltensweisen</strong></p>
<p>Hingewiesen wird auf vorbeugende Maßnahmen, die den Stimmgebrauch erleichtern können: Da ist vor allem wichtig, während der Stimmbelastung ausreichend zu trinken! Dann sind Lautstärke und Tonhöhe den tatsächlichen Erfordernissen anzupassen. Es empfiehlt sich auch, wie den Körper vor dem Sport auch die Stimme vor einem Vortrag aufzuwärmen. Von Vorteil sind auch Sprechpausen, wenn immer dies möglich ist. Während des Sprechens kann Bewegung und Justierung der Körperhaltung hilfreich sein.</p>
<p><strong>Räuspern und Flüstern</strong></p>
<p>Es dürfte uns vielleicht wenig bewusst sein, aber Experten meinen, dass häufiges Räuspern der Stimme nachhaltig schaden kann: Es sei zu vergleichen mit einem ziemlich groben „Bearbeiten“ der Stimmbänder mit Schmirgelpapier. Dasselbe gelte auch für Flüstern: Es sei nicht nur anstrengend, sondern schade auch den Stimmbändern. Im Fall einer Erkältung empfiehlt es sich, Flüstern zu vermeiden, und stattdessen mit der Reststimme zu sprechen. Und dass Rauchen der Stimme gehörig schaden kann, braucht wohl nicht extra erwähnt zu werden.</p>
<p><strong>Körperhaltung und Atmung</strong></p>
<p>Man kann an sich selbst ausprobieren, wie sich die Körperhaltung auf die Sprache auswirkt, oder wie sich Gefühle diesbezüglich auswirken. Beste Wirkung erzielt man mit einem guten Stand, mit den Fußsohlen im Boden gut „verankert“, sich von unten nach oben aufrichtend und streckend und den Schultern leicht nach hinten. Im Sitzen soll das Gewicht gut auf der Unterlage ruhen. Der gut aufgerichtete Körper lässt den Atem frei und ungehindert fließen, wobei zu beachten ist, dass das Zwerchfell den Hauptmuskel für das Atmen darstellt.</p>
<p><strong>Stimme und Artikulation</strong></p>
<p>Locker und entspannt sprechen schont die Stimme und verleiht ihr angenehme Resonanz, weshalb man dann von seiner „Wohlfühlstimme“ – oder seiner Indifferenzlage – spricht. Zu dieser soll man zurückkehren, wenn man lange oder laut sprechen muss. Wichtig ist auch die Artikulation, die Präzision der Aussprache: Lockerer Kiefer, bewegliche Lippen und Zunge: Wer deutlich spricht, benötigt weniger Stimmkraft! Häufiger Fehler: Zu geringe Öffnung der Kiefer – die Artikulation lässt sich durch Sprechen von Texten mit Daumen zwischen den Zähnen deutlich verbessern.</p>
<p><strong>Satzmelodie und Tempo</strong></p>
<p>Die Satzmelodie kennzeichnet die Aussage von Sätzen und bestimmt den Eindruck, den die Stimme hinterlässt: Sie kann Ruhe, Souveränität, oder Verbindlichkeit vermitteln. Oder aber sie führt zu offenen und geschlossenen Fragen. Pausen im Sprechen geben dem Gegenüber Zeit, das Gehörte zu verarbeiten, gliedern das Gesagte in Abschnitte, können aber auch Spannung erzeugen oder Ruhe bewirken. Aus Sicht des Redners kann man dadurch Atem holen, den nächsten Satz oder Gedanken formulieren oder kontrollieren, ob der Inhalt verstanden wurde.</p>
<p><strong>Der richtige Ton macht die Botschaft perfekt</strong></p>
<p>Nicht umsonst sagt man nach gelungenen Ansprachen, Vorträgen, Vorlesungen oder Plädoyers: Er oder sie hat den richtigen Ton getroffen. In unserem Fall ist damit der letzte Baustein für den gelungenen Stimmeinsatz gemeint: Nicht nur die Sprachmelodie macht die Wirkung aus, ein „dynamischer Akzent“ entsteht erst mit der richtigen Betonung, sprich mit dem gezielten Einsatz von höherer oder geringerer Lautstärke! Wer das beherzigt, macht seinen Stimmeinsatz perfekt. – Was bleibt zu tun? Ganz einfach, und doch so schwer: Immer wieder Üben, Üben, Üben …</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Quelle: „Starke Stimme – souverän und gesund sprechen“, Skriptum Summer Business School 2024, verfasst von Claudia Graf, M.A., Logopädin, 8010 Graz</p>
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		<title>Sommerliches rund ums Gericht</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Sep 2024 04:28:58 +0000</pubDate>
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Gerichtsverhandlung an einem sommerlichen September-Nachmittag mit über dreißig Grad im Schatten. Der ansonsten angenehme Fußweg von der Parkgarage quer durch die Innenstadt zum Landesgericht wäre heute mit übermäßiger Transpiration verbunden. Doch wer will schon schweißtriefend im Gerichtssaal ankommen? &#8211; Also Taxi bestellen, bequeme Fahrt bis fast direkt vor das Eingangstor, mit dem Lift ins zweite [...]]]></description>
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<dl id="attachment_530" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-530" title="IMG_3478" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/IMG_3478-150x150.jpg" alt="bild" width="150" height="150" /></dt>
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<p>Gerichtsverhandlung an einem sommerlichen September-Nachmittag mit über dreißig Grad im Schatten. Der ansonsten angenehme Fußweg von der Parkgarage quer durch die Innenstadt zum Landesgericht wäre heute mit übermäßiger Transpiration verbunden. Doch wer will schon schweißtriefend im Gerichtssaal ankommen? &#8211; Also Taxi bestellen, bequeme Fahrt bis fast direkt vor das Eingangstor, mit dem Lift ins zweite Obergeschoß, Beklagter wartet schon vor dem Saal. Kurzer Weg zum Büro der Richterin, dann zurück in den Verhandlungssaal. Der ist – Oh welche Wohltat! – sehr angenehm temperiert.</p>
<p><span id="more-10215"></span></p>
<p>Wie die Richterin erzählt, sind die Verhandlungssäle – auch der große, der sehr wenig genutzt wird – mit Raumkühlgeräten ausgestattet. Keine Kühlmöglichkeit haben die meisten Büros der Richterinnen und Richter, was paradox erscheint, sind das doch die regulären Aufenthaltsorte der dort arbeitenden Personen. Wie die Richterin erwähnt, können die Raumtemperaturen an den intensiv sonnenbeschienenen Gebäudeseiten schwindelerregende Höhen von bis zu dreiunddreißig Grad erreichen. Das ist unzulässig viel, wenn man bedenkt, dass die Arbeitsstättenverordnung den zumutbaren sommerlichen Maximalwert mit sechsundzwanzig Grad festlegt.</p>
<p><strong>Die Kleidung ist zum Glück lockerer geworden</strong></p>
<p>Im Saal haben mittlerweile die Parteien und deren Vertreter Platz genommen. Der Klagsvertreter trägt als einziger eine Krawatte, die Anwälte und ich als bestellter Sachverständiger haben die Sakkos abgelegt. Die Personen, die die Parteien darstellen, sind ohnehin sehr leger unterwegs, ein eklatanter Gegensatz zu der Zeit vor etwa zwanzig Jahren, wo man noch sehr stark an formaler Kleidung festhielt: Auch die Richter unter ihren Talaren schwitzten, denn Klimaanlagen gab es damals noch nicht. Allerdings wurde in den Sommermonaten auch nicht – oder nur wenn unbedingt nötig – verhandelt.</p>
<p><strong>Zäher Verlauf</strong></p>
<p>Das gerade laufende Verfahren ginge demnächst in das vierte Jahr, sollte es heute zu keiner Einigung kommen. Der Streitwert ist durch das umfangreiche und recht aufwendige Sachverständigengutachten deutlich reduziert worden. Der Kläger war in den letzten Tagsatzungen dem Beklagten mit seinen Vergleichsangeboten sehr weit entgegengekommen. Allein der Beklagte und sein Vertreter mauerten und weigerten sich, Gegenangebote zu machen. Dadurch verringerte sich der Betrag des letzten klägerischen Vergleichsangebotes auf einen fast nur mehr symbolischen Wert.</p>
<p><strong>Ende des Verfahrens </strong></p>
<p>Andererseits vergrößerte sich der Kostenaufwand für Gericht, Rechtsvertreter und den anwesenden Sachverständigen in beträchtliche Höhen. Mehrere Appelle der Richterin zeigten schließlich Wirkung, nachdem sich auch der Anwalt des Beklagten schließlich gegen den eigenen Klienten mit Vernunftappellen und nach einem offenbar intensiven Vieraugengespräch durchgesetzt hatte. Das Ende dieser über all die Jahre sehr zäh verlaufenden Rechtssache fühlte sich fast abrupt an, irgendwie ähnlich einer Vollbremsung beim Autofahren. Es kam zu einer Kostenteilung, die Vereinbarung dazu war rasch fixiert und unterzeichnet.</p>
<p><strong>Die Parteien hätten das Ergebnis billiger haben können</strong></p>
<p>Im Hinblick auf das zustande gekommene Ergebnis und die damit verbundenen Kosten für die Parteien kann man aus Sicht des Sachverständigen nur kommentieren: Das hätten beide Parteien wesentlich billiger haben können. Der Kläger, wenn er seine Abrechnungen besser strukturiert und mehr kommunikativen Einsatz gezeigt hätte; Der Beklagte, wenn er sich nicht stur hinter seinem Standpunkt verschanzt und mehr auf nüchterne Logik und weniger auf Emotionen gesetzt hätte. Denn die Leistung des Klägers war grosso modo ja in Ordnung. Aber im Nachhinein ist man sowieso immer klüger.</p>
<p><strong>Zum Ausklang</strong></p>
<p>Noch ein kurzes Nachgespräch mit der Richterin, in der ich ihr meinen endgültigen Abschied von der „Gutachterei“ mitteile. Sie bedauert das. Wir sprechen uns wechselseitige Wertschätzung aus. – Draußen ist es noch immer glühend heiß, ich bin froh, dass das Taxi nach den versprochenen fünf bis sechs Minuten tatsächlich da ist und mich zur Tiefgarage zurückbringt. Während der Fahrt nach Hause wird mir bewusst, wie sehr mir die Sachverständigenarbeit all die Jahre Freude gemacht hat. Ein Gerichtsverfahren habe ich noch am Laufen, weiß aber nicht, ob ich nochmals benötigt werde. Mal sehen …</p>
<p>&#8212;</p>
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		<title>Erinnerungen an Ferialpraxiszeiten …</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Aug 2024 06:50:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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Für einen Mittelschüler (heute: Gymnasiasten) in den Sechziger-Jahren war es üblich, einen Ferialjob zu suchen, um das damals fast für jeden Schüler knappe Taschengeld etwas aufzufetten. Neben mehr oder weniger wertschöpfender Arbeit lernte man dabei die reale Arbeitswelt kennen mitsamt Arbeitskollegen und deren Eigenarten. Lange suchen brauchte ich als Fünfzehnjähriger nicht: Mein Onkel, Besitzer eines [...]]]></description>
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<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-thumbnail wp-image-10170" title="Transit 1960er" src="http://www.sonnek.at/wp-content/uploads/Transit-1960er-150x150.png" alt="Transit" width="150" height="150" /></dt>
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<p>Für einen Mittelschüler (heute: Gymnasiasten) in den Sechziger-Jahren war es üblich, einen Ferialjob zu suchen, um das damals fast für jeden Schüler knappe Taschengeld etwas aufzufetten. Neben mehr oder weniger wertschöpfender Arbeit lernte man dabei die reale Arbeitswelt kennen mitsamt Arbeitskollegen und deren Eigenarten. Lange suchen brauchte ich als Fünfzehnjähriger nicht: Mein Onkel, Besitzer eines zu der Zeit noch kleinen Kunststoffwerks sprach mich an, ob ich in der Produktion oder bei Lieferungen mithelfen und bei Bedarf auch den Telefondienst übernehmen könne.</p>
<p><span id="more-10169"></span>Vor Arbeitsantritt hatte ich selbstredend höchsten Respekt vor dem, was mich da erwarten würde und ich wurde auch nicht enttäuscht. Die erste Aufgabe bestand darin, Meltallbügel in Kunststoffeimer einzustecken, was zweierlei Dinge erforderte: Einerseits Kraft und andererseits abgehärtete Hände, die den frisch aus der Spritzgussmaschine kommenden und daher heißen Eimern standhalten konnten. Beides besaß ich nicht, die ersten Versuche glichen deshalb eher einem Zweikampf zwischen Mensch und Materie. Aber mit der Zeit und nach Unterweisung in den nötigen Tricks durch meinen Vorgesetzten ging’s dann irgendwie doch.</p>
<p><strong>Der Willi</strong></p>
<p>Rasch lernte ich auch, dass im Arbeitsumfeld die unterschiedlichsten Charaktere tätig waren von einer Art, wie ich sie aus einem behüteten Familien- oder Bekanntenkreis nicht kannte. Da war etwa der Willi, bärenstark, aber von schlichter Einfalt. Er redete nicht viel, kompliziertere Aufträge oder gar anregende Unterhaltungen waren seine Sache nicht. Aber arbeiten konnte er, und wie! Schwere Säcke mit Kunststoffgranulat, die von einem LKW heruntergekippt worden waren und mich plattgemacht hätten, fing er mit der Schulter recht locker auf und trabte mit ihnen ins Materiallager, wo er sie schwungvoll auf einen Stapel warf.</p>
<p><strong>Der Hans</strong></p>
<p>Oder der Hans, der wie einige der Angestellten seine Tätigkeit als Nebenberuf ausübte. Hauptberuflich war er Gendarm (heute: Polizist), so wie mein Onkel eine Zeitlang nach dem Krieg und vor seiner Unternehmerkarriere, daher auch die Bekanntschaft der beiden. Hans zeichnete sich durch ein sehr kräftiges Stimmorgan aus, das ihm im Streifendienst sicher dienlich war, im Betrieb jedoch oft als deplatzierter Kommandoton aufgefasst wurde. Ich war ihm ein paar Jahre zuvor in seinem Hauptberuf begegnet: Um die Mittagszeit hatte er mich im Stadtgebiet beim Radfahren aufgehalten und mir mit einer Anzeige gedroht, weil mein Rad keinen Scheinwerfer montiert hatte. Die Anzeige kam nie und jetzt waren wir Kollegen.</p>
<p><strong>Die Falle</strong></p>
<p>Ein Erlebnis, in dem beide der Genannten eine Rolle spielen, habe ich nie vergessen. Hans und ich hatten den Auftrag, Eimerstapel aus einem externen Lager zurück in den Versand zu bringen. Der kleine hellblaue Transit-Lieferwagen, den Hans dazu pilotierte, hatte schon bessere Tage gesehen. Im Werk angekommen, holte ich die Stapel aus dem Wageninneren und schob sie durch die Hecktüre Hans zu, der sie in das Versandlager bugsierte. Die Tür hatte Hans mittels eines irgendwo greifbaren Holzbretts aufgekeilt, da sie sich nicht mehr arretieren hatte lassen. Ich hatte exakt den letzten Stapel weitergegeben und sah mich sicherheitshalber noch einmal um. Das jetzt unbeladene Heck des Transit war allmählich in die Höhe gegangen, jetzt fiel das Brett um, die Tür verlor ihre Stütze und knallte zu. Ich saß in der Falle.</p>
<p><strong>Die Gefangenschaft</strong></p>
<p>Das wurde mir schmerzlich klar, als ich feststellen musste, dass die Hecktüre als einzige Tür des Laderaums von innen nicht zu öffnen war. Es war später Vormittag, die Julisonne brannte voll auf das Autodach, die Hitze wurde unerträglich. Was tun? Der Hans hatte offensichtlich nichts mitbekommen. Schreien half nichts, die Werkstore waren wegen der Hitze weit geöffnet, der Lärm der Maschinen erstickte auch draußen jede Unterhaltung. Durch das Heckfenster konnte ich nach außen sehen. Lange Zeit, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte, kam kein Mensch vorbei.</p>
<p><strong>Die Befreiung</strong></p>
<p>Dann aber kam doch einer – der Willi! Mein Gefuchtel, in dem ich versuchte, auf meine Lage aufmerksam  zu machen, quittierte er mit einem freundlichen Winken, bevor er verschwand. Umsonst! Was konnte ich noch tun? Bewegen! Ich begann, mich gegen die Seitenwand zu stemmen und das Fahrzeug zum Schaukeln zu bringen. Das funktionierte, der Wagen wackelte, aber offenbar nahm niemand davon Notiz. Ich resignierte, behielt aber meinen Stand neben dem Heckfenster. Letztlich war es Hans, der irgendwann plötzlich schwungvoll die Türe öffnete und mir mit den Maschinenlärm übertönender Stimme „Jetzt hätt‘ ich Dich beinah‘ eingesperrt!“ zurief …</p>
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